Immer mehr mittelständische Betriebe arbeiten daran, eigene M2M-Projekte erfolgreich umzusetzen.

Immer mehr mittelständische Betriebe arbeiten daran, eigene M2M-Projekte erfolgreich umzusetzen. Dabei werden jedoch wichtige Sicherheitsaspekta außer Acht gelassen: Quelle: Rainer Strum, pixelio.de.

Laut Nationaler Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit e.V. (NIFIS) werden im Mittelstand bereits zahlreiche M2M-Projekte umgesetzt – oftmals bleiben dabei Sicherheitsaspekte auf der Strecke.

Der M2M-Hype (Machine-to-Machine) hat längst auch den Mittelstand erfasst. Immer mehr Betriebe arbeiten daran, eigene Projekte erfolgreich umzusetzen. Nach Angaben der Nationalen Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit e.V. (NIFIS) stehen Sicherheitsaspekte dabei oft erst an zweiter Stelle und kommen in vielen Fällen zu kurz. Daher geht es laut NIFIS-Vorsitzendem Rechtsanwalt Dr. Thomas Lapp gerade im Hinblick auf den Mittelstand vor allem darum, ein Bewusstsein für die nicht zu unterschätzenden Gefahren zu schaffen:

„Solange Sicherheitsprobleme weiterhin meist als Ärgernis und nicht als geschäftsschädigend wahrgenommen werden, haben Cyberkriminelle und Wirtschaftsspione leichtes Spiel.“ Hand in Hand mit einer stärkeren Sensibilisierung müssen jedoch auch die eingesetzten Sicherheitslösungen auf dem aktuellen Stand der Technik sein. Diese gilt es – gerade auch für M2M-Kommunikation – weiterzuentwickeln.

Aufklärungskampagne gibt Sicherheit

Wie Lapp betont, gibt es bei vielen M2M-Projekten erhebliche Sicherheitsprobleme. „Größere Firmen haben hier jedoch den Vorteil, dass meist eine Sicherheitsabteilung vorhanden ist, die dafür sorgt, dass diese Systeme nicht so einfach über das Internet erreichbar und angreifbar sind. Dies fehlt im Mittelstand oftmals“, erläutert Lapp.

Der NIFIS-Vorsitzende geht noch einen Schritt weiter: „Vielen Mittelständlern muss die Angst vor M2M genommen werden. Viele Betriebe sind bei der Industrie 4.0 aufgrund von Sicherheits-und Spionagebedenken bewusst zurückhaltend und verpassen dadurch ihre Chancen im internationalen Wettbewerb.“

Machine-to-Machine-Kommunikation
Begriffserklärung und Geschichte
Maschine-zu-Maschine-Kommunikation, kurz M2M, ist der automatisierte Datenaustausch zwischen Maschinen. Wobei unter Maschinen Systeme zu verstehen sind, die nicht auf einem Computer basieren. Bei der M2M-Kommunikation geht es darum, dass Anlagen und Maschinen ohne menschlichen Auslöser Daten austauschen. In der modernen Automatisierung setzt man auf die Vernetzung von Maschinen und Anlagen. Dabei wird auf auf etablierte Standards, Kommunikationsprotokolle und Übertragungsverfahren aus der Informations- und Kommunikationstechnik gesetzt.

Vor ein paar Jahren scheiterten die ersten M2M-Ansätze wegen unausgereifter Technik und zu hohen Preisen. Inzwischen lohnt sich der Einsatz je nach Anwendungsfall. Der Installationsaufwand ist einmalig. Kabelverlegungen sind meist nicht notwendig, da das Übertragungsmodul, zum Beispiel für Mobilfunk, direkt an den Schnittstellen der Maschine angebracht ist. Über diese Schnittstellen können Zustände abgefragt oder ganze Datenströme ausgelesen werden. Hat die Steuerung eine gewisse Intelligenz kann sie selber eine Übertragung auslösen und eine Zentrale über Änderungen informieren.

Als größtes Hindernis für den Erfolg von M2M gilt die Einstellung zu Datensicherheit und Privatsphäre. Die Entscheider sind in der Regel nicht bereit, einen “offenen und mobilen Datenaustausch zwischen Maschinen und zwischen Menschen und Maschinen” einzugehen.

Bundesregierung und Wirtschaftsverbände müssen die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft und speziell M2M-Kommunikation daher als nationale Aufgabe verstehen. Im Rahmen einer intensiveren Zusammenarbeit müsse eine Aufklärungskampagne gleichermaßen über die Chancen und Risiken von M2M informieren.

Neue Standards bei der IT-Sicherheitstechnologie

Dies würde vielen Unternehmen bereits mehr Sicherheit im Umgang mit der Industrie 4.0 geben und gleichzeitig das Vertrauen in die neue Technologie massiv stärken. Wenn Unternehmen die Gefahren besser kennen, werden sich viele ihrer Befürchtungen zudem als unbegründet erweisen. Zeitgleich zur Aufklärungskampagne sollten zudem auch die Sicherheitsstandards erhöht werden.

Laut Lapp muss nicht nur der technologische Fortschritt im Bereich M2M vorangebracht werden: „Es geht hier auch um ein umfassendes Förderungsprogramm für Innovationen im Bereich IT-Sicherheit und Datenschutz. Damit Deutschland im Bereich IT und Internet die Nase mit vorne haben kann, müssen wir erst einmal im internationalen Vergleich in puncto Technologie und Sicherheitsstandards aufholen und dann neue Maßstäbe – gerade auch bei M2M – setzen.“

www.nifis.de

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