Geschäftsführer Gerd-Dieter Dymke beschäftigt sich zusammen mit seinen Mitarbeitern gegenwärtig

Geschäftsführer Gerd-Dieter Dymke beschäftigt sich zusammen mit seinen Mitarbeitern gegenwärtig primär mit Hydraulikzylinder-Projekten für Arbeitsbühnen. Einen hohen Stellenwert nimmt dabei das Thema Leichtbau ein – und fordert die Kreativität der Ingenieure.

Kundenspezifische Produkte sind in der Hydraulik ja nichts Besonderes. Dass aber Sonderentwicklungen zu annähernd 100 Prozent das Produktportfolio eines Unternehmens prägen, findet man nicht alle Tage.
Till Hydraulik gehört zu diesen Exoten.

fluid: Stellen Sie bitte kurz das Unternehmen vor.
Die Firma Till Hydraulik wurde 1962 gegründet und blickt somit auf eine 50-jährige Marktpräsenz zurück. Wir beschäftigen zur Zeit mehr als 250 Mitarbeiter, die einen Jahresumsatz von 25 Mio. Euro erwirtschaften.

fluid: Inwieweit ist die Firma international aufgestellt?
Etwa 15 % des Umsatzes werden im direkten Export realisiert. Schwerpunktländer sind in Europa Holland, die Schweiz, Österreich und Polen, aber auch OEM in Russland, China und Japan gehören zu den Vertragspartnern. Diese direkte Exportquote ist ausbaubar. Daran wird gegenwärtig gearbeitet. So werden wir in diesem Jahr auf der Bauma in China vertreten sein. Gleichwohl wissen wir, dass mehr als 70 % unserer Produkte für das Ausland bestimmt sind – eine respektable Quote, was für Qualität und Zuverlässigkeit unserer Leistungen spricht.

fluid: Beschreiben Sie kurz das aktuelle Produktportfolio.
Wir entwickeln, konstruieren und produzieren vorwiegend kundenspezifische Komponenten und Systeme der hydraulischen Steuerungstechnik – hauptsächlich Ventile, Steuerblöcke und Zylinder. Handel und Service sowie die Projektierung und der Bau von Hydraulikaggregaten runden das Portfolio ab. Basis ist in der Regel die anwendungsbezogene Auswahl einer optimalen Funktionalität. Darauf aufbauend wird die Umsetzung der Aufgabenstellung nach Möglichkeit mit bewährten Elementen nach dem Baukastenprinzip erarbeitet. Durch die Mehrfachverwendung von Komponenten können vielfach wirtschaftliche Vorteile durch höhere Stückzahlen realisiert werden. Katalogware wird man bei uns daher nur in Ausnahmefällen finden. Bei den Stückzahlen sind wir im Zylinderbereich mit unseren Fertigungseinrichtungen auf mittlere Serienstückzahlen der Komplettprodukte zwischen 10 und 5000 ausgerichtet.

fluid: Welchen Stellenwert nehmen heute speziell die Hydraulikzylinder ein?
Zylinder sind eine tragende Säule innerhalb des Portfolios. Wir haben das Ziel, mittelfristig rund 50 % unseres Umsatzes mit diesen Produkten zu realisieren. Wie wir mit dem Neubau unserer Zylinderfabrik in diesem Jahr dokumentieren, wollen wir in diesem Segment durch bessere Einrichtungen und einen erweiterten Größenbereich noch substanzielle Zuwächse realisieren.

Geschäftsführer Gerd-Dieter Dymke beschäftigt sich zusammen mit seinen Mitarbeitern gegenwärtig primär mit Hydraulikzylinder-Projekten für Arbeitsbühnen. Einen hohen Stellenwert nimmt dabei das Thema Leichtbau ein – und fordert die Kreativität der Ingenieure.

fluid: Welche Zylinderbauarten und -größen bieten Sie an?
Eigentlich trifft die Fragestellung nicht den Kern. Wir bieten kaum pro-aktiv dem Markt Hydraulikzylinder an – etwa in Form eines Standardprogramms. Vielmehr arbeiten wir projektbezogen mit unseren Kunden nach deren Aufgabenstellung. Es werden also individuelle Problemlösungen erarbeitet und produziert. Unsere theoretischen Möglichkeiten sind dabei unbegrenzt, die praktischen Grenzen werden durch unseren Maschinenpark und den unserer Kooperationspartner gesetzt. Gegenwärtig liefern wir Zylinder aller Bauarten – also Plunger-, Differenzial- und Teleskopzylinder mit oder ohne integrierter hydraulischer oder elektronischer Steuerungstechnik – mit Hublängen bis zu 15 m, Kolbendurchmessern bis zu 400 mm und Stückgewichten bis zu immerhin 2 t.

fluid: Welche Anwenderbranchen decken Sie mit den Hydraulikzylindern ab?
Die wichtigsten Anwenderbranchen sind derzeit Baumaschinen (Bagger, Greifer, Erdschaufeln, Radlader), Arbeitsbühnen, Hebezeuge (Hubtische und Stapler), Landmaschinen und die Medizintechnik-Branche.

fluid: Gibt es charakteristische Merkmale bei den Zylindern, die sich von den Wettbewerbsprodukten unterscheiden?
Von unseren Wettbewerbern wollen wir uns generell durch Zuverlässigkeit unserer Produkte und Lieferungen sowie ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis abheben. Die Begleitung des Produktes in der Anwendung und damit die Möglichkeit zur ständigen Verbesserung und Weiterentwicklung, liegt uns besonders am Herzen. Besondere Kompetenz haben wir in den Bereichen der robusten Anwendung für die Baumaschine und bei der Leichtbauweise von Zylindern entwickelt.

fluid: Auf welche Produktentwicklung aus dem aktuellen Warenkorb sind Sie besonders stolz – und warum?
Vor vier Jahren haben wir einen besonders leichten Zylinder mit Hohlkolbenstangen und Dämpfung für eine Zusatzoption eines marktführenden Staplerherstellers mit zwei verschiedenen Grundabmessungen in einem Rastersystem von insgesamt 39 möglichen Varianten entwickelt. Seither haben wir fast 1000 Zylinder aus diesem Raster in beliebigen Konfigurationen innerhalb von drei Wochen nach Abruf pünktlich und ohne Reklamationen geliefert.

fluid: Wie ist das Verhältnis von Standardzylindern zu Sonderentwicklungen?
Sonderzylinder prägen unser Portfolio zu annähernd 100 %. Dabei wird ein großer Stückzahlbereich von 1 bis 10.000 pro Jahr  mit fast 900 aktuellen Artikelnummern bestrichen.

fluid: An welchen Produktentwicklungen arbeiten derzeit die Till-Ingenieure?
Wir beschäftigen uns gegenwärtig hauptsächlich mit Zylinderprojekten für Arbeitsbühnen verschiedener Art, wobei neben Zuverlässigkeitsanforderungen auch das Thema Leichtbauweise unsere Kreativität fordert.

fluid: Wie kam es zur Partnerschaft zwischen Till und dem Stahlhersteller Ovako?
Die bereits erwähnten Themen wie Zuverlässigkeit und Qualität haben uns bereits vor Jahren zusammengeführt. Die Sach- und Fachkompetenz von Gerhard Frei, gepaart mit seiner Unnachgiebigkeit auf dem Weg zur Problemlösung, waren Wegbegleiter und wichtiger Erfolgsfaktor bis heute.

Autor: Franz Graf, Chefredakteur