Pendelausgleichsfutter. Bild: Schunk

Radial und axial ausgleichend: Das 6-Backen-Pendelausgleichsfutter Rota NCR mit axial pendelnden Krallenbacken. Bild: Schunk

Angesichts ausgereifter Drehfutter, leistungsdichter Spannblöcke und aufwändig konstruierter Vorrichtungen scheinen die technologischen Möglichkeiten von Spannbacken auf den ersten Blick eher begrenzt. Tatsächlich aber stecken in der unmittelbaren Schnittstelle zum Werkstück große Potenziale: Jenseits konventioneller harter und weicher Aufsatzbacken und abseits vom Licht der Öffentlichkeit hat sich ein breites Spektrum individueller Lösungen etabliert, mit denen auch knifflige Spannaufgaben in den Griff zu bekommen sind.

Pendelnde Krallenbacken für die Rohteilbearbeitung

Sollen dünnwandige Werkstücke bearbeitet werden, stoßen Standardkrallenbacken in der ersten Aufspannung schnell an Grenzen. Vor allem bei Gussteilen erweisen sich die Formtoleranzen und die Deformationsempfindlichkeit der Rohteile als Herausforderung. Speziell dafür entwickelt beispielsweise das Unternehmen Schunk individuelle Lösung zur Rohteilspannung. Diese vereinen eine hohe Drehmomentübertragung mit ausgleichenden Eigenschaften. Sie gewährleisten einen Formschluss zwischen Rohteil und Spannmittel, hohe Haltekräfte und eine deformationsarme Spannung. Bei Bedarf schaffen sie zudem die Voraussetzungen für eine automatisierte Beladung.

Eine Sonderbackenlösung für das 6-Backen-Pendelausgleichsfutter Rota NCR verdeutlicht, dass anspruchsvolle Aufgaben realisiert werden können: Um Deformationen zu verhindern und prozesssichere Bearbeitung von Gussteilen zu gewährleisten, ist die Sonderlösung mit axial pendelnden Krallenbacken ausgestattet. Sie lässt sich automatisiert beladen und gewährleistet bei dünnwandigen Werkstücken eine maximale Deformation von 0,03 mm.

Praxisbeispiele zeigen, dass Anwender mit derartigen Lösungen einen doppelten Effizienzeffekt erzielen: Aufgrund der radialen Pendelung des Drehfutters und der axialen Pendelung der Sonderbacken wird der Ausschuss massiv reduziert. Zudem kann die Anzahl der Prüfzyklen deutlich zurückgefahren werden. kk