Pierre Bürkle - Schneider Electric

Pierre Bürkle ist bei dem Unternehmen Schneider Electric als Vice President Industrial Automation DACH tätig. - Bild: Schneider Electric

Schneider Electric ist laut der englischsprachigen Zeitschrift Corporate Knights, die sich für ökologischen Kapitalismus einsetzt, das „Nachhaltigste Unternehmen der Welt“. Der Tech-Konzern entwickelt auch an seinen deutschen Niederlassungen ganzheitliche IoT-Technologien für Energiemanagement und Auto­matisierung. Ein Interview mit Pierre Bürkle, Vice President Industrial Automation DACH bei Schneider Electric und ein Experte für nachhaltiges Wirtschaften.

Herr Bürkle, Schneider Electric verfolgt laut eigenen Angaben eine ambitionierte Geschäftsstrategie: klimaneutrales Wirtschaften für die Industrie ermöglichen. Wie genau lässt sich das verwirklichen?

Pierre Bürkle: Der Klimawandel ist jetzt und er ist real. Insofern haben wir als Gesellschaft die gemeinsame Verantwortung, schnell und entschlossen gegen ihn vorzugehen. Auch unsere Wirtschaft ist gefordert. Aufgrund von politischen Vorgaben, zunehmend aber auch dank veränderter Ansprüche von Kunden und Investoren, müssen Mittelstand, Industrie und Konzerne heute auf nachhaltigere Geschäftsmodelle umstellen. Und genau hier kommt Schneider Electric ins Spiel.

Könnten Sie das bitte näher erläutern?

Pierre Bürkle: Über viele Jahre haben wir uns als ganzheitlicher Anbieter für vernetzbare, elektrotechnische Komponenten, Steuerungen und Softwarelösungen positioniert und hier ein enormes Know-how aufgebaut. Mit unserer skalierbaren IoT-Lösungsarchitektur EcoStruxure bieten wir mittlerweile für alle Stationen des Betriebslebenszyklus digitale Lösungen an, mit denen Workflows, Herstellungsprozesse und Lieferketten flexibler und nachhaltiger gestaltet werden können. Wer in seinem Betrieb die Datentransparenz erhöht, alle Komponenten durchgängig vernetzt und digitale Services für zum Beispiel vorausschauende Wartung oder Line Monitoring nutzt, der profitiert nicht nur von höherer Produktivität und niedrigeren Betriebskosten. Er kann gleichzeitig Ressourcen effizienter einsetzen und den ökologischen Fußabdruck seiner Aktivitäten senken. Allein zwischen 2018 und 2020 konnten wir unsere Kunden auf Basis von EcoStruxure dabei unterstützen, 134 Millionen Tonnen CO2 einzusparen.

„Die Atmosphäre einer Präsenzmesse ist durch keine digitale Produktschau, durch kein Video zu ersetzen.“

Wie finde ich die passende Digitalisierungs- und Nachhaltigkeitsstrategie für mein Unternehmen?

Pierre Bürkle: Digitalisierung ist heute eine unternehmerische Kernkompetenz. Es ist wichtig, im Detail zu verstehen, wie und wo mir digitale Technologien helfen können. Und welche Auswirkungen ihr Einsatz auf meine Workflows, Prozesse und Geschäftsmodelle hat. Ergänzend zu unserem riesigen Technologie-Sortiment bieten wir bei Schneider Electric deshalb ein umfangreiches Angebot an Webinaren, Schulungen, Partnerprogrammen und Servicedienstleistungen an. Insbesondere unsere Energie- und Nachhaltigkeitsservices sind darauf zugeschnitten, Unternehmen bei der Festlegung und Erreichung ihrer Klimaschutzziele zu unterstützen.

Welche Unterstützung kann ein Kunde beispielsweise erhalten?

Pierre Bürkle: Unsere Experten decken zum Beispiel Optimierungspotenziale in puncto Ressourceneffizienz auf oder kümmern sich um die konventionelle oder grüne Energiebeschaffung. In diesem Bereich sind wir übrigens weltweit führend. Schneider Electric managt für seine Kunden Stand heute mehr als 30 Mrd. Euro Energiekosten beziehungsweise 125 Millionen Tonnen CO2.

Wie sieht die Industrie der Zukunft aus?

Pierre Bürkle: Die Industrie der Zukunft ist grün und digital. Und das liegt nicht nur an den Verpflichtungen, die Klima- und Umweltschutz ihr auferlegen. Die digitale Industrie 4.0 ist in allen Belangen flexibler, effizienter und resilienter als der gegenwärtige Status quo. Wer in diesem Wettbewerbsumfeld die Nase vorn behalten möchte, wird um eine digitale Transformation des eigenen Geschäftsbetriebs nicht herumkommen.

Line-Monitoring-System LMS Life, Bild: Schneider Electric
Das Bild zeigt das Line-Monitoring-System LMS Life.- Bild: Schneider Electric

Warum nicht?

Pierre Bürkle: Zu groß sind die Vorteile, die sich zum Beispiel durch Augmented Reality-basierte Wartungsvorgänge, hardwareunabhängige Automatisierung oder neue Geschäftsmodelle wie Machine-as-a-Service bieten. Und Fakt ist: Die technologischen Möglichkeiten dafür stehen längst bereit. Wie Boston Consulting Group und VDMA erst vor kurzem errechnet haben, ließen sich allein mit ökonomisch tragfähigen und bereits heute verfügbaren, nachhaltigen Technologien bis zu 37 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes reduzieren.

Könnten Sie bitte ein bis zwei Beispiele nennen, welche in diesem Sinne nachhaltigen Technologien Schneider Electric seinen Kunden bietet?

Pierre Bürkle: Unser GreenBox-Industrie-PC ist in Kombination mit leistungsstarken Softwareservices ein gutes Beispiel dafür. Dank seiner über 300 Kommunikationsprotokolle ist der IPC dazu in der Lage, selbst heterogene Maschinenlandschaften unkompliziert zu vernetzen und deren Daten in eine einheitliche IoT-Architektur zu integrieren. Branchenspezifische Softwareprogramme, wie unser Line Monitoring System „LMS Life“, erlauben es dann, aus den erhobenen Daten Mehrwert zu generieren. So können zum Beispiel wichtige KPI’s in Echtzeit überwacht und Energiestückkosten genau bestimmt werden. Das macht den Betrieb nicht nur produktiver, sondern auch effizienter und nachhaltiger.

Spezieller Fokus auf Nachhaltigkeit

  • Schneider Electric ist Mitunterzeichner der UN Global Compact Initiative und hat nach eigenen Angaben als erstes Unternehmen der Welt eine allein der Nachhaltigkeit gewidmete Management-Position auf Executive-C-Level geschaffen.

  • Mit dem Programm „Schneider Sustainability Impact“ setzt sich das Unternehmen selbst ehrgeizige Ziele für mehr Energieeffizienz, Nachhaltigkeit, Biodiversität und Klimaschutz. Darin festgehalten ist unter anderem die Absicht, bis 2030 den eigenen Energiebedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen zu decken – Ende 2020 waren es bereits 80 Prozent.

  • Außerdem wird das Unternehmen seine Firmenwagenflotte bis 2025 komplett auf Elektroautos umstellen und bis 2050 alle Lieferketten vollständig emissionsfrei gestalten.

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