| von Moritz Krink, Phoenix Contact
Phoenix Contact Sicherungen
Kompaktes und übersichtliches Sicherungskonzept: Mehrstocklemmen mit Push-in-Anschluss schützen Feldgeräte wie Sensoren und Aktoren und sparen dabei bis zu 66 Prozent an Platz gegenüber konventioneller Verdrahtung. Bild: Phoenix Contact

Nicht nur der Anschluss der Sicherungsklemme muss einfach und intuitiv sein. Auch Bedienung und Austausch eines defekten Sicherungselements dürfen im Einsatzfall nur wenige Augenblicke dauern. Weil die Zeit hier eine dominante Rolle spielt, kommen Flachsicherungen, wie sie etwa im Automotive-Bereich eingesetzt werden, auch im Maschinen- und Anlagenbau zum Einsatz. Für diesen Zweck hat Phoenix Contact eine Sicherungsklemme konzipiert, die Sicherungen im kompakten Format Typ C nach ISO 8820-3 bzw. DIN 72581-3 aufnimmt.

Die je nach Stromstärke farblich kodierten Sicherungen sind weltweit verfügbar. Zwar gibt es die Schmelzsicherungen nur für Kleinspannungen bis 48 V, dafür bietet der genormte Sicherungs­träger aber noch weitere Verwendungsmöglichkeiten auch für höhere Spannungen bis 250 V AC. Denn in den genormten Flachsicherungs-Schaft passen auch thermische Schutzschalter - kurz TCP genannt, die eine Sicherungsklemme in einen Sicherungs­automaten verwandeln. Die thermischen Geräte­schutzschalter haben neben der höhen Nennspannung noch weitere Vorteile. So lassen sich die Automaten wieder einschalten, und Strompfade lassen sich mittels Bedienelement freischalten. Schmelzsