Raupenbagger mit hydraulischem Antrieb, Bild: Petair/Fotolia

Bei den Mobilen Maschinen stehen Elektrik, Verbrenungsmotor und Hydraulik in Konkurrenz zueinander. Bild: Petair/Fotolia

Herr Professor Geimer, die Mobima-Tagung fand am 15. Februar 2017 zum sechsten Mal statt. Welche Themen bilden bei der Veranstaltung am Karlsruher Institut für Technik (KIT) die Schwerpunkte?

Wir richten uns nach den aktuellen Trends. Anfangs ging es hauptsächlich um hybride Konzepte, später standen umgesetzte Lösungen und Praxiserfahrungen im Vordergrund. Dann ging es sehr stark um die Effizienz von Hybridtechnologien. Ein ganz wichtiges Thema ist nach wie vor die Batterietechnik, die für elektrische Antriebe die Voraussetzung ist. Energieeffiziente Konzepte und umgesetzte Lösungen in Maschinen bestimmen die Diskussionen. Wichtig ist uns auch die Übertragbarkeit von einer Branche in andere. Deshalb sind mir die Keynote-Reden auch sehr wichtig, weil sie den Blick erweitern. Die Vorträge kommen aus den Bereichen Kommunalfahrzeuge, Baumaschinen, Landmaschinen und Flurförderzeuge.

Professor Marcus Geimer, KIT, Bild: KIT
Professor Marcus Geimer ist Chef des des Instituts für Fahrzeugsystemtechnik und des angeschlossenen Teilinstituts Mobima am Karlsruher Institut für Technologie. Bild: KIT

Wie sehen denn die aktuellen Trends bei mobilen Arbeitsmaschinen aus?

Wir sind nach wie vor in einem gesunden Wettbewerb zwischen Hydraulik und Elektrik. Ich sehe momentan elektrische Antriebe gerade in kleinen Leistungsbereichen. Da gibt es viele Einsätze, viele Tests. Im mittleren Bereich zwischen 50 und 200 kW sehe ich nach wie vor die Domäne der Hydraulik und oberhalb von 1 MW, wie wir sie im Bereich Mining haben, nach wie vor die elektrischen Antriebe. Aber man versucht, die Grenzen zu verschieben. Der Wettbewerb sorgt dafür, dass verbesserte elektrische Antriebe auch zu besseren Hydrauliklösungen führen.

Bleibt die Verbrennungskraftmaschine auf absehbare Zeit der dominierende Antrieb?

Bei den mobilen Maschinen gibt es Elektromobilität schon seit 50 Jahren, nämlich beim Stapler. Das ist eine Frage der Energiespeicherung. Gerade bei kleineren Maschinen, typisch sind Kommunalfahrzeuge, ist das relativ einfach.

Unsere Untersuchungen zeigen, dass die steigenden Batteriekapazitäten zunehmend den Einsatzbereich oder die Verfügbarkeit von batterieelektrischen Fahrzeugen ausweiten werden. Das hängt davon ab, wie viel Energie pro Tag man braucht. Maschinen mit sehr hohem Energiebedarf, beispielsweise Mähdrescher, werden aber auch morgen oder übermorgen nicht elektrisch betrieben werden. Kleine Kommunalfahrzeuge, Gabelstapler, kleine Radlader, die auf der Baustelle nur hin und wieder gebraucht werden, da sind solche batterieelektrischen Antriebe gut.

Welche Chancen sehen Sie für Hybridantriebe?

Die Frage, die immer wieder gestellt wird, lautet, ob sie sich in der Praxis durchsetzen können? Die Vorträge hier zeigen, dass dies in ausgewählten Anwendungsbereichen, wo ich einen Nutzen in Form einer Produktivitätssteigerung habe, gelingt. Entscheidend ist die Produktivität, eine damit einhergehende Effizienzsteigerung wird gern mitgenommen. do