Versuchsanordnung, Bild: M. Braun

Gloveboxes kommen auch bei Versuchen zum Einsatz. Bild: M. Braun

In den frühen 70er Jahren kamen die ersten Gloveboxes, "Glaskästen“ mit eingebauten Gummihandschuhen, mit Inertgasatmosphäre auf den Markt. Mit der Qualität der ersten Erzeugnisse unzufrieden, begannen die Ingenieure Hellmut Fölster und Gerhard Hinrichs, ein eigenes Produkt zu entwickeln, das ihren hohen Ansprüchen an Qualität und Technologie entsprach.

Der Erfolg dieser Konstruktion führte im Jahr 1976 zur Gründung der M. Braun Labortechnische Geräte in Garching. Im Jahr 1994 wurde ein Entwicklungs- und Produktionsstandort in den USA eröffnet, 2002 ein weiterer Standort in Shanghai. Indus Holding übernahm das Unternehmen im selben Jahr und benannte es in M. Braun Inertgas-Systeme um.

Gloveboxes, Bild: M. Braun
Gloveboxes kommen immer da zum Einsatz, wo Forschungs- und Produktionsabläufe unter Inertgasatmosphäre stattfinden müssen. Bild: M. Braun

Etwa 235 Mitarbeiter, davon 150 am Stammsitz in Garching und 50 in den USA, entwickeln und montieren Anlagen, in denen Labor-, aber auch Fertigungstätigkeiten ohne Einfluss von Sauerstoff, Partikeln und Wasser ablaufen können. Vertriebsbüros unterhält M. Braun zudem in Großbritannien und Korea.

Die Palette der Produkte reicht von Standard-Gloveboxen über individuell angepasste Anlagen bis zu Einhausungen kompletter Fertigungslinien, die bis zu 12 x 5 x 5 Meter groß sein können. Unter anderem werden Xenonlampen, LEDs und OLED-Displays in solchen Anlagen gefertigt. Dabei kommen in der Anlage eingebaute Vakuumöfen mit Temperaturen bis 2500 °C zum Einsatz.

CAD-System PTC Creo

Seit der Jahrtausendwende arbeitet M. Braun mit dem CAD-System PTC Creo, damals noch unter dem Namen Pro/Engineer bekannt. Aus einem Arbeitsplatz des parametrischen 3D-CAD-Systems sind inzwischen 16 Arbeitsplätze in Garching, sechs in den USA sowie eine Lizenz in China geworden. Ursprünglich wurde das Unternehmen direkt vom Hersteller betreut; nach einer Änderung der Vertriebsstrategie bei PTC entschied sich M. Braun dann für die Betreuung durch PTC-Platinum-Partner Inneo.

An den Standorten in den USA und China werden kleine bis mittlere Anlagen selbst konstruiert oder an die lokal verfügbaren Materialien angepasst, beispielsweise an lokale Blechstärken oder Schraubennormen. Als die US-Kollegen auf PTC Creo umstiegen, wurde dort ein Anfangs-Datenbestand installiert, jedoch fand kein regelmäßiger Abgleich zum Hauptdatenbestand in Garching statt und die Daten entwickelten sich im Lauf der Zeit auseinander. Um die Daten wieder zusammenzuführen und die Bestände miteinander abzugleichen, wurde im Jahr 2008 das PLM-System PTC Windchill installiert und eine Datenreplikation eingerichtet.

Produktion in China und den USA, Bild: M. Braun
An den Standorten in den USA und China werden kleine bis mittlere Anlagen selbst konstruiert oder an die lokal verfügbaren Materialien angepasst, beispielsweise an lokale Blechstärken oder Schraubennormen. Bild: M. Braun

Hartmut Ehrhard, Fachgruppenleiter mechanische Konstruktion, erläutert die Schwierigkeiten, die eine enge Anbindung der chinesischen Niederlassung an das PLM-System verhindern: „Der Datenbankserver in China ist komplett autark, er wurde ebenfalls zu Beginn mit einem Grundstock an Daten ausgestattet, so dass die Kollegen dort die Anlagen anpassen können. Das liegt zum einen daran, dass die Datenverbindung so langsam ist, dass die Replikation nicht funktioniert. Zum anderen ist es kaum möglich, ein stabiles VPN nach China aufzubauen.“

Seit Juli 2014 setzt M. Braun nun Creo 2.0 ein. Ehrhard erinnert sich: „Natürlich war die neue Oberfläche im Ribbon-Look erst einmal eine Umstellung, aber die Anwender gewöhnten sich schnell daran. Wir setzen wegen unserer großen Baugruppen auf HP-Workstations vom Typ Z800. Die ermöglicht ein flüssiges Arbeiten.“