Schwenkgriffsystem, Bild: Emka

Die Stangenführung des Schwenkgriffsystems kann je nach kurzer oder langer Ausführung angeschraubt oder werkzeuglos montiert werden. Bild: Emka

Ein neuer Trend in der Verschlusstechnik betrifft das Industriedesign: Die Zahl der Produktentwicklungen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Damit die Produkte im Wettbewerb bestehen, müssen Funktion, Kosten und Design aufeinander abgestimmt sein. Funktionalität, Schließkomfort und Ergonomie – diese Anforderungen setzen Anwender aus der Industrie bei Verschlusslösungen voraus. Im Einsatz zählt für sie die hohe Funktionalität der einzelnen Komponenten. So müssen Verschluss, Scharniere und Dichtungen sorgfältig aufeinander abgestimmt sein, um eine sichere Funktion und gleichbleibend hohen Schließkomfort zu bieten.

Für die Verschlussbranche ist es daher wichtig, schlaue Lösungen zu entwickeln, die Kunden helfen, beim Bau und bei der Wartung von Steuerungskästen für Maschinen und Anlagen Zeit zu sparen und Materialkosten zu senken. Emka hat diesen Trend zur kosteneffizienten Produktion frühzeitig erkannt und eine Schnellmontageserie aus Polyamid für Gehäuse entwickelt. Ohne den Einsatz von Werkzeug lassen sich Vorreiber schnell und einfach durch patentierte Klippverbindungen montieren und erfüllen damit exakt die hohen Anforderungen der Industrie. Zudem bieten die neuen Vorreiber entsprechend den Vorgaben der Internationalen Schutzklasse IP69 K eine im Vergleich sehr hohe Dichtigkeit.

Vorreibersystem, Emka
Das Vorreibersystem aus Polyamid hält selbst starker Belastung dauerhaft stand. Bild: Emka

„In unserem Technologiezentrum greifen wir aktuelle Trends der Schaltschrankindustrie auf, um die Entwicklung unserer Produkte gemeinsam mit unseren Kunden immer weiter voranzutreiben und nah an den Bedürfnissen der Kunden zu arbeiten“, erklärt Michael Backhaus, Leiter Technologiezentrum bei Emka, die Idee zu dem neuen Verschlusskonzept. Für Maschinenbauer, die große Schaltschränke mit einer Mehrpunktverriegelung besonders sicher verschließen müssen, bietet Emka eine Schwenkgrifflösung mit Komfortschließung, deren Stangenführung je nach kundenindividueller Ausführung angeschraubt oder werkzeuglos montiert werden kann. Darüber hinaus lassen sich die Verschlusslösungen, die einen Öffnungswinkel von bis zu 180 Grad aufweisen, auch mit Hochleistungsscharnieren ohne Stift verbinden.

Weiter verfügen bestimmte Scharniere dieser Baureihe optional über ein einstellbares Drehmoment, wodurch die Klappen in einer bestimmten Position gehalten werden können. In Kombination mit der passenden Dichtung entstehen so bei einer um rund 50 Prozent reduzierten Montagezeit kundenindividuell zugeschnittene Verschlusssysteme.

Ergonomie trifft Design

Klippverbindungen montieren, Emka
Ohne den Einsatz von Werkzeug lassen sich Vorreiber schnell und einfach durch patentierte Klippverbindungen montieren. Bild: Emka

Neben den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und dem Schutz der Steuerung und Elektronik in Schaltschränken erwarten Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau ergonomische und funktionale Bauteile. Schaltschränke müssen sich durch haptisch angenehm gestaltete Griffe selbst bei starker Belastung durch geringen Kraftaufwand dauerhaft zuverlässig öffnen und schließen lassen. In diesem Zusammenhang gewinnt auch das Design von Verschlusstechnik immer stärker an Bedeutung.

Diesen Trend sieht auch Michael Backhaus von Emka: „In den letzten fünf Jahren haben wir deutlich mehr Anfragen nach individuellen Designlösungen erhalten.“ Eine zentrale Anforderung der Auftraggeber ist, die Beschlagteile passend in das Gesamtdesign der jeweiligen Maschine oder des Schaltschranks einzubinden. Gefragt sind Hersteller mit dem notwendigen Expertenwissen und der Innovationsstärke, um diese kundenindividuellen Anforderungen heute und in Zukunft zu erfüllen.

Ausblick

Vorreiber-System 1020, Emka
Das neue Vorreiber-System 1020 besitzt eine sehr hohe Dichtigkeit. Bild: Emka

Im Zeitalter von Industrie 4.0 werden elektromechanische Verschlusssysteme weiter an Bedeutung gewinnen. Diese können vielfach die Sicherheit steigern und vor allem die Schließprozesse vereinfachen und die Überwachungsfunktionen der Betreiber ermöglichen. Im Zuge der Digitalisierung und der damit einhergehenden Vereinfachung von Abläufen sind Hersteller gefordert, Produkte kontinuierlich zu optimieren. „Es kommt nicht nur darauf an, neue Produkte zu entwickeln, sondern diese auch untereinander kombinierbar und damit zukunftsfähig zu gestalten“, sagt Michael Backhaus. „Durch die Entwicklungen im Markt gehen wir davon aus, dass in Zukunft noch mehr Wert auf eine hohe Kompatibilität und Modularität der einzelnen Baugruppen gelegt wird, um Produkte schnell und individuell anzupassen.“ eh