Sinumerik in der Software-Version 4.7

Siemens bietet mit der Sinumerik in der Software-Version 4.7 Funktionen, die Produktivität und Genauigkeit der Fräsbearbeitung steigern. Mit der Option „Top Surface“ werden die NC-Daten aus dem CAM-System während der Abarbeitung online optimiert. Bild: Siemens

Eine Weiterentwicklung in Sachen Oberflächenqualität im Formenbau zeigte Siemens auf der AMB mit „Top Surface“. Die Funktion optimiert die CAD/CAM-CNC Daten, was die Abhängigkeit der Fertigungsqualität von der CAD/CAM-Berechnungstoleranz reduziert, und verbessert die Oberflächengüte und Formgenauigkeit. Mit der integrierten Funktion „Smoothing“ lassen sich feinste Mikrometer-Bearbeitungen ausführen. Dabei werden bei aktivierter „Top Surface“-Option die Schwingungen der Maschine fast vollständig beseitigt, was die Maschinenmechanik schont, den Verschleiß reduziert und die Verfügbarkeit der Maschine erhöht.

Der aktuelle Softwarestand Sinumerik Operate V4.7 bringt zudem weitere Funktionen. Zum Beispiel stehen jetzt Werkzeuglisten, Teileprogramme, Zeichnungen oder Anleitungen digital zur Verfügung. So stellt der DXF-Reader Dateien im DXF-Format nun direkt auf dem Sinumerik-Bedienfeld der Werkzeugmaschine dar. Der Anwender kann so die in einer DXF-Datei dargestellten Geometrieelemente über die Konturenfassung auswählen und sie direkt in seine Programmierung für die Werkstückbearbeitung übernehmen. Die Option „Execution from External Storage“ (EES) ermöglicht den wahlfreien Datenzugriff von der Werkzeugmaschine auf angeschlossene USB-Sticks, Festplatten und Netzwerkressourcen. So kann der Maschinenbediener direkt an der Maschine Werkstückunterlagen einsehen oder auch Teileprogramme von externen Speichern abarbeiten. Dabei unterstützen ihn Multitouch-Technologien am Bedienfeld und vereinfachen die Interaktion mit der Maschine. Dazu gibt es die neuen, mit berührungsempfindlichen Displays ausgestatteten Panels OP 015 und OP 019 black für Sinumerik 840D sl, mit denen 3D-Objekte mittels Gestensteuerung gezoomt, verschoben oder gedreht werden können.

Reibung optimiert

Mit neuen, optimierten Technologiefunktionen und überarbeiteten Zyklen-Funktionen lassen sich Werkstücke noch schneller und exakter zerspanen. So wurden beispielsweise ein Tieflochbohrzyklus, Funktionen in den Messzyklen sowie das Protokollieren von Messergebnissen ergänzt. Die Funktion „Retract“ ermöglicht jetzt per Knopfdruck ein automatisiertes und sicheres Rückziehen von Werkzeugen an Unterbrechungsstellen. Für Maschinen mit extremen Genauigkeitsanforderungen im Mikrometerbereich gibt es außerdem eine optimierte Reibkompensation. Mit ihr werden die reibungsbedingten Bahnabweichungen jetzt auch geschwindigkeitsabhängig und damit noch besser eliminiert.

Die Option „Auto Servo Tuning“ eignet sich besonders für große Frästeile. Bei diesen ist der Masseverlust während der Bearbeitung sehr hoch. Um höchste Qualität und Produktivität zu erreichen, müssen die Geschwindigkeitsparameter ständig nachoptimiert werden. Auto Servo Tuning passt deshalb die Regelstrecke bei Masseänderungen entsprechend an. Außerdem ist es beispielsweise im Formenbau gewünscht, während der Produktion kleine Korrekturen und eine überlagerte Zustellung des Werkzeuges in Werkzeugrichtung oder Achsüberlagerungen auszuführen. Diese bisher per Handrad üblichen Korrekturen übernimmt jetzt die Funktion „Handradüberlagerung“.

Einheitliche Bedienung

Im Multitasking sind nun alle Funktionen für Fräsen und Drehen in der Bedienoberfläche Sinumerik Operate integriert. Bedienung und Programmierung sind damit technologieübergreifend einheitlich und erleichtern dem Maschinenbediener den Wechsel zwischen Dreh- und Fräsmaschinen. Das macht das Drehen auf einer Fräsmaschine noch einfacher. Der schnelle Wechsel zwischen den Technologien gilt dabei sowohl für die DIN/ISO- und programGUIDE-Programmierung als auch für die grafische Programmierung mit Shopmill und Shopturn: Denn alle Fräs- und Drehzyklen stehen technologieübergreifend identisch zur Verfügung. Die Werkstück-Simulation wird sowohl für Dreh-Fräsen als auch für Fräs-Drehen angeboten. Der JOG-Modus unterstützt interaktiv das Einrichten von Werkstücken.