Mehr als die Summe der Bauteile 1

Ein noch junges Unternehmen ist Hynova im Nordwesten Deutschlands.^Und doch hat es der Zylinderhersteller seit seiner Gründung 2005 geschafft, sich mittlerweile einen Namen als Entwickler und Lieferant von Hydraulikzylindern zu machen.

Von Stagnation ist bei der Hynova GmbH keine Rede. „2009 konnten wir unseren Umsatz um 30 Prozent steigern. In 2010 sind unsere Produktionskapazitäten schon fast zu 100 Prozent ausgelastet“, betont Firmengründer und Geschäftsleiter Herbert Tieben.

Dabei hat das Unternehmen gerade erst die Produktionsfläche von 1700 auf 4500 Quadratmeter vergrößert und rund vier Millionen Euro in die Erweiterung der Firmenanlage auf 6000 Quadratmeter für Materiallager, den Montagebereich und die Fertigung investiert. Die gesamte Betriebsfläche wurde von 22 000 auf 100 000 Quadratmeter vergrößert – es gibt also noch genügend Möglichkeiten für weiteres Wachstum.

Zum Einsatz kommen die Hynova-Zylinder vorwiegend in der Staplertechnik, der Umwelttechnik, im Maschinenbau und in der Landtechnik. Hier will das Unternehmen auch noch weiter wachsen – mit kundenspezifischen Sonderzylindern. Inzwischen werden die Hydro-, Zug-, Plunger-, Speicher-, Wegmess-, Lenk-, Mikro- und Pneumatikzylinder nicht nur innerhalb Deutschlands nachgefragt, sondern auch in zahlreiche europäische Länder sowie nach Südamerika und Asien geliefert.

Sonderzylinder – das bedeutet, dass entsprechend den Bedürfnissen des Kunden zunächst eine Konstruktionszeichnung sowie mittels eines CAD-Programms ein Modellausdruck angefertigt wird. „Wir erstellen jede Konstruktion in 3D-Modellen über Autodesk, damit der Anwender sie einfach in seine Maschinen einpflegen kann“, beschreibt Tieben das Konstruktionsverfahren. Dank dieser speziellen Software sei es möglich, das 3D-Modell des Zylinders in die Maschinen-Konstruktion des Kunden einzuspielen. Dadurch könnten die Einbau- und Funktionsparameter problemlos geprüft werden.

Von Vorteil sei dabei das patentierte Dreifachdichtungs-System, das über ein kompatibles Programm in die Konstruktion integriert werde. Neben der Primär- und Sekundärdichtung wird auch der Abstreifer als Dichtring ausgelegt – dies garantiere neben der Leichtgängigkeit der Zylinder auch deren maximale Dichtheit.

Qualitativ hochwertige Zylinder sind der Garant für den Erfolg des Unternehmens. Deshalb legt Geschäftsführer Tieben, der auf 30 Jahre Erfahrung als Fertigungs- und Produktionsleiter eines großen Hydraulikherstellers zurückblicken kann, großen Wert auf die Verwendung hochwertiger Werkstoffe. Für die Materialien zur Zylinder-Fertigung greift er deshalb bereits seit Firmengründung auf die induktiv gehärteten Cromax-Kolbenstangen von Ovako zurück. „Ein Zylinder ist mehr als die Summe seiner Bauteile“, betont der Geschäftsführer die Ansprüche an die Sicherheitskomponenten.

Vormaterial garantiert die Zylindergüte
Denn besonders im Agrarbereich würden die Anforderungen in Bezug auf Korrosionsbeständigkeit und lange Lebensdauer immer höher. Darüber hinaus garantiere die gute Schweiß- und Verarbeitbarkeit des Vormaterials präzise Zylinder. Gerade im Baumaschinen- und Landmaschinenbereich sei die Beständigkeit der Kolbenstangen gegen Steinschlag und die Knicksteifigkeit durch geeignetes Führungsverhältnis von großem Vorteil.

Ladebordwände, Hubarbeitsbühnen, Hebetechnik, Anbaugeräte, Baumaschinen, Müllpressen oder Schreddersysteme,  Sortieranlagen, Holzzerkleinerer – für all diese Anwendungsgebiete werden hochwertige Komponenten verlangt, die beständig sind gegen aggressive Umgebungsbedingungen sowie mechanische und chemische Beanspruchungen.

„Für die Anwendung unter anderem in der Agrartechnik haben wir Zylinder mit patentierter integrierter Wegmesstechnik entwickelt“, beschreibt Tieben ein neues Marktsegment.

Hynova baut die Zylinder entweder in klassischer Schweißtechnik, in Schraubtechnologie oder als Schraub- und Schweißkombination. Geschraubte Zylinder zeichneten sich durch sehr hohe Laufzeiten, Standzeiten, hohe Präzision, Achslage, Hub und Einbaumaß aus. Da der gesamte Schweißvorgang entfallen kann, könne auch flexibler produziert werden. „Daher können wir geschraubte Zylinder auch kostengünstiger anbieten.“ Da das Rohr nicht geschlossen ist, werde es durch thermische Beeinflussung nicht deformiert, bleibe geometrische stabil für die Montage. Ab 70 mm Kolbenstangendurchmesser müssten die Zylinder allerdings geschweißt werden.

Die Herstellung der neu entwickelten Zylinder dauert dank vorhandener Modulbausteine von der Konstruktionszeichnung bis zur Auslieferung zwischen drei bis vier Wochen. Kein Zylinder verlässt das Haus ohne Druckprüfung und Endkontrolle. Die Fertigungstiefe im Unternehmen ist hoch. So werden rund 90 Prozent der Konstruktionsteile von den 30 Mitarbeitern im eigenen Maschinenpark erstellt. „Dank unseres großen Lagers sind die Vormaterialien wie Rohre, Kolbenstangen und Drehteile bei uns vorhanden, so dass wir als Nachlieferungen auch bis zu 200 Zylinder innerhalb von 24 Stunden montieren können“, unterstreicht Tieben die Termintreue.