Steigende Preise und die abnehmende Verfügbarkeit fossiler Brennstoffe stärken den Ausbau der Erzeugung von Bioenergie. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz fördert dies zusätzlich.

Nachwachsende Rohstoffe sind land- und forstwirtschaftlich erzeugte Produkte, die nicht als Nahrungs- oder Futtermittel Verwendung finden. Sie werden stofflich, aber auch zur Erzeugung von Wärme, Strom oder Kraftstoffen genutzt“, so lautet die Definition der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR).

Aus nachwachsenden Rohstoffen wird dann Biomasse hergestellt, aus der wiederum die sogenannte Bioenergie gewonnen wird. Mit 69 % leistet Biomasse den größten Beitrag zur Endenergie aus regenerativen Quellen. Sie wird vor allem zum Heizen genutzt. Aus Biomasse, in erster Linie Holz, kommen 93 % der regenerativen Wärme. Während bei der Stromerzeugung die Windkraft eindeutig dominiert, wurde 2007 erstmals mehr Strom aus Biomasse als aus Wasserkraft bereitgestellt. Im Kraftstoffsektor ist die Biomasse derzeit die einzige regenerative Quelle.

Bioenergie leistet auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Denn Biomasse gibt bei der Nutzung nur die Menge Kohlendioxid in die Atmosphäre wieder ab, die die Pflanzen aus der Atmosphäre entnommen haben, um wachsen zu können. Durch die Nutzung erneuerbarer Energien konnten die CO2-Emissionen 2008 um 111,6 Millionen t reduziert werden, davon allein rund 57,2 Millionen t (51 %) durch die Nutzung von Biomasse.

Unter den erneuerbaren Energien sorgte Bioenergie 2008 mit etwa 37 % für den größten Umsatz. Mehr als 10 Milliarden Euro wurden aus der Errichtung von Bioenergieanlagen und deren Betrieb erzielt. Und auch als Wirtschaftsfaktor spielt die Branche eine wichtige Rolle. Von den insgesamt 278 000 Menschen, die im Jahr 2008 im Bereich der erneuerbaren Energien beschäftigt waren, entfielen 96 000 (34,5 %) auf den Bioenergie-Sektor. Im vergangenen Jahr wuchsen auf rund zwei Millionen Hektar, was knapp 17 % der Ackerflächen Deutschlands sind, nachwachsende Rohstoffe. Zusätzlich liefern die 11,1 Millionen Hektar Wald, die ein Drittel der bundesdeutschen Fläche ausmachen, Holz für die Industrie und die Energieversorgung.

Laut der FNR stellen Energiepflanzen den Hauptteil der in der Landwirtschaft insgesamt produzierten nachwachsenden Rohstoffe. Durch die flächenmäßige Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht die saubere Energie aber teilweise in der Kritik. Aufgrund der kontinuierlichen Verfügbarkeit und der Speicherbarkeit eignet sich Bioenergie und damit auch der Bioenergieträger Biogas im Energiemix der erneuerbaren Energien zum Ausgleich kurzfristiger Schwankungen im Stromangebot der Wind- und Sonnenenergie.

Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fördert die Bundesregierung die Produktion von Strom aus Biomasse. Die Biomasseverordnung stellt im Rahmen des EEG klar, welche Stoffe und technischen Verfahren eingesetzt werden können und welche Umweltanforderungen einzuhalten sind. Weitere Maßnahmen wie das Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien fördern die verstärkte energetische Nutzung der Biomasse insbesondere für die Wärmebereitstellung.

Aktuell wird die Nachhaltigkeitszertifizierung thematisiert. Die EU-Erneuerbare-Energien-Richtlinie sieht vor, dass zukünftig nur noch nachhaltig erzeugte Biomasse zur Strom- und Kraftstofferzeugung eingesetzt werden darf. Deutschland hat die Richtlinie in zwei Verordnungen umgesetzt, die im vergangenen Jahr in Kraft getreten sind. Nach Ablauf der Übergangsfrist am 1. Juli 2010 muss nachgewiesen werden, dass die eingesetzte Biomasse nicht zur Zerstörung ökologisch wertvoller Flächen beiträgt und sich der Treibhausgas-Ausstoß deutlich vermindert.