| von Julia Lansen
Franz Öhlert, Bild: Franke
Franz Öhlert beschäftigt sich in der Entwicklungsabteilung bei Franke mit dem 3D-Druck. Bild: Franke

Das Unternehmen Franke hat vor einiger Zeit beschlossen, Leichtbaulagerringe im 3D-Druck-Verfahren herzustellen. Mittlerweile ist die Komponente marktreif. Franz Öhlert von Franke erklärt, was es damit auf sich hat.

Im April 2016 waren Sie mit Ihren Leichtbaulagerringen in Sachen 3D-Druck auf dem Prototypen-Stand. Wie weit sind Ihre Entwicklungen aktuell? Um welche Art Lager handelt es sich?

Es handelt sich um eine Drehverbindung mit 4-Punkt-Geometrie. Die Belastungs- und Shakertests zum Nachweis der dynamischen Kippsteifigkeit sind absolviert worden und das Lager ist inzwischen marktreif.

Welches 3D-Druckverfahren und welche Materialien setzen Sie dabei ein?

Wir konzentrieren uns auf Selektives-Laser-Sintern (SLS). Dabei verwenden wir Aluminiumpulver für die Gehäuseteile – die Lagerung selbst ist ein konventionelles Frankelager mit integriertem Drahtwälzlager. Beim Lasersintern kommt ein hochenergetischer Laserstrahl zum Einsatz. Er erhitzt das Metallpulver an definierten Punkten und lässt es verschmelzen. Sobald eine dünne Pulverschicht bearbeitet ist, senkt sich die Arbeitsplatte ein Stück weit ab, neues Pulver wird darauf verteilt und erneut punktuell verschmolzen. So geht das Schicht für Schicht bis zum fertigen Werkstück. Am Ende kann die erkaltete Form entnommen und das überschüssige Material für weitere Werkstücke verwendet werden.

Wo sollen die additiv gefertigten Komponenten einmal zum Einsatz kommen? Gibt es Bereiche, die besonders prädestiniert sind?

Anwendungen sehen wir überall dort, wo Gewicht eine Rolle spielt, Antriebsenergie und die Art des Werkstoffs. Zielbranchen könnten Luft- und Raumfahrt sein, Fahrzeugbau oder die Medizintechnik. Auch MRK-Roboter, die klein und leicht den Menschen Aufgaben abnehmen sollen, können von 3D-gedruckten Leichtbaulagern profitieren.

Sind diese Lager bereits konkurrenzfähig zu konventionell gefertigten Komponenten?

Die Lager sind technisch konkurrenzfähig. Dazu kommt: Je weniger Material für die Geometrien benötigt wird und je filigraner die Konstruktion ausfallen soll, desto konkurrenzfähiger wird der Preis. jl

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