Das Internet und pfiffige Software helfen dabei, die Arbeit effizienter zu gestalten. Bild:

Das Internet und pfiffige Software helfen dabei, die Arbeit effizienter zu gestalten. Bild: red150770/fotolia.com

Es klingt erst mal wie ein Traum: die Projektplanungszeit verkürzen, Daten automatisch in Workflows einbinden, und zu allem Überfluss erhält man auch noch die effizientesten Konstruktionsmethoden angezeigt. Tatsächlich verspricht die Software Eplan Experience Konstrukteuren Unterstützung in acht Handlungsfeldern.

Die Heller Maschinenfabrik hat es getan: Der Hersteller von Werkzeugmaschinen hat seine Engineering-Prozesse auf den Prüfstand gestellt, Alternativen ausgelotet, seine Software bis in die Tiefe kennengelernt und an den betriebsinternen Abläufen einiges verändert. Das Ergebnis: deutliche Effizienzsteigerungen. „Den Stundenaufwand bei der Hardwarekonstruktion haben wir zum Beispiel in etwa halbiert“, sagt Klaus Riexinger, Senior Manager Controls Engineering. Vor rund zehn Jahren entschied sich das süddeutsche Unternehmen für die Zusammenarbeit mit Eplan. „Unsere wesentlichen Ziele waren eine gemeinsame Plattform für die Elektro- und Fluidtechnik und ein System, das die Voraussetzungen für eine wirklich mechatronische Konstruktion schafft.“
Das ist gelungen. „Bei Heller steckt man heute ganz tief drin in den Möglichkeiten der Eplan-Lösungen“, sagt Riexinger. Die Unternehmen verbinde eine erfolgreiche Partnerschaft. „Wir geben Eplan vielfach Anregungen, nutzen aber auch immer wieder ihre Beratung.“

Möglichkeiten bleiben häufig ungenutzt

Wissen ist ein Schlüssel zum Erfolg. Daher ist der Wissenszuwachs der Kern des internationalen Programms, mit dem Eplan seinen Kunden Wettbewerbsvorteile verschaffen möchte. „Wir schätzen, dass die Mehrheit unserer Kunden bislang nur einen kleinen Teil der Möglichkeiten nutzt, welche die Software bietet“, sagt Uwe Harder, Leiter Consulting. „Die meisten“, ergänzt Thomas Michels, Leiter Produktmanagement bei Eplan, „absolvieren nur bei der Neueinführung von Software ein Training. Durch Updates und funktionelle Neuerungen entwickeln sich die Lösungen aber immer weiter – ohne dass die Kunden dies vielfach bis in die Tiefe wahrnehmen oder gar in ihre Arbeit einbinden.“

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Neutraler Blick von außen

Durch Eplan Experience werden sie auf ungenutzte Potenziale und Vorteile hingewiesen und erhalten einen konkreten Leitfaden zur Optimierung ihrer Engineering-Prozesse. Das setzt Analyse voraus – und die kann ein Außenstehender oft objektiver und einfacher leisten als ein Anwender, der seit Jahr und Tag in seinem Unternehmen die Abläufe verinnerlicht hat.
Die Berater von Eplan schauen sich Produktentwicklung, Konstruktion und Fertigung objektiv an, klären die Datenstände und prüfen, wo sich Optimierungspotenziale finden. Dann geben sie Empfehlungen, zeigen, wie wirtschaftlicher gearbeitet werden kann. So ist auch gewährleistet, dass Mitarbeiter keine Zeit mit Unnötigem verbringen – und das motiviert sie auch. Durch die Auswahl der effizientesten Konstruktionsmethodik wird das Engineering-Wissen erfasst und für ein ganzes Team verfügbar gemacht. Das bringt konstante Ergebnisse und ermöglicht es, Ressourcen optimal zu planen. Der mehrstufige Veränderungsprozess braucht jedoch Zeit und vor allem: Unterstützer und Akzeptanz. Häufig müssen Mitarbeiter aus Bereichen miteinander sprechen, die vorher nichts miteinander zu tun hatten. Eventuell müssen auch Produktionsabläufe und Abteilungsstrukturen verändert werden oder es sind Investitionen in IT notwendig. „Diese Prozesse durch externe Berater zu steuern und zu begleiten, ist hilfreich und sinnvoll“, sagt Harder. Mindestens ein Jahr sollten Unternehmen dafür einplanen. Man müsse aber natürlich nicht alles auf einmal angehen. Und was bringt das? „Häufig echte Quantensprünge. Beim Umstieg vom manuellen Konstruieren auf das Konfigurieren sind 80 Prozent Effizienzgewinn möglich“, so Harder.

