Security, Bild: pixelcreatures, pixabay

Der VDMA plant einen „Praxisleitfaden Industrie 4.0 – Security“, der insbesondere mittelständischen Unternehmen helfen soll. Bild: pixelcreatures, pixabay

Bereits mit der 2013 veröffentlichten Umfrage des VDMA zu „Industrial Security“ wurde festgestellt, dass Security-Vorfälle in 29 Prozent der befragten Unternehmen zu Produktionsausfällen geführt haben.  Hersteller und Systemintegratoren müssen daher eine sichere IT-Basis schaffen, die die neuen Geschäftsmodelle der Digitalisierung unterstützt und das notwendige Vertrauen in Industrie 4.0 ermöglicht.

„Zu denken gibt uns, dass nur 57 Prozent der Unternehmen einen der gängigen Security-Standards kennen und weniger als ein Drittel diese Standards anwenden“, sagt Steffen Zimmermann, VDMA-Experte für Security. Der VDMA nimmt die Ergebnisse der Studie als Grundlage für die Erstellung des neuen Leitfadens. Zentrale Bausteine sind:

• Mindestanforderungen an die Security zukünftiger Produkte und
 Services des Maschinen- und Anlagenbaus,
• Handlungsempfehlungen für zukünftige Produktionsumgebungen
• Anforderungen an Weiterbildungsangebote für Industrial Security
• Tool zur Selbsteinschätzung des „Status Quo Security “ für KMU.

KMU im Fokus: Security by Design

Der Leitfaden soll es Mittelständlern ermöglichen, konkrete Umsetzungsmaßnahmen spezifisch für Ihre Produkte und Prozesse abzuleiten, und Security bereits in der Entwicklungsphase neuer Produktionsanlagen und Maschinenbauprodukte zu berücksichtigen.

Basis der zu formulierenden Anforderungen sind u. a. die bereits veröffentlichten Ausarbeitungen des VDMA zu „Industrial Security“ sowie die Anforderungen der Normen IEC 62443, VDI 2182 und NAMUR NE153.

„Durch das IT-Sicherheitsgesetz und weltweite Bestrebungen zur Abwehr von Cyberbedrohungen gibt es viel Sensibilität für Security. Unabhängig von gesetzlichen Regelungen ist es spätestens durch Industrie 4.0 an der Zeit, dass sowohl Hersteller von Komponenten als auch Maschinen- und Anlagenbauer eine nachhaltige Security-Politik implementieren und Security als einen Nutzen für Produktionsverfügbarkeit und Unternehmenserhalt statt als Kostenfaktor sehen“, betont Zimmermann.

IT-Sicherheit trifft Industrie

Der VDMA hat bereits 2010 die Arbeitsgemeinschaft Produkt- und Know-how-Schutz gegründet, um innovative Technologien, Lösungen und Dienstleistungen zu Security und Know-how-Schutz zu unterstützen. Dadurch konnte ein industrienahes Netzwerk, beispielsweise durch den Arbeitskreis "Industrial Security", für innovative Produkte und Lösungen geschaffen werden.

Die Veröffentlichung des „Praxisleitfaden Industrie 4.0 – Security“ ist für April 2016 vorgesehen, pünktlich zur Hannover Messe. Unterstützung bei der Erstellung leisten die Mitglieder des VDMA Arbeitskreises „Industrial Security“ sowie die externen Projektnehmer Accessec und Fraunhofer AISEC.