Mikko Lemola - Fotolia

Mit der Sammlung von Daten können Hacker inzwischen viel Geld verdienen. Sei es im privaten Umfeld als auch in der Industrie. Vor allem bleibt der Datenklau meist unbemerkt. Durchschnittlich erst 250 Tage nach dem Hacking bemerken viele Unternehmen den Diebstahl. Das FBI meldete sogar einen Fall, bei dem der Angriff erst nach acht Jahren auffiel. Bild: Mikko Lemola - Fotolia

Microsoft erinnert seine Kunden ständig daran Windows 10 zu installieren. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz (VZ-RLP) schlägt Alarm: Microsoft wolle den Computer in eine “private Abhöranlage” verwandeln. “Nicht nur Werbung, sondern auch Vertragskonditionen, Preise und Rabatte können grundsätzlich an die Konsum- und Verhaltensprofile angepasst werden. In der Folge werden Verbraucher am Markt ungleich behandelt, was die Suche nach günstigen und geeigneten Angeboten erschweren kann”, kritisiert Verbraucherschützer Christian Gollner.

Skype-Logo, Bild: Open Graph
Skype wir vermehrt in der Industrie eingesetzt. Doch Vorsicht: Skype soll das Adressbuch auslesen, in die USA übertragen und außerdem die Sicherheit des entsprechenden Geräts kompromittieren. Bild: Open Graph

Allerdings gilt es eine Sache zu beachten: Gemäß dem seit August 2015 gültigen „Microsoft-Servicevertrag“ gewährt der Nutzer dem Konzern Microsoft „eine weltweite und lizenzgebührenfreie Lizenz für geistiges Eigentum zur Nutzung Ihrer Inhalte“. Das soll angeblich dazu dienen, „die Produkte und Dienste von Microsoft zu verbessern“. Dabei ist die Liste dieser Produkte und Dienste stattlich: 82 Programme, etwa die Sprachsteuerung „Cortana“, Microsoft Office, Outlook und die Telefoniesoftware Skype.

Skype in der Industrie

Letzteres wird heiß diskutiert – dabei wird das Microsoft-Programm auch in der Industrie vermehrt eingesetzt. So wirbt etwa das Unternehmen Werner Mader, ein Spezialist für Mörtel- und Betonspritzmaschinen damit: „Beratung auf Ihrer Baustelle, bei Ihnen im Haus, am Telefon, via Skype, per E-Mail usw....“. Und „Skype ist Hype“ verkündet Andreas Reitz, Geschäftsführer der CAD/CAM Systeme Datentechnik Reitz auf seiner Internetseite: „Ist Skype nicht wirklich die genialste Sache der Welt? [...] Ja es gibt Alternativen. Aber ich mag Skype einfach.“

Doch Vorsicht ist geboten. Skype soll das Adressbuch auslesen, in die USA übertragen und außerdem die Sicherheit des entsprechenden Geräts kompromittieren. Und jedes andere verbundene Gerät ist ebenfalls gefährdet. Der Berliner Datenschutzbeauftragte sorgt sich daher um „Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit“ von Skype. Thomas Messerer vom Fraunhofer-Institut für Eingebettete Systeme und Kommunikationstechnik ESK kommt in der Neuauflage einer Studie von 2013 zu dem Ergebnis: „Nach einer Abwägung von Nutzen und Sicherheitsbedenken ist eine Nutzung von Skype daher aktuell nur in begründeten Ausnahmefällen zulässig.“

An Baden Württembergischen Hochschulen ist das Skypen verboten. Vergleichbares gibt’s für die Wirtschaft nicht. Dieter Kempf, der frühere Chef des Branchenverbands Bitkom warnt: „Insbesondere der hoch spezialisierte deutsche Mittelstand mit seinen vielen Hidden Champions in den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik oder Fahrzeugbau ist ein beliebtes Angriffsziel“.

AGBs bei Microsoft
Die AGBs bei Microsoft sollten sich Nutzer besser zwei Mal durchlesen. Seit August ist der sogenannte Microsoft-Servicevertrag gültig. So kann der Konzern einfach das geistige Eigentum und die Inhalte aus Microsoft Office, Outlook oder der Telefoniesoftware Skype, die auch zum Konzern gehört, für „Servicezwecke“ nutzen. Bild: Microsoft