Der Hype um den 3D-Druck ist ungebrochen. Vom Consumer-Bereich schwappt der Trend nun in die

Der Hype um den 3D-Druck ist ungebrochen. Vom Consumer-Bereich schwappt der Trend nun in die Industrie. Quelle: Inside-3D-Printing-Konferenz Berlin

Ein unglaublicher Hype dreht sich um den 3D-Druck. Eine Technik, die den Consumer-Bereich prägt, und nun Einzug in die industrielle Produktion hält. 8 Industrietrends, die die Zukunft des 3D-Drucks beeinflussen.

1. Enormes Interesse und Investitionslust in den 3D-Druck
Der Hype um den 3D-Druck ist ungebrochen. Seitens der Öffentlichkeit und der Industrie ist das Interesse und der Wille in 3D-Druck zu investieren immer noch immens. Nicht viele Techniken haben in den letzten 25 Jahren so ein allgemeines Interesse ausgelöst. So gab es in den letzten drei Jahren mehr als 32 neue 3D-Unternehmens-Gründungen. Nicht nur Regierungen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen investieren in den 3D-Druck, sondern vor allem durch Crowdfunding werden neue Projekte und Firmen finanziert.

Neue Geschäftsfelder für den 3D-Druck.

Vor allem im Consumer-Bereich werden 3D-Drucker vielseitig eingesetzt. So kann man kleine Porträt-Figuren drucken lassen. Quelle: Inside-3D-Printing-Konferenz Berlin

2. Große Unternehmen interessieren sich für den 3D-Druck
Große Namen und Unternehmen in der Industrie steigen nun vermehrt in 3D-Projekte ein. So etwa auch Autodesk, GE, Amazon, HP oder Dell. Ebenfalls überlegen verschiedene Schiffsunternehmen die Vorteile des 3D-Drucks für ihre Branche zu nutzen. Dieses Interesse pusht die ganze Branche. Da nun auch große und wirtschaftlich bedeutende Unternehmen am 3D-Druck beteiligt sind, steigt die Akzeptanz und die Investitionsbereitschaft von Konkurrenten und kleineren Unternehmen. Die “Großen” fungieren demnach als Zugpferd und Treiber der neuen Technik.

3. Neue Geschäft und Geschäftsmodelle
Der 3D-Druck ist jedoch nicht nur für die Industrie ein spannender Treiber, sondern auch andere Bereiche bedienen sich der Technik. Vor allem im Consumer-Bereich werden 3D-Drucker vielseitig eingesetzt. So kann man Urlaubskollektionen aus dem 3D-Drucker bestellen, kleine Porträt-Figuren von sich drucken oder passgenaue Ohr-Kopfhörer anfertigen lassen.

Auch die Spielzeugindustrie bedient sich der Technik. So installiert der Spielzeugriese ToysRus in verschiedenen Filialen Kiosks, in denen Kunden ihr eigenes Spielzeug drucken können.

4. Großes Angebot an 3D-Geräten
Dank der großen Präsenz in den Medien, ist die Nachfrage nach 3D-Druckern sehr groß. Es gibt inzwischen über 300 Unternehmen, die einen 3D-Drucker auf dem Markt anbieten. Die Preisspanne reicht dabei von ein paar hundert bis ein paar tausend Euro.

5. Neue Maschinentechnik

3D-Drucker

Auf dem Markt sind viele unterschiedliche 3D-Drucker erhältlich. Quelle: Inside-3D-Printing-Konferenz Berlin

Die Branche entwickelt sich ständig weiter. Die neue Multi-Funktions-Maschine Integrex i-400 AM von Mazak vervendet zum Beispiel Faserlaser, um Metallpulver zu schmelzen und so die gewünschte Form zu bilden. Auch das Unternehmen HP zeigt mit seiner Multi Jet Fusion Technology schnellere 3D-Drucker.

Dieser 3D-Drucker soll bis zu zehnmal schneller sein als derzeit erhältliche Modelle. Laut eigenen Angaben sinken damit auch die Druckkosten. Zudem soll ein neues Druckverfahren durch die Kombination mehrerer flüssiger Materialien die Genauigkeit und auch die Qualität der gedruckten Gegenstände verbessern. Die Geschwindigkeitszuwächse erreicht HP durch eine selbst entwickelte synchrone Architektur, die es erlaubt, einen ganzen Bereich gleichzeitig darzustellen, statt wie bisher nur einen einzelnen Punkt.

6. Große Serviceanbieter
Für den 3D-Druck gibt es inzwischen viele große Unternehmen, die ein umfassendes Service- und Produktangebot anbieten. Unter anderem hat Materialise 116 Highend-Maschinen im Portfolio.

7. Wechsel zur industriellen Herstellung
Seit 2003 steigt die jährliche industrielle Produktion aus dem 3D-Drucker stetig. Denn dank neuer Techniken wird der 3D-Druck immer attraktiver für die Industrie. So stieg die Produktion von 2003 bis 2013 um 65,4 Prozent.

Vielseitiger 3D-Druck.

Der 3D-Druck ist für viele Branchen eine Chance für mehr Innovation. Quelle: Inside-3D-Printing-Konferenz Berlin

„In fünf Jahren werden hunderte von 3D-Druckern Teile für Airbus produzieren“, prognostiziert Peter Sander, Vizepräsident von Airbus. Dabei wird jedoch – wie viele erwarten – die klassische Produktion nicht zu 100 Prozent durch den 3D-Druck ersetzt. Aber vor allem für den Prototypen-Bau ist die Technik eine kostengünstige Alternative. Außerdem bietet sie für viele Branchen wie die Raumfahrt eine schnelle und kostengünstig Chance Einzelteile direkt vor Ort zu fertigen.

8. Weltweites Industriewachstum
Mit einer jährlichen Wachstumsrate von 34,9 Prozent erreichte der 3D-Druck-Markt im Jahr 2013 das höchste Wachstum seit 17 Jahren. In den vergangenen 26 Jahren lag das durchschnittliche jährliche Wachstum bei etwa 27 Prozent. In den letzten drei Jahren, von 2011 bis 2013, lag diese Zahl bei 32,3 Prozent.

Im Wohlers Report 2014 wurde der 3D-Druck-Markt in 2013 von allen Produkten und Dienstleistungen mit einem Wert von 3,07 Milliarden Dollar angegeben. Das ist das erste Mal, dass die drei-Milliarden-Dollar-Grenze durchbrochen wurde.

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Autorin: Felicitas Heimann, Redaktion