Sicherheit in beide Richtungen 1

Problem von hydraulischen Verriegelungen war bisher die unzureichende Sicherheit der Rückschlagventile. Vibrationen etwa konnten zu unkontrollierter Absenkung der Hydraulikzylinder führen. Nun kombiniert ein vollhydraulischer Verriegelungszylinder von Weber-Hydraulik die sichere mechanische Verriegelung mit hydraulischer Betätigung und Entriegelung.

Hydraulikzylinder, die im ausgefahrenen Zustand unter Last und teilweise extremen Bedingungen über lange Zeit ihre Position zuverlässig halten müssen, werden als Verriegelungszylinder ausgelegt. Haupteinsatzbereiche sind Hebe- und Senkeinrichtungen für die Ladebühnen von Pkw-Transportern, Hubarbeitsbühnen, Hydraulikstützen für Schwanenhalsauflieger oder auch Baumaschinen und Stapelgeräte. Hierfür gab es bisher verschiedene Lösungsansätze: Hydraulikzylinder mit mechanischer, rein hydraulischer oder hydropneumatischer Verriegelung.

Eine mechanische Verriegelung muss zusätzlich bedient werden und mindert deshalb die Funktionalität. Rein hydraulische Lösungen mit Rückschlagventilen reichen nicht aus, da Minimalleckagen durch Vibration oder Volumenänderungen bei Temperatureinflüssen ein Absenken der Zylinder zur Folge hätte.

Die hydropneumatische Verriegelung ist sicher und wird auch serienmäßig in großen Stückzahlen eingesetzt. Einziger Nachteil: der zusätzliche Pneumatik-anschluss mit der dazugehörigen Infrastruktur.

Einen neuen Lösungsansatz bietet der vollhydraulische Verriegelungszylinder von Weber-Hydraulik. Er kombiniere eine sichere mechanische Verriegelung mit einer ausschließlich hydraulischen Betätigung, wie der Hersteller betont.

Damit würden vor allem Pkw-Transporter sicher verriegelt, sodass selbst lange Fahrten unter vielfältigen Straßen- und Witterungsverhältnissen keine Auswirkung auf die Position der Ladebühnen hätten.
Zudem tragen die Verriegelungszylinder bis zum 2,5-fachen der Ladung dauerhaft als Überlast. Die Entriegelung erfolgt automatisch mit dem Betätigen der Hydraulikzylinder.

Verriegelung im Zylinder integriert
Dazu sind die Kolbenstange des Verriegelungszylinders und der Kolben selbst hohlgebohrt. Der Kolben verfügt über ein Innengewinde, das in eine Trapezgewindespindel greift. Diese ist mit einer Arretierungsnabe verbunden, die zylindrische Ausnehmungen besitzt, in die ein Verriegelungselement eingreift. So wird die axiale Bewegung des Zylinders in eine leicht zu arretierende rotatorische Bewegung umgewandelt.

Für die Verriegelung drücken Schraubenfedern das Verriegelungselement über einen Kolben in die Sperreinrichtung. Die andere Bewegungsrichtung verfügt über einen Freilauf. Der Kolben der Sperreinrichtung wird beim Betätigen des Zylinders hydraulisch aufgesteuert. Liegt aber kein Systemdruck an oder fällt der Druck ab, verriegelt die Zylinderrolle aufgrund der Federkraft automatisch.

Damit sei es erstmals gelungen, eine innenliegende formschlüssige Verriegelung der Kolbenstange mit einer hydraulischen Sicherung in beide Richtungen und einer hydraulischen Betätigung der Entriegelung zu kombinieren. Die Verriegelung ist kompakt im Zylinder integriert und völlig vom Haupthydraulikkreis getrennt.

Vorteile der Verriegelungszylinder:

  • geringer Verriegelungsabstand und
  • vollhydraulische Betätigung.

Der Verriegelungsabstand beträgt hier nur noch 2,7 mm bei einem Kolbendurchmesser von 63 mm. Damit sinke der Verriegelungsabstand, der beim hydropneumatischen Verriegelungszylinder bei nur
6,5 mm lag, auf eine neue Bestmarke. Bei dieser Neuentwicklung werden bis zu 70 kN dynamisch und weitestgehend verschleißfrei über eine Linienberührung übertragen. Dies verbessert die Dauerfestigkeit.

Zudem wird der hydraulische Energieeintrag mit reibungsminimierten Lagern beidseits der Arretierungsnabe und dem Freilauf der Verriegelung in eine Richtung reduziert. Senkbremsventile ermöglichen ein feinfühliges Absenken bei hohem Gleichlaufverhalten. Die Senkbremsventileinstellung und der kleine Verriegelungsabstand bedingen ein Zusammenspiel von Mechanik und Hydraulik. Die innenliegende Verriegelung verbessert die Funktionssicherheit. Die vollhydraulischen Verriegelungszylinder sind standardmäßig für Kolbendurchmesser von 63 und 110 mm mit Stangendurchmessern von 45 und 78 mm für verschiedene Hübe verfügbar.

Der Verriegelungszylinder setze neue Maßstäbe bei Funktionalität, Robustheit und minimiertem Arretierungsabstand, so der Hersteller. Er kombiniert eine sichere mechanische Verriegelung mit hydraulischer Betätigung und Entriegelung.