Ein neuer Standard im Schlauchbereich 1

Druckbereich, leichte Verlegung, Abriebfestigkeit, Biegeradius, Gewicht und Medium: Der neu entwickelte Compact-Spiral-Schlauch erfüllt alle aktuellen Anforderungen. Dieses neuartige Konzept stellt einen wichtigen Durchbruch in der Schlauchtechnologie seit der Einführung des No-Skive-Konzeptes dar.

In der Vergangenheit sind von Schlauchherstellern nur Anpassungen der technischen Parameter an die Bedürfnisse der Industrie vorgenommen worden. Hier ein paar Millimeter weniger Biegeradius, dort eine leichte Korrektur der Dimension oder ein Angleichen an neue, höhere Pumpendrücke sowie bessere Abriebwerte der Außendecke. Von einem technischen Durchbruch oder gar einem Quantensprung in den Leistungsgrenzen der Schlauchtechnologie konnte bislang keine Rede sein.

Die Problematik kennt jeder Techniker: Die neu zu konstruierende Maschine der nächsten Generation soll besser, kompakter sowie für eine lange Lebensdauer ausgelegt sein. Und kostengünstiger soll das Nachfolgemodell aufgrund des Wettbewerbsdruckes auch sein. Mit dem neuen Multispiralschlauch Compact Spiral hat Parker Hannifin nun ein weltweit verfügbares Produkt für die Produzenten von stationären und mobilen Maschinen mit besonders herausfordernden Anforderungen entwickelt, wie der Hersteller betont.
Der Spiralschlauch Compact Spiral hat die Eigenschaften eines Stahldrahtgeflechtsschlauches. Signifikant weniger Gewicht, kleinere Abmessungen und eine bislang unerreichte Flexibilität seien gepaart mit engsten Biegeradien. Diese Kombination der Extreme sollte allerdings nicht zu einem Kompromiss bei der Lebensdauer der Schlauchtypen 787TC (35,0MPa, 5000psi) und 797TC (42,0MPa, 6000psi) führen.

Langlebigkeit getestet und bestätigt
Durch zwei Millionen Impuls-Prüfzyklen bei 133 Prozent des maximalen Auslegungsdruckes und 125°C Medientemperatur auf den Impulsprüfständen wurde die Langlebigkeit getestet und bestätigt. Der neue Schlauch hat alle Tests mit herausragenden Prüfergebnissen bestanden.

Parker hat dazu eigene Gummimischungen entwickelt. Das neue, speziell für den Compact-Spiral-Schlauch entwickelte Gummi-Elastomer für die Produktion der Schlauchseele ist inzwischen zum Patent angemeldet. Der Compact Spiral biete mit 5000 und 6000 PSI eine einzigartige Schlauchleistung im Compact-Design. Mühelose Verlegung, einfacher Einbau, die kompakte und leichte Konstruktion sowie die längere Lebensdauer reduzierten Material-, Instandhaltungs- und Inventurkosten beim Kunden, so der Hersteller.

Auf den neuen Schlauch wurde eine Armaturenserie abgestimmt, die bei beiden Schlauchtypen eingesetzt wird. Für die verfügbaren Anschlussformen stehen alle gängigen Konfigurationen bereit, auf Kundenwunsch werden Varianten gefertigt. Aus Sicherheitsgründen ist die Armaturenkonstruktion mit einer Interlock-NoSkive-(Bite the Wire)-Technologie versehen, die auch als Ausreiß-Sicherung oder Sicherheitsgreifzone bekannt ist. Fehlerpotenzial durch das Innen- wie auch Außenschälen des Schlauches vor der Montage der Armatur entfällt.

Die verbesserte Haltekraft der Kon-struktion verhindert damit ein Ausreißen der Armatur aus dem Schlauch, auch unter extremen Bedingungen. Die den Elastomer-Experten bekannten Compression-Set-Probleme werden durch eine entsprechende Dichtigkeitszone in der Armaturenkonstruktion vermieden.  

Schlaucharmaturen von Parker werden als Einheit gefertigt, Hülse und Nippel sind bereits vorgefertigt und zur einteiligen Komponente zusammengefügt. Somit ist eine falsche Zuordnung von Nippel und Hülse durch den Konfektionär hundertprozentig ausgeschlossen. Die neuen Spiral-Compact-Schläuche sind ausgelegt nach Grade-D- und Type-DC-Typen-Klassifikation in der ISO 18752 und damit den höchsten Anforderungen in dieser Norm.

Viele Hersteller sind bereits dazu übergegangen, die ISO-Standards in ihre Konstruktionsabteilungen und Produktionsprozesse zu integrieren. Dies ermöglicht Verkauf und Service weltweit. Die im Jahr 2006 veröffentlichte ISO 18752 ist immer noch recht jung, sowohl in Europa als auch in den USA. Traditionell sind die Schlauch-Standards in erster Linie von den Schlauchherstellern beeinflusst worden. Die ISO 18752 dagegen reflektiert mehr die wirkliche Auslegungspraxis des zu erstellenden Hydraulikkreislaufes, basierend auf der Leistungscharakteristik und den benötigten Druckwerten des jeweiligen Maschinenherstellers.

Der Hydraulikschlauch in der ISO 18752 ist in verschiedene Klassen entsprechend der jeweiligen Impulsdruckfestigkeit eingestuft worden. Es bestehen vier Klassen, die jeweils nach dem Außendurchmesser in so genannte Standards (AS/BS/CS) oder auch Compact-Qualitäten (AC/BC/CC/DC) sortiert sind. Jede Klasse (Grade) definiert ihre spezifische Mindestanzahl von Impuls-Zyklen, welche der Schlauch bei vorgegebener Temperatur und Impulsdruck zu erreichen hat (siehe Tabelle).

Zwei Millionen Zyklen bestanden
Die Schlauchtypen 787TC und 797TC erfüllen nach diesem Test nicht nur die Mindestanzahl von einer Million Zyklen in Klasse D (Type DC), sondern haben beide auch erfolgreich die Prüfung bei zwei Millionen Zyklen bestanden – und ein damit 100 Prozent besseres Ergebnis unter Einsatz eines gleichzeitig wesentlich kleineren Biegeradius während der Prüfung erreicht. Weitere Testergebnisse haben gezeigt, dass die neuen Compact-Spiral-Schläuche signifikant länger leben als herkömmliche Produkte. Besonders in Einsatzfällen, in denen eine hohe Anzahl von Impulszyklen mit zum Teil extremen Druckspitzen in einer sehr kurzen Zeitspanne erfolgen, wie beispielsweise an Kunststoffspritzmaschinen, sei dieser Schlauch verwendbar. Hier könnten die neuen Schlauchprodukte von Parker Kundenanwendungen produktiver und rentabler machen.

Parker vereint unter dem Dach der Fluid Connectors Group Europe die Verbindungstechnik der Produktmarken Ermeto, Legris Transair, Legris Connectic, Legris Autoline, Polyflex, ITR, Rectus und Tema. Ob Schläuche, Verschraubungen oder Armaturen – Parker biete das umfassendste Angebot in der Verbindungstechnik, das von einem einzelnen Lieferanten erhältlich ist, verspricht der Hersteller.

Neben Schlauchsystemen sei das Unternehmen auch bei Schnellverschluss-Kupplungen führender Lieferant von Systemen für Niedrig-, Mittel- und Hochdruckanwendungen. Schwachstelle in der Mobilhydraulik bilde oft die Schnellverschluss-Kupplung. Mit der neuen Generation der Tema-FF-Serie offeriere Parker eine FlatFace-Schnellverschluss-Kupplungsserie, die zuverlässig Leckagen und Tropfenbildung beim Kuppelvorgang verhindert.

Für die Mobil-Hydraulik
Die Serie eignet sich besonders für Anforderungen in der Mobil-Hydraulik. Die erste FlatFace-Schnellverschlusskupplung ist einsetzbar mit einem Arbeitsdruck bis 800 bar (Größe: 1/4”) und einem Durchfluss von 500 l/min (Größe: 1” bei 2 bar Druckabfall). Das kundenspezifisch entwickelte Schnellwechsel-System ermögliche Anwendern von schweren Baumaschinen, Anbaugeräte mit minimaler Rüstzeit und ohne Verlassen der Kabine zu wechseln.

Im Bereich Verschraubung fertigt Parker weichdichtende Hochleistungsrohrverschraubungen als Teil des Parker-Dry-Technology-Programms und traditionelle, metallisch dichtende Rohrverschraubungen. Das Flanschverbindungssystem Parflange F37 für Rohrleitungen von 38 bis 140 mm Außendurchmesser und Wanddicken bis zu 7 mm erweitert die bislang bis zu 42 mm Durchmesser reichenden Verbindungssysteme von Parker. Die Systeme sind ausgelegt für Drücke bis 420 bar.

Im Rahmen der bauma 2010 stellt Parker energieeffiziente und robuste Produkte für den Einsatz in Baumaschinen und der Mobilhydraulik aus den Bereichen Hydraulik, Filtration und Verbindungstechnik vor. Dazu gehören unter anderem energieeffiziente Motoren, die für die Kühlung oder als Antriebe für Winden oder Sägen  eingesetzt werden können.

Darüber hinaus unterstützt Parker Hersteller und Endkunden mit Filter- und Condition Monitoring-Lösungen, kompakten und gleichzeitig haltbaren Schlauchsystemen sowie individuell abgestimmten Systemlösungen und Dienstleistungen – ob für den Bergbau, bei Bohrungen, in Nutz- und Arbeitsmaschinen oder im Bereich Erdbewegungen.

Technik im Detail
Multispiralschlauch Compact Spiral
Die wichtigsten Merkmale der neuen Parker-Schlauchtypen 787TC (5000 PSI) / 797TC (6000 PSI):

  • Hydraulikflüssigkeiten auf Mineralölbasis und Schmieröle von -40 bis 125 Grad C
  • ½ Biegeradius im Vergleich zu Standard SAE Typen 100R13/15
  • 1/3 weniger Biegekraft bei der Verlegung
  • rund 1/3 kleinere Außendurchmesser
  • doppelter Impulsdruck für längere Lebensdauer – 2 000 000 Testzyklen
  • Flex-Impulstest geprüft
  • konstanter Druck durch alle Nennweiten
  • geringeres Gewicht