3D-Druck, Bild: Wacker Chemie

Nicht nur in der Automobilindustrie, sondern auch in der Medizintechnik finden sich viele Anwendungen für gedrucktes Silikon. Bild: Wacker Chemie

Silikon schmilzt nicht einfach bei Hitze, sodass die im 3D-Druck übliche thermoplastische Methode nicht eingesetzt werden kann. Stattdessen drückt bei Wacker ein Roboter aus einer Düse 0,6 Millimeter breite und 0,3 Millimeter hohe Silikontröpfchen, die sofort im Anschluss einzeln mit UV-Licht vulkanisiert und damit haltbar gemacht werden. So entsteht Tröpfchen für Tröpfchen, Linie für Linie, Schicht für Schicht das 3D-gedruckte Teil. Eine eigens zu diesem Zweck entwickelte Software sorgt dafür, dass das Endergebnis dem ursprünglichen Konstruktionsplan entspricht.

So können Formteile in Kleinserien mit einer Genauigkeit von 100 Mikrometer ohne die herkömmlich verwendete Spritzgießtechnik produziert werden. Ein teures Werkzeug ist also nicht nötig.

3D-Druck mit Soliconen, Bild: Wacker Chemie
3D-Druck mit Soliconen hat viele Vorteile. Bild: Wacker Chemie

An der Geschwindigkeit des Prozesses wird im Moment mit Hochdruck gearbeitet. Man geht davon aus, bald 100 Gramm Silikon pro Stunde verarbeiten zu können.

Die Einsatzmöglichkeiten sind durch die besonderen Eigenschaften des Silikons vielfältig. Wacker gibt einige Beispiele: Im Automotive-Bereich können wegen der Temperaturbeständigkeit zum Beispiel Stecker oder Schläuche gefertigt werden. Im Medizin-Bereich sieht man durch die Biokompatibilität die Möglichkeit, Implantate individuell zu produzieren – möglicherweise sogar während der laufenden Operation im OP. Durch optimale Passform von Silikon-Teilen sitzen Innenohr-Hörgeräte oder Nasenpolster für Brillen perfekt. Maßgeschneiderte optische Linsen sind ebenso möglich wie Backformen mit individuellem Namenszug oder individuelle Einlegesohlen.