Erfahrungen aus über 110.000 Installationen

Eplan Experience wurde von einem internationalen Team mit Mitarbeitern aus Deutschland, Belgien, Großbritannien, Skandinavien, Asien und den USA entwickelt. Es beruht auf Erfahrungen aus erfolgreich abgewickelten Projekten und Rückmeldungen von Kunden mit über 110.000 Installationen in 50 Ländern auf der ganzen Welt und den verschiedensten Branchen. Kern ist ein methodisches, schrittweises Vorgehen, um die Engineering-Effizienz und die Designoptimierung zu steigern. Um das zu erreichen, werden die Kunden mit Trainings, Onlineschulungen, Konferenzen und Videos in acht Handlungsfeldern fit gemacht: IT-Infrastruktur, Plattform-Setup, Normen & Standards, Produktstrukturierung, Konstruktionsmethoden, Workflow, Prozessintegration und Projektmanagement.
Zum Start der Initiative Ende 2014 stellte Eplan die Bereiche Normen & Standards und Konstruktionsmethoden in den Mittelpunkt. 2015 werden Produktstrukturierung und Plattform-Setup weiter ausgearbeitet. Dass die Unternehmen bereit sind, Abläufe zu hinterfragen, zeigt die Resonanz: „Seit wir Eplan Experience lanciert haben, werden die vielschichtigen Trainingsangebote intensiv angefragt“, zieht Eplan-Schulungsleiter Harald Weiß Bilanz.

Autorin: Birgit Hagelschuer, Eplan

 

Das bleibt hängen: Die acht Handlungsfelder der Eplan-Software Experience

IT-Infrastruktur: Das Handlungsfeld bezieht sich auf die Integration der Software in die IT-Umgebung des Anwenders, damit das Engineering ein hohes Leistungs-Niveau erreicht. Im Fokus steht hier ein definierter und einfacher Installations- und Updateprozess.
Plattform-Setup: Das Handlungsfeld ermöglicht das Erstellen einer anwendungsspezifischen Programmkonfiguration, um eine ideale Arbeitsumgebung zu schaffen.
Normen & Standards: Das Handlungsfeld gibt Richtlinien für das Erstellen und Verwenden von Geräte- und Masterdaten vor. Es unterstützt Unternehmen bei der Einführung und Anwendung internationaler Normen in Projektierung und Dokumentationserstellung, wie beispielsweise IEC 81346 oder IEC 61355.
Produktstrukturierung: Das Modul stellt eine klar vorgegebene Methode zur Strukturierung von Maschinen und Anlagen zur Verfügung. Dies geschieht mithilfe einer Produkt- und Technologiestruktur und eindeutiger Bezeichnungen als Grundlage für den Einsatz von Automatisierungsmethoden und interdisziplinärer Zusammenarbeit.
Konstruktionsmethoden: Diese sind der Schlüssel für ein effizientes Engineering. Zusammen mit Eplan-Experten kann der Anwender seine gewählten Konstruktionsmethoden analysieren, evaluieren, definieren und umsetzen, um den Engineering-Aufwand und die Projektplanungszeit zu reduzieren.
Workflow: Das Handlungsfeld evaluiert und automatisiert Designaufgaben Schritt für Schritt per Script-Technologie oder mithilfe zusätzlicher individueller API-Entwicklung. Manuelle Tätigkeiten reduzieren sich. Dies steigert die Qualität und sichert konsistente Daten im Engineering.
Prozessintegration: Das Modul bindet Arbeitsabläufe in die Prozesse eines Unternehmens ein. Erreicht wird dies durch ERP/PDM-Integration und ermöglicht so konsequentes Ausschöpfen von zusätzlichem Optimierungspotenzial im Konstruktionsprozess.
Projektmanagement: Um in kürzester Zeit die Produktivität zu steigern, wird zur Umsetzung von Experience ein Projekt- und Implementierungsplan auf Basis standardisierter Prozesse erstellt.