Thomas Langensiepen
Thomas Langensiepen ist Division Manager Central Europe bei Proto Labs. Das Thema von Proto Labs auf der Euromold: Auch für den europäischen Markt bietet das Unternehmen nun additiv gefertigete Teile an. Bild: ke NEXT / jl

Was gibt es Neues bei Proto Labs?

Bei uns geht es ja immer drum, dem Kunden schnell Teile zur Verfügung zu stellen, und wir haben in der Vergangenheit zwei Verfahren angeboten: Zum einen das Spritzgussverfahren, zum anderen das CNC-Verfahren. Jetzt haben wir das Portfolio erweitert. Wir haben im letzten Jahr die Firma Fineline in den USA akquiriert, die sich mit dem kompletten Portfolio der additiven Fertigung beschäftigt, und diese Verfahren werden wir jetzt nach und nach auch nach Europa bringen. Wir haben in diesem Jahr begonnen die Stereolitographie in Europa anzubieten und werden in den kommenden Monaten auch SLS und DMLS anbieten – also das komplette additive Produktportfolio. Wir wollen dem Kunden die Möglichkeit geben, basierend auf einem 3D-CAD-File aus dem kompletten Produktportfolio sehr einfach und interaktiv am System auszuprobieren, welches für ihn das optimale Verfahren ist.

Woran kann sich ein Konstrukteur orientieren, um das geeignete Verfahren auszuwählen?

Da gibt es eine ganze Reihe von Parametern, die man ins Kalkül mit einbeziehen muss: welche Stückzahl braucht der Kunde? Welches Material braucht er? Welche Genauigkeit müssen die Teile haben und wie schnell muss er die Teile haben? Das ist individuell sehr verschieden. Da wir eine Bandbreite an Dienstleistungen haben, sind wir in der Lage mit unserer technischen Beratung, den Kunden auch das Optimale anzubieten. Wir nehmen uns zwar nicht viel Zeit für die Produktion, aber für die Beratung nehmen wir uns viel Zeit, um dem Kunden das Richtige anzubieten. Das wird sehr wertgeschätzt.

Werden additive Verfahren einmal die anderen vollkommen verdrängen?

Das kann ich klar verneinen. Ich denke, alle Verfahren haben ihre Berechtigung. Daher werden wir auch diese Verfahren weiterhin alle anbieten. Wir werden sicherlich noch weitere Verfahren hinzunehmen. In den USA bieten wir beispielsweise schon Metal Injection Molding an. Wir sind da noch nicht am Ende, es kommen noch ein paar Dinge. Aber jedes dieser Verfahren hat seine Berechtigung. Es gibt Teile, die von der Geometrie her so komplex sind, dass Sie sie nicht CNC-bearbeiten können, und diese können Sie nur im additiven Verfahren fertigen. Dann gibt es Dinge, die müssen Sie im Spritzguss machen, und es gibt auch welche, bei denen ist Fräsen oder Drehen angesagt. Da wir diese ganze Bandbreite abdecken wollen, werden wir auch diese Dienstleistungen weiter anbieten.

Die Fragen stellte Julia Lansen, Redaktion