Foto: wichmann0@pixabay.de

Foto: wichmann0@pixabay.de

Wer sein gebrauchtes Auto verkaufen möchte, hat derzeit gute Chancen: Nach wie vor kaufen die Deutschen lieber gebraucht als neu. Die meisten privaten Verkäufer beschäftigt vor allem die Frage nach dem richtigen Preis. Wie findet man heraus, was der Gebrauchte noch wert ist? Und wie holt man das Beste aus dem Alten heraus?

Wert vom Profi schätzen lassen

Den ungefähren Wert eines Fahrzeugs als Laie realistisch einzuschätzen ist kompliziert. Dabei ist der Verkaufspreis enorm wichtig: Setzt man zu hoch an, möchte niemand kaufen, verlangt man zu wenig, verschenkt man Geld. Für eine ungefähre Vorstellung kann man die kostenlosen Schätzlisten von DAT, Schwacke oder ADAC zur Hilfe nehmen, in denen alle gängigen Fahrzeuge mit ihrem durchschnittlichen Wert gelistet werden. Auf Sonderausstattung und tatsächlichen Zustand gehen diese Listen allerdings nicht ein – sie dienen eher als Anhaltspunkt. Auch möglich wäre es, den Wagen bei verschiedenen Gebrauchtwagenhändlern vorzufahren und sich deren Kaufangebote anzuhören. Natürlich bieten erfahrene Profis sehr viel weniger, als man beim Privatverkauf verlangen könnte – bis zu 15 % tiefer setzen sie an, um ihre eigenen Kosten zu decken und beim Weiterverkauf Gewinn zu erzielen.

Foto: wichmann0@pixabay.de

Foto: wichmann0@pixabay.de

Eine interessante Alternative hierzu ist eine online Kfz Bewertung. Auch hier schätzen professionelle Autohändler den aktuellen Wert des Fahrzeugs ein. Kostenlos und ohne Verpflichtungen erhält man eine individuelle Einschätzung, die sehr viel präziser als die kostenfreien Schätzlisten aus dem Internet ist. Sogar defekte Fahrzeuge, die im Grunde genommen nur noch Schrottwert haben, kann man beim Onlineanbieter bewerten lassen. Und auch bei etwas älteren Fahrzeugen lohnt der kostenlose Dienst: Die Preislisten von Schwacke und DAT werden für Gebrauchtwagen ab einem Alter von 12 Jahren zunehmend ungenauer, sodass sie nur noch bedingt hilfreich bei der Preisfindung sind.

Den Gebrauchten aufwerten

Zugegeben, eine optische Verjüngungskur wird beim professionellen Autohändler keinen allzu großen Unterschied machen – hier spielen Zustand und Ausstattung die Hauptrolle. Doch beim Laien spielt der Gesamteindruck eine nicht zu unterschätzende Rolle. Private Käufer kennen sich meist nur oberflächlich mit der Technik des Fahrzeugs aus und bewerten den Zustand daher verstärkt anhand des Aussehens. Deshalb kann man mit einem sauberen und gepflegt wirkenden Gebrauchtwagen in der Regel deutlich höhere Preise erzielen.

So wird der Gebrauchte fit für die erste Besichtigung:

  • Außenreinigung: Für eine bequeme, gründliche Reinigung von außen bietet sich der Besuch in einer Waschanlage an.
  • Politur: Zwar ist es ein wenig Arbeit, doch ein glänzender Lack wirkt sehr viel ansprechender. Zudem können verblasste Farben so wieder belebt werden.
  • Innenraum: Das Innere des Fahrzeugs wird gründlich gesaugt, Verkleidungen und Scheiben mit einem feuchten Tuch gereinigt – Kofferraum nicht vergessen.
  • Textilien: Sind die Sitzbezüge hartnäckig verschmutzt, hilft ein spezieller Polsterreiniger, für die Teppichverkleidung im Fußraum eignet sich handelsüblicher Teppichreiniger.

Neben äußerlichen Maßnahmen lohnt es sich zudem, vor dem Verkauf einen Kundendienst ausführen zu lassen. So kann man mit gutem Gewissen angeben, dass das Fahrzeug technisch noch einwandfrei ist. Eventuell bietet es sich sogar an, den Gebrauchten zuvor noch beim TÜV vorzustellen: Läuft die aktuelle Zulassung in den nächsten Monaten aus, kann dies Misstrauen erwecken und abschrecken. Hat das Fahrzeug jedoch noch für die nächsten Jahre eine TÜV-Plakette, wirkt es auf Kaufinteressenten entschieden positiv – und damit steigt auch die Aussicht auf einen höheren Verkaufspreis.