EasyRail Airless, Bild: SKF

Die Spurkranzschmieranlage EasyRail Airless von SKF ist platzsparend am ersten Drehgestell der Wuppertaler Schwebebahn montiert. Bild: SKF

Die Wuppertaler Schwebebahn ist das weltberühmte Wahrzeichen der Stadt und transportiert seit 1901 Fahrgäste in bis zu zwölf Metern Höhe quer durch das Stadtgebiet. Dabei kommt sie oft Wohnhäusern recht nahe und soll deswegen nach dem Willen der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) besonders leise sein. Um dies zu erreichen, setzt die Tochtergesellschaft WSW mobil auf eine Lösung von SKF.

Die Einschienen-Hängebahn fährt auf einem durchlaufenden Stahlgleis in eine Richtung und wendet an den Streckenenden in Schleifen. Die Waggons hängen an ihren Drehgestellen darunter. Radien ab 120 m durchfährt sie mit bis zu 60 Stundenkilometern und damit wesentlich schneller als beispielsweise Straßenbahnen. Die auf der Schiene rollenden Antriebseinheiten bestehen aus jeweils paarweise hintereinander angeordneten Rädern. Im Gegensatz zu herkömmlichen Schienenfahrzeugen haben die Räder der Schwebebahn zwei Spurkränze. Zur Lärmreduzierung sind die Räder mit speziellen Schallabsorbern ausgestattet.

Schwebebahn, Bild: Wuppertaler Stadtwerke / Stefan Tesche-Hasenbach
Am vordersten Drehgestell der neuen Bahn ist das Spurkranzschmiersystem SKF EasyRail Airless montiert. Bild: Wuppertaler Stadtwerke / Stefan Tesche-Hasenbach

Dass die Väter dieser eisenbahntechnischen Sonderlösung „in die Luft gegangen“ sind, liegt an den knappen Platzverhältnissen: Schon Ende des 19. Jahrhunderts war der Stadtkern von Wuppertal, damals noch Elberfeld und Barmen, sehr eng bebaut. Raum für ein öffentliches Verkehrsmittel gab es somit nur über dem Fluss, der der später zusammengelegten Stadt ihren Namen gab. Die Technikbegeisterung der damaligen Zeit und die Aufbruchstimmung im Stahlbausektor führten schließlich zur Umsetzung des ehrgeizigen Projekts. Heute misst das Streckennetz 13,3 Kilometer, zehn davon liegen direkt über dem Fluss. In den Stoßzeiten fahren 22 Waggons, alle zehn Minuten drei Fahrzeuge. Das Traggerüst besteht aus 468 schräggestellten Stützen, zwischen denen die spurführenden Brücken eingebaut sind.

Technische Verjüngungskur

Düsen der PER-Pumpe, SKF
Die zwei Düsen der PER-Pumpe spritzen das Fett bei der Schwebebahn in zwei Richtungen auf beiden Spurkränzen auf und sorgen so für eine gründliche Schmierung. Bild: SKF

Derzeit befindet sich eine „Verjüngungskur“ der beliebten alten Dame in vollem Gange. „In den vergangenen 20 Jahren haben wir das Gerüst umfassend renoviert. Jetzt wird Zug um Zug die komplette Fahrzeugserie erneuert“, schildert Dipl.-Ing. Thomas Kaulfuss, Betriebsleiter Technik Schwebebahn. Zum Einsatz kommen moderne Waggons und ein innovatives Zugsicherungssystem mit Funkkontrolle, wie es beim französischen TGV benutzt wird. Im Pflichtenheft steht aber auch die Verwendung einer effizienten Spurkranzschmieranlage. „Wir fahren in einem sehr engen städtischen Bereich. Unser Ziel ist der Einsatz einer ökologischen Lösung, die die Umwelt schont und die Lärmbelästigung für die Anwohner minimiert“, sagt Kaulfuss.

Begutachten die Schmieranlage, SKF
Begutachten die Schmieranlage EasyRail Airless von SKF mit KFG-Behälterpumpe, PER-Pumpe und LCG-Steuerung im ausgebauten Zustand (v.l.): Ralf Barnat, Werkstattmeister, Thomas Kaulfuss, Betriebsleiter Technik Schwebebahn bei WSW mobil, und Tobias Weber, Account Manager Railway, Lubrication Business Unit bei SKF. Bild: SKF

Bereits seit sieben Jahren arbeitet in einem älteren Waggon eine Spurkranzschmieranlage von SKF. Sie ersetzte zunächst probeweise ein altes System, das mit Druckluft arbeitete. An die Stelle eines Quecksilberschalters, der unpräzise dosierte, trat ein Steuergerät mit Sensor. „Das war aus unserer Sicht ein Quantensprung. Das System reagiert auf Geschwindigkeit und Kurvenfahrten. Bei den neuen Fahrzeugen könnten wir es sogar so programmieren, dass der Spurkranz an jeder beliebigen Stelle der Strecke geschmiert wird“, erklärt Rolf Barnat, Meister in der Schwebebahnfahrzeugwerkstatt. Damit war der Weg geebnet, die SKF Lösung in aktualisierter Version auch in den neuen Wagen einzusetzen. Mittlerweile sind bereits zwei Fahrzeuge damit ausgerüstet und mehrere Testfahrten für Feineinstellungen erfolgreich absolviert. Ende des Jahres sollen die neuen Waggons dann im Dauerbetrieb durch Wuppertal schweben.