Mit Sicherheit leichter 1

Der Einsatz von Bremsscheiben aus Carbon-Keramik in der automobilen Oberklasse geht weiter. Im Audi Q7 V12 TDI verrichtet die derzeit größte Bremsscheibe von SGL Brakes mit 420 mm Durchmesser ihren Dienst und erhöht neben dem Komfort vor allem die aktive Sicherheit.

Schon seit zwei Jahrzehnten treibt Audi den Fortschritt in der Dieseltechnologie voran. Im SUV Q7 präsentierte die Marke mit den vier Ringen den ersten V12-TDI in einem Pkw. Der Diesel, der aus sechs Liter Hubraum schöpft, verleiht dem Modell Q7 V12 TDI quattro mit 368 kW (500 PS) Leistung und 1000 Nm Drehmoment die Fahrleistungen eines Sportwagens.

Entsprechend mächtig musste auch die Zweikreisbremsanlage im 20-Zoll-Format mit diagonaler Aufteilung ausgelegt werden. Ihre innenbelüfteten Scheiben sind aus kohlefaser-verstärkter Keramik gefertigt – sie zeichnen sich durch geringes Gewicht, standfeste Leistung und minimalen Verschleiß aus. Wie bei einem Hochleistungssportwagen packen Achtkolbensättel die Scheiben an der Vorderachse an, an der Hinterachse sind Bremsen mit jeweils vier Kolben im Einsatz. Die Sättel sind titangrau lackiert, die vorderen tragen den Schriftzug „Audi ceramic“.

Verbessertes Fahrverhalten
Ein konventionelles Bremssystem würde den bis zu 250 km/h schnellen SUV zwar auch abbremsen, aber den Komfort-Ansprüchen nicht genügen: Die thermische Belastung kann bereits nach wenigen, sehr harten Folgebremsungen des rund 2500 kg schweren Fahrzeugs so hoch werden, dass Gefüge-Umwandlungsprozesse an der Oberfläche von Grauguss-Scheiben auftreten und sich Unregelmäßigkeiten bilden. Der Fahrer nimmt das beim Bremsen als unangenehme Lenkrad-Schwingungen oder als Bremsenrubbeln wahr. Carbon-Keramik-Bremsscheiben stecken dagegen sogar thermische Belastungen oberhalb von 800 °C klaglos weg. Sie können bis auf 1300 °C erhitzt werden, ohne ihr Materialgefüge zu verändern.

Darüber hinaus schätzen Fahrwerk-Entwickler einen weiteren Vorteil: Carbon-Keramik-Bremsscheiben wiegen im Vergleich zu Grauguss-Scheiben nur etwa die Hälfte. Das heißt, an der Vorderachse lediglich je 9,5 kg, obwohl dort die größte von SGL Brakes produzierte Scheibe (420 x 40 mm) eingesetzt wird. An der Hinterachse, an der durch die dynamische Entlastung beim Verzögern geringere Bremsleistungen erforderlich sind, sitzen 370 Millimeter große und 30 Millimeter dicke Carbon-Keramik-Bremsscheiben. Ihr Gewicht beträgt jeweils nur 7,2 kg. Damit sparen die Carbon-Keramik-Bremsscheiben insgesamt fast 30 kg gegenüber Grauguss ein. Diese Gewichtseinsparung ist vorteilhaft für Verbrauch, Emissionen und führt durch eine Reduzierung der ungefederten Massen zu einem verbesserten Fahrverhalten.

Mit dem jüngsten Auftrag setzt Audi seine langjährige Partnerschaft mit SGL fort. Bereits für die 12-Zylinder-Ver-sion des A8 konnten seit Spätsommer 2005 die innovativen Verzögerer als Sonderausstattung bestellt werden. Die Modelle S8, R8 und RS folgten.