Dell Precision Tower: Die abgestufte Frontblende lässt den Tower 7810 noch schlanker wirken als er

Dell Precision Tower: Die abgestufte Frontblende lässt den Tower 7810 noch schlanker wirken als er ist.

Wenn man die Grunddaten des Dell Precision Tower 7810 liest, fängt man als Tester an nachzudenken. 40 Cores, 32 GByte Arbeitsspeicher, Nvidia K5200-Grafik – wie soll man eine solche Workstation mit CAD-Anwendungen testen? ke NEXT wagt einen Versuch.

Die technischen Grunddaten sind beeindruckend: Der Dell Tower besitzt ein schlankes Gehäuse mit 17,5 Zentimeter. An der Oberkante ist vorn und hinten ein Handgriff ins Gehäuse integriert, mit dem sich die Maschine gut transportieren lässt. An der Front befinden sich neben dem DVD-Laufwerk vier USB-Anschlüsse, von denen einer als USB 3.0, der Rest als 2.0-Anschluss ausgeführt ist, sowie Klinkenbuchsen und der Einschalter.

Der zurückgesetzte Bereich der Frontplatte ist als Gitter ausgebildet, durch die die Workstation mittels dreier großer Lüfter Frischluft zieht. Auch hinten besteht das Gehäuse größtenteils aus Gitter, sodass sich ein waagerechter Kühlluftstrom ausbilden kann. Das optische Laufwerk sitzt in einem mit einem Griff entnehmbaren Halter, in dem noch Platz für ein 5,25-Zoll-Laufwerk ist – das von außen zugänglich ist.

Viel Platz für Anschlüsse

Dell Tower 7810 Workstation von Innen

Sauber aufgebaut, oben die Prozessoren und das RAM, darunter Grafik, unten Netzteil und Festplatten.

Am Anschlusspanel bietet der Tower 7810 je drei USB 2.0- und USB 3.0-Anschlüsse, Ethernet, Klinkenbuchsen sowie eine serielle Schnittstelle und PS/2-Anschlüsse für Tastatur und Maus. Er ist mit einer SSD-Platte mit 256 GByte Kapazität sowie einer Magnetplatte mit einem TByte ausgestattet.

So können Betriebssystem und Programme auf der schnellen SSD installiert und die langsamere, aber größere Magnetplatte für die Datenablage verwendt werden. Auf dem Testrechner läuft Windows 7, das von den meisten Profianwendern dem neueren Windows 8 vorgezogen wird.

Hohes Leistungspotenzial

Die verbaute Grafikkarte Nvidia Quadro K5200 ist für den reinen CAD-Einsatz eigentlich überdimensioniert. Die K5200 basiert auf einer verbesserten Version des Kepler-Chips, der in der K5000 zum Einsatz kam. Sie ist zwar prinzipiell doppelt so leistungsfähig  als die K4200, CAD-Anwender werden jedoch kaum mehr als 20 Prozent Leistungssteigerung realisieren können. Schuld ist daran die Struktur der CAD-Daten, die stark hierarchisch ist und die schnellere Berechnung hemmt.

Die K5200 kann ihr hohes Leistungspotenzial allerdings ausspielen, wenn es um GPU Computing geht. Zwar kann die K5200 keine Befehle mit doppelter Präzision verarbeiten, wie sie für FEM oder CFD notwendig sind, aber für Visualisierung bietet sie gewaltiges Potenzial. Im Vergleich zu einer K2200, der typischen CAD-Karte, erreicht die K5200 fast die 2,5-fache Leistung, etwa bei Raytracing-Rendern mit iray, dem Nvidia-eigenen Renderer, der unter anderem in Bunkspeed, Catia Live Rendering, Autodesk 3ds Max und Maya sowie Maxon Cinema 4D zum Einsatz kommt.

Prozessausstattung

Ähnlich geht es mir mit der Prozessorausstattung: CAD-Anwendungen profitieren am meisten von hoher Einzelprozessorleistung, da die CPU die meiste Zeit auf Benutzereingaben wartet, und dann die genannten hierarchisch angeordneten Daten neu durchgerechnet werden müssen – eine Aufgabe, die sich schlecht parallelisieren lässt. Der im Testsystem zweimal eingebaute Intel Xeon Prozessor E5-2650 v3 bietet zehn physikalische Kerne, die per Hyperthreading dem Betriebssystem jeweils zweimal präsentiert werden – so können sich zwei Tasks einen Prozessor teilen.

Keyshot vom Dell Tower 7810 Workstation

Renderer wie Luxion Keyshot lasten die 40 Kerne des Dell Tower 7810 voll aus.

Der Tower 7810 kommt mit zwei Prozessoren auf insgesamt 40 virtuelle oder 20 physikalische Kerne, die jeweils auf bis zu 2,3 GHz hochtakten können – solange die Kühlung ausreicht. So wird man im CAD-Betrieb nur einige wenige der Rechenkerne, diese aber mit vollem Turbotakt, nutzen, während die restlichen Kerne in den Schlafzustand versetzt werden, um möglichst wenig Abwärme zu produzieren.

Simulationen

Interessant werden die vielen Kerne wiederum mit Anwendungen abseits der reinen Modellierung, beispielsweise wenn Simulationen berechnet werden sollen. SolidWorks nutzt mehrere Kerne etwa bei Berechnungen in den Modulen Simulation, Plastics und Flow Simulation oder beim Rendern in PhotoView360; beim Berechnen von Zeichnungsansichten werden auf mehreren Kernen mehrere Ansichten parallel berechnet.

Dell-typisch lässt sich der Dell Tower 7810 flexibel konfigurieren, interessant für CAD-Anwender wären unter anderem zwei Prozessoren E5-2667 v3, die acht Kerne und bis zu 3,2 GHz Takt haben, sowie eine Nvidia Quadro K2200 oder K4200 – je nachdem, ob die einzusetzende Software eher die CPU oder die GPU nutzt.

Autor: Ralf Steck, freier Autor für ke NEXT