Dichtungsringe, Bild: Fotolia/fotofabrika

In der Konstruktion kommt es oft auf Details bei der Auswahl der Komponenten an: Funktioniert die Dichtung nicht, arbeitet auch die vernetzte, neue Maschine nicht korrekt. Bild: Fotolia/fotofabrika

Wenn in wenigen Wochen die Hannover Messe 2017 ihre Tore öffnet, wird es dort wieder von vernetzungsfähigen Bauteilen, Industrie-4.0-Anwendungen und Digitalisierungsmöglichkeiten wimmeln. Bei allem automatisierten Conidition Monitoring und Predictive Maintenance, werden jedoch auch die Komponentenhersteller ihre neuesten Entwicklungen zeigen. Gerade bei der Motion Drive & Automation (MDA), die nur alle zwei Jahre stattfindet, werden viele Innovationen bei Komponenten der Antriebs- und Fluidtechnik zu sehen sein.

Für Konstrukteure aus dem Maschinen- und Anlagenbau eine gute Gelegenheit, um mehr über die neuesten Entwicklungen und aktuelle Anforderungen bei wichtigen Komponenten, wie den Dichtungen, zu erfahren.

Die nächste, beste Lösung

Wer sich bei den Herstellern von Dichtungen umhört, der merkt schnell, dass sich da einiges tut. Außerdem ist schnell erklärt, warum es sich für Konstrukteure lohnt, sich mit dieser Komponente genauer zu beschäftigen. Denn was hilft es, wenn die Maschine zwar vernetzt ist und in einer smarten Fabrik steht, dort aber andauernd ausfällt, weil die Dichtungen nicht richtig dimensioniert wurden.

Sowohl die Hersteller von Dichtungen wie auch die Forscher an den Universitäten in Deutschland entwickeln Dichtungen ständig weiter. Längst geht es da um mehr, als die schnelle Massenware, auch wenn diese immernoch stark nachgefragt wird und einen wichtigen Bestandteil des Produktportfolios ausmacht.

Forschung und Entwicklung in Deutschland stehen unter Druck. Denn auch in anderen Ländern wird intensiv an der Weiterentwicklung der Dichtelemente gearbeitet und auch dort wird darüber nachgedacht, wie das Maschinenelement durch die Möglichkeiten der Digitalisierung intelligenter gemacht werden können. So entsteht in Asien derzeit Konkurrenz, denn dort wollen beispielsweise die Chinesen auch bei der Dichtungsherstellung weg von der massenhaften Billigfertigung, hin zur Herstellung von hochwertigen Produkten. Die Alleinstellungsmerkmale der deutschen Entwickler in Sachen Innovationskraft und Qualität müssen deshalb ständig verteidigt werden.

Und auch deshalb feilen die Entwickler an immer neuen Möglichkeiten, um noch bessere Dichtungslösungen anbieten zu können. Die Herausforderungen, die das C-Teil Dichtung heute meistern muss, entspringen oft den gestiegenen Anforderungen an die Maschinen. Auch da zeigt sich die Bedeutung der Digitalisierung, die die Industrie noch schneller und effizienter machen will. Durch längere Laufzeiten in den Fabriken, die Herausforderung ständiger Verfügbarkeit der Maschinen oder die Vorgabe immer kompakter zu bauen, steigen die Anforderungen an die Maschinenelemente. Dafür braucht es passgenaue Dichtungen, die dennoch mit verschiedenen Fluiden, Temperaturschwankungen und unterschiedlichen Bauraumgrößen zurecht kommen.

Was ist eine Dichtung 4.0?

Die intelligente Dichtung oder die Dichtung 4.0, so sagen die einen, ist längst da. Denn die Dichtungen gibt es schon, in denen Sensoren den Verschleiß der Komponenten melden. In der Automobilproduktion kommen außerdem heute schon Rotationsdichtungen zum Einsatz, die die Funktion der Tachowelle übernehmen und direkt mit dem Instrumentenbrett kommunizieren. Darüber hinaus würden bei den hermetischen Dichtungen intelligente Lösungen angeboten, die eine Vakuumkammer mit eingebautem Sensor beinhaltet. So sollen Leckagen schnell detektiert werden und der vernetzte Sensor übermittelt ein entsprechendes Signal an das überwachende System.

Andere wenden ein, bei solchen Lösungen handele es sich nicht um eine Dichtung 4.0. Denn genau genommen wird die Leckage bei der intelligenten, hermetischen Dichtung nicht durch die Dichtung selbst erkannt, sondern durch den Sensor, der sich im Raum hinter der Dichtung befindet. Gleiches gilt für die aufbaugleiche Anwendung in der Reifendruckanlage mobiler Maschinen aus der Landwirtschaft. Je nachdem auf welchem Boden die Maschione fährt, soll durch das System der Reifendruck reguliert werden.

Eines zeigt die aktuelle Diskussion jedenfalls: Was mit Dichtung 4.0 genau gemeint ist, ist noch offen. Über die neuesten Trends bei den Dichtungen, die häufigsten Konstruktionsfehler und Dichtungstipps berichtet ke NEXT nächste Woche in einem Special.

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