TK535L1, Bild: Welotec

Eine Alternative zu UMTS/GPRS-Modems und -Routern für preissensitive Anwendungen wird der TK535L1 von Welotec bieten. Er nutzt LTE Cat 1 und wird ab 2019 verfügbar sein. Bild: Welotec

Die Krux: Je nach Telekommunikationsanbieter werden die 3G-Kommunikationsnetze in absehbarer Zeit abgeschaltet. Wer bis Ende 2020 nicht umgestiegen ist, geht ein großes Risiko ein.

Konkrete Aussagen zu finden, ab wann 3G nicht mehr zur Verfügung steht, ist derzeit nicht ganz einfach. Ein Passus in den AGB der deutschen Telekom besagt: „Die dort aufgeführte Netztechnologie 3G (UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) und HSPA (High Speed Packet Access)) im Mobilfunknetz der Telekom ist – vorbehaltlich einer Verlängerung – nur bis zum 31.12.2020 verfügbar.“ Einige UMTS-Frequenzen der Telekom laufen 2020 definitiv aus und werden neu vergeben. Vodafone hat angekündigt, UMTS europaweit zwischen 2020 und 2021 abzuschalten. Die Telefonica (O2) hat sich noch nicht geäußert. 2100 MHz wird gerade bei der Telekom intensiv für eine LTE-Nutzung getestet, denn LTE wird neben dem 5G-Netz weiterhin verfügbar sein und dieses ergänzen.

Innovationen im Mobilfunkbereich, Grafik: Welotec
Innovationen im Mobilfunkbereich gingen in den letzten Jahren rasant vonstatten. Jetzt droht die Abkündigung von 3G bis 2020. Viele Anwendungen, die bislang mit dem Standard bestens auskamen, müssen nun Alternativen suchen. Grafik: Welotec

Mit Instandhaltung Kosten sparen

Auch wenn es bei den Anbietern noch keine finale Aussage gibt, wann die 3G-Technologie endgültig abgestellt wird, sollte man jetzt über einen Umstieg nachdenken. Denn die Kommunikationsanbieter sind voll damit beschäftigt, die Netze für LTE und 5G weiter auszubauen und werden für die Pflege der Infrastruktur von 2G oder 3G wohl kaum noch Aufwand betreiben. Zukunftssicher ist man mit diesen Netzen also nicht. Außerdem befinden sich Anlagenteile, die per Fernwartung überwacht werden, meist an sehr abgelegenen Orten. Wenn die Anlage wie geplant läuft, kommt dort vielleicht im jährlichen Wartungsturnus ein Mitarbeiter vorbei, um nach dem Rechten zu sehen. Oft ist die Anreise weit und damit zeitaufwendig. Müssen in einer solchen Anlage wegen Abkündigungen Komponenten getauscht werden, können die Kosten für Anreise und Austausch der Komponenten die eigentlichen Anschaffungskosten deutlich übersteigen. Ist die Notwendigkeit also absehbar, sollte der Tausch frühzeitig geplant werden, um ihn im Zuge einer ohnehin geplanten Instandhaltung vorzunehmen und damit Kosten zu sparen. Das gilt auch im Zusammenhang mit der Abkündigung von 3G.

„Sich auf den automatischen Fallback von 3G auf 2G zu verlassen ist eine trügerische Sicherheit. In vielen Kommunikationsnetzen kann es dann leicht zur Überlastung einzelner Zellen kommen.“

Jos Zenner, Geschäftsführer von Welotec

Automatischer Fallback auf 2G

Die Abschaltung betrifft derzeit 3G-Netze, die deutschlandweit ohnehin nie flächendeckend zur Verfügung standen. Unter anderem deshalb sehen die meisten Modems und Router mit UMTS einen automatischen Fallback auf 2G vor. Daher nehmen manche Anwender die bevorstehende Abkündigung entspannt. Jos Zenner, Geschäftsführer von Welotec, warnt jedoch: „Sich auf den automatischen Fallback zu verlassen ist eine trügerische Sicherheit. In zahlreichen Kommunikationsnetzen laufen bereits viele Systeme auf 2G. Kommen durch den Fallback weitere dazu, kann es leicht zur Überlastung einzelner Zellen kommen und die gesamte Kommunikation darunter leiden oder gar komplett ausfallen.“

Da auslaufende Frequenzen für andere Standards vergeben werden, steht zudem künftig für 2G immer weniger Frequenzspektrum zur Verfügung. In anderen Ländern könnte diese Fallback-Strategie generell problematisch werden. In der Schweiz beispielsweise hat der zweitgrößte Netzbetreiber bereits angekündigt, 2G Ende 2018 einzustellen. Eine Fallback-Lösung muss also für den konkreten Fall mit Bedacht geprüft werden, stets mit dem Wissen, dass sie keinesfalls zukunftssicher, sondern höchstens für den Übergang geeignet ist.Besser ist es also, bereits jetzt in die Zukunft zu investieren. Viele Betreiber scheuen jedoch die Kosten und fragen sich, ob moderne Kommunikationsstandards für ihre Anwendungen nicht überdimensioniert sind. Und tatsächlich muss es für viele Anwendungen nicht 5G sein, sondern LTE bietet eine passende Lösung. Nach derzeitiger Planung wird LTE teilweise in den 5G-Standard eingehen und ist damit zukunftssicher. Technisch gesehen handelt es sich bei LTE nicht um einen einzigen Standard, sondern um mehrere. Mit LTE Cat. 1 beziehungsweise LTE Cat. M1 steht Anwendern aus dieser Sammlung ein zukunftssicherer Standard zur Verfügung, der nicht nur von den Datenraten, sondern auch bei Anschaffungs- und Datenübertragungskosten im Bereich von UMTS liegt.

Für den Umstieg gilt es jedoch zu bedenken, dass viele Geräte, die 2G oder 3G zur Kommunikation nutzen, bereits seit circa 2004 im Einsatz sind. Sie entsprechen längst nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Der Umstieg von 2G oder 3G bringt also auch eine generelle technische Veränderung von analoger Wählverbindung auf IP-Netze mit sich. Mit dem Umstieg auf LTE gehen Anwender einen deutlichen Schritt in Richtung IoT und profitieren von zahl-reichen neuen Möglichkeiten. Der Tausch des Modems oder Routers erfordert dann jedoch in vielen Fällen auch eine Anpassung der gesamten nachgeschalteten Anwendung. Auch deshalb sollte spätestens jetzt mit dem Umstieg und Tausch der Router begonnen werden.

Kostengünstiger Router für LTE Cat 1

Die Kommunikationsexperten von Welotec schätzen, dass aktuell hunderttausende 2G- oder 3G-Geräte deutschlandweit im industriellen Einsatz sind, die in den nächsten zwei Jahren ausgetauscht werden müssen. Um Anwendern eine gute Alternative anbieten zu können, sind sie derzeit in den finalen Tests für ein Produkt, das LTE Cat. 1 nutzt und idealer Ersatz für die bisherigen UMTS/GPRS-Modems und -Router werden kann. Der TK535L1 basiert auf der bewährten TK525L-Serie. Er eignet sich für preissensitive Anwendungen, denn er wird LTE Performance zu UMTS-Preisen liefern. Zenner ergänzt: „Anfang 2019 werden wir also Router mit LTE Cat. 1 serienmäßig im Sortiment haben. Wichtig ist uns dabei, mit LTE eine zukunftssichere Lösung zu schaffen.“

Die Experten schätzen, dass noch einige Jahre ins Land gehen werden, bis 5G in Deutschland flächendeckend verfügbar ist. Die neuen Frequenzen sollen im Frühjahr 2019 versteigert werden. Dann haben die drei großen Betreiber Telekom, Vodafone und O2 bis 2022 Zeit, das Netz großflächig auszubauen. Die Technologie nutzt unter anderem hohe Frequenzen, deren Funkwellen sich schlechter ausbreiten, dafür aber eine bessere Datenübertragungsrate bieten. Daher müssen jede Menge zusätzliche Basisstationen aufgebaut werden. Diese gilt es per Glasfaser anzubinden, damit die Datenleitungen, also das Backbone des Mobilfunknetzes nicht die Kommunikationsgeschwindigkeit der Luftschnittstelle einbremsen. Steht 5G erst einmal flächendeckend bereit, versprechen die Netzbetreiber unter anderem Bandbreiten von mindestens 100 Mbit für jedes Endgerät und Latenzzeiten von einer Millisekunde. Network Slicing sichert einem Teilnehmer des Mobilfunknetzes jederzeit die benötigten Charakteristika der Verbindung wie beispielsweise verfügbare Bandbreite, Latenzzeiten zu und ermöglicht so ganz neue Anwendungen wie beispielsweise Echtzeitanwendungen über das Mobilfunknetz. Zahlreiche industrielle Einsatzbereiche werden von den Vorteilen der 5G-Technologie profitieren. Welotec wird dann natürlich auch dafür die nötigen Kommunikationslösungen anbieten, um den neuen Standard industriell nutzbar zu machen. aru