Agritechnica 2015, Bild: DLG

Großes Gedränge um die PS-starken Exponate der Agritechnica 2015. Bild: DLG

In seiner Eröffnungsrede zur größten Landtechnikmesse der Welt sprach DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer eine Besonderheit der Branche an: „Es gibt wohl kaum einen Technologiebereich, dessen technische Errungenschaften von einer ähnlich breiten weltweiten Community inspiriert werden. Hinter den Entwicklungen, die in diesen Tagen in glänzende Maschinen geschmiedet, gepresst und geschraubt sind, stehen begeisterte Ingenieure, aber auch Erfahrungen und Impulse von hunderttausenden von Agrarunternehmern in aller Welt. Es sind Ideen, die in der staubigen, in der anstrengenden Wirklichkeit der landwirtschaftlichen Praxis entstehen, dort, wo jeder Quadratmeter, jedes Feld, jede Region, jeder Kontinent anders ist, jeder Tag mit seinem Wetter, jedes Jahr mit seinen klimatischen Verwerfungen.“

Doch so manches Exponat der Messe scheint sehr weit weg von gerade dieser staubigen Wirklichkeit entwickelt worden zu sein. Der Trend geht hin zu Landwirtschaft 4.0 und Precision Farming. „Landwirtschaft ist eine Herausforderung an unseren Einfallsreichtum. Gebraucht werden Instrumente, die Entscheidungen unterstützen und Teilprozesse automatisieren. Genau dies ist heute Stand der Technik: Sensorgestützte Informationsgewinnung, satellitenbasierte Orientierung und bisher unvorstellbare Präzision durch elektronische Steuerungssysteme“, schilderte Bartmer die Themen, die die Agritechnica 2015 im Fokus hatte. Das scheint beim Fachpublikum anzukommen.

Von Seiten der Messe heißt es, die Investitionsbereitschaft der Landwirte und Lohnunternehmer sei höher als im Vorfeld erwartet gewesen. Laut einer Besucherumfrage der Messegesellschaft, wollen mehr als zwei Drittel von ihnen in den nächsten beiden Jahren investieren. Dabei stünden Erweiterungs- und Ersatzinvestitionen im Fokus.

Wunsch und Wirklichkeit

Dabei sind die Wünsche, die Landwirte an die Hersteller von Landmaschinen haben, häufig sehr bodenständiger Natur. In einer Umfrage, die ke NEXT TV auf der Agritechnica 2015 durchgeführt hat, machten die Landwirte deutlich, dass sie zu viel Elektronik in ihren Maschinen eher kritisch gegenüberstehen und vielmehr praktische Low-Tech-Lösungen bevorzugen würden, wie etwa eine Ablagemöglichkeit für einen Werkzeugkasten oder die Integration eines Wassertanks, um sich während der Feldarbeit auch einmal die Finger waschen zu können.

Das sagen Landwirte zu Condition Monitoring (Quelle: ke NEXT TV)

Komfort ist generell ein wichtiger Punkt für viele Landwirte. Ein Thema, dem zum Beispiel Weber-Hydraulik eine Neuentwicklung gewidmet hat: Ein Kabinenfederungssystem, mit dem es sich das Unternehmen ausdrücklich zum Ziel gemacht hat, den Nutzer-Komfort zu steigern. Die Federung ermöglicht es, die Fahrerkabine von Traktoren auf einem stets ausgeglichenen Niveau zu halten – selbst bei starken Bodenunebenheiten oder auf abschüssigem Untergrund. Das macht eine unter der Kabine des Traktors angebrachte Hydraulik möglich. Auf diese Weise lassen sich Tätigkeiten im abschüssigen Gelände bei gleichbleibender Sicht und deutlich reduzierten Bewegungen der Fahrerkabine ausführen. Ein weiterer Vorteil, der auf der intelligenten Technik gründet, liegt zudem im verminderten Fahrzeugverschleiß.