Dichtungsringe, Bild: Frog/Fotolia

Nur scheinbar schlicht: Dichtungstechnik verlangt einiges an Hintergrundwissen. Bild: Frog/Fotolia

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, mehr Dichtungs-Know-how ins Haus zu holen oder das Portfolio in diese Richtung zu erweitern?

Das haben wir in der Form noch nicht. Ich denke, was uns auszeichnet, ist das Know-how rund um die Dichtung. Das geht los von der Auswahl der Elastomere bis hin zur Konfiguration der Dichtungsgeometrie. Eine Besonderheit bei der Speichertechnik ist die Frage: Wie kombiniere ich Dichtungen in einem Dichtungssystem miteinander, gerade im dynamischen Bereich? Das kann so weit gehen, dass wir spezielle Ausführungen verwenden, bei denen wir zum Beispiel Standarddichtungen der Hersteller mit speziellen Konstruktionssystemen mechanisch vorspannen, um eine hohe Dichtigkeit zu realisieren.

Mit diesen Themen beschäftigen wir uns sehr intensiv. Und dieses Know-how wird weiter ausgebaut. Wir haben entsprechende Möglichkeiten bei uns im Hause, angefangen von FEM-Analysen bis hin zum praktischen Versuch auf dem Prüfstand. Aber Richtung Produktion werden wir uns nicht entwickeln.

Frank Fuchs von Roth Hydraulics, Bild: ke NEXT/do
Frank Fuchs von Roth Hydraulics, Bild: ke NEXT/do

Ist da nicht einiges an Vertrauen nötig, um in der Entwicklung so eng mit einem Lieferanten zusammenzuarbeiten?

Es braucht in der Tat Vertraulichkeit auf beiden Seiten. Und es ist auch so, dass wir häufig Standarddichtungen in Zusammenarbeit mit den Herstellern weiterentwickeln, sei es von der Geometrie, sei es von den Werkstoffen her. Und diese sind dann für uns explizit geschützt. Verständlich, da wir sehr viel Know-how und Aufwand hineinstecken. Wir arbeiten nur mit Herstellern zusammen, mit denen eine vertrauensvolle und meist langjährige Zusammenarbeit besteht, die natürlich vertraglich geregelt ist auf der einen Seite, auf der anderen Seite muss sie aber auch gelebt werden. Bei den Herstellern, mit denen wir zusammenarbeiten, ist das gegeben.

Erschwert Ihnen das nicht den Anbieterwechsel? Denn diese neue Beziehung müssten Sie ja erst wieder ausprobieren.

Das ist richtig. Aber mit einem Hersteller lange zusammenzuarbeiten, schließt ja nicht aus, dass man sich auf dem Markt umschaut, ob es interessante oder alternative Ansätze gibt. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass die Innovationen, die vorgestellt werden, sich auch sehr gut abbilden lassen mit den Lieferanten, mit denen wir zusammenarbeiten. Da haben wir schon verlässliche und auch innovative Partner, die mit neuen Ideen auch mal an uns herantreten und diese in der Diskussion mit uns auch weiter entwickeln.