Der Druckluftlamellenmotor Basic Line von Deprag Schulz

Der Druckluftlamellenmotor Basic Line von Deprag Schulz

Die Ingenieure von Deprag Schulz haben den Druckluftlamellenmotor Basic Line entwickelt mit patentiertem Lamellenwechselsystem, das Wartungszeit eingespart. Einige Handgriffe ermöglichen einen Austausch der Lamellen. Der Lamellenwechsel des Luftmotors kann ohne Demontage direkt an der Maschine erfolgen.

Mittels Schraubendreher und Pinzette können abgenutzte Lamellen auch von ungeschultem Personal in kurzer Zeit durch neue ersetzt werden. Nach dem Lösen der Zylinderschrauben am hinteren Lagerdeckel und dem Entfernen der Rolle ist der Austausch möglich. Die gesamte Wartung ist innerhalb einiger Minuten erledigt und geht damit sogar schneller vonstatten, als der komplette Austausch des Motors in der Anlage.

Lamellenwechsel in drei Schritten. Bild: Deprag Schulz
Die Lamellen des Druckluftlamellenmotors Basic Line sind schnell zu wechseln. Bild: Deprag Schulz

Die Abnutzung der Lamellen resultiert hauptsächlich aus dem Arbeitsprinzip des Motors: der im exzentrischen Zylinder umlaufende Rotor wird in Bewegung gesetzt. Die Lamellen, die sich in den Schlitzen des Rotors befinden, werden mittels Fliehkraft an die Wand des Rotorzylinders gedrückt und die Arbeitskammern gebildet. Durch die Ausdehnung der komprimierten Zuluft wird die Druckenergie in kinetische Energie umgewandelt und der Motor dreht. Zwischen den Lamellen und der Rotorzylinderwand entsteht Reibung, weshalb die Lamellen im Betrieb verschleißen.

Ein ölnebelgeschmierter Betrieb verbessert grundsätzlich auch die Gesamtlebensdauer von Druckluftmotoren. Das Optimum bezüglich Leistung und Lebensdauer wird bei einem bis zwei Tropfen Öl auf einen Kubikmeter Luftverbrauch erreicht. Die Qualität der Zuluft sollte der Norm ISO 8573-1 entsprechen. Dennoch können alle Basic-Line-Motoren auch ölfrei betrieben werden. Neben kürzeren Wartungsintervallen ist ein zehn- bis zwanzigprozentiger Leistungsverlust bei der Auslegung des Druckluftmotors für den ölfreien Betrieb mit einzuberechnen.

Für Anwendungen im explosionsgeschützten Bereich ist der Druckluftmotor durch seine Wirkungsweise geeignet. Die Entspannung der Druckluft kühlt die Reibungswärme ab; eine Überhitzung und somit das Zünden von Gasen ist ausgeschlossen. Gemäß Richtlinie 94/9/EG muss dennoch die Eignung des Druckluftmotors für den Einsatz im explosionsgefährdeten Bereich nachgewiesen werden. Die Baumusterprüfbescheinigung einer unabhängigen Prüfstelle versichert dem Anwender den unbedenklichen Einsatz der Baureihe Basic Line nach ATEX II 2 GD c IIC T4 (130°C) X.

 

Motor verträgt Staub und Hitze

Der Luftmotor ist im Bereich „Nicht-Bergbau“, in der Zone 1 (gas- oder staubhaltige Atmosphäre), für Stoffe, die unter die Explosionsgruppe IIC fallen und bis zu einer Oberflächentemperatur von 130°C geeignet. Um die ATEX-Zertifizierung des Druckluftmotors in Zukunft besser kenntlich zu machen, wird die Typbezeichnung des Motors von 63-… auf 63X-… umbenannt.

Sofern die Zuluftqualität stimmt, kann der Motor auch in staubiger Umgebung eingesetzt werden, ohne dass dies seine Funktion beeinträchtigt. Der innere Überdruck verhindert das Eindringen von Staub und Schmutz.

Die Motorenreihe Basic Line ist zudem hitzeunempfindlich und kann im Normalbetrieb von -20°C bis +110°C eingesetzt werden. Bezogen auf die ATEX-Klassifizierung ATEX II 2 GD c IIC T4 (130°C) X gilt eine Umgebungstemperatur von -20°C bis maximal +40°C.

Druckluftmotoren sind einfach zu regeln und finden bezüglich ihrer vielfältigen Eigenschaften ein breites Einsatzspektrum. Der Basic-Line-Lamellenmotor ist auch durch die sich ändernde Drehzahl bei Lastveränderung gekennzeichnet. Liegt eine völlige Entlastung vor, arbeitet der Druckluftmotor im Leerlauf. Steht eine geringe Last entgegen, also ein geringes Drehmoment an der Motorspindel, liegt die Arbeitsdrehzahl des Motors nahe der Leerlaufdrehzahl; steigt das Drehmoment an, verringert sich die Arbeitsdrehzahl. Die maximale Leistung erreicht der Antriebsmotor bei 50 Prozent der Leerlaufdrehzahl. In diesem Bereich arbeitet er besonders energieeffizient.

Je nach Anwendung lässt sich die Drehzahl durch die Regelung der Luftmenge entsprechend durch Zu- oder Abluftdrosselung verringern. Bei der Abluftdrosselung reduziert sich die Drehzahl ohne die Leistung beziehungsweise das Drehmoment des Basic-Line-Pneumatikantriebs nennenswert herabzusetzen. Die Drosselung der Zuluft hingegen wird verwendet, um neben der Drehzahl zusätzlich die Leistung beziehungsweise das Drehmoment zu reduzieren. Die Drehzahl lässt sich aber auch über den Betriebsdruck regulieren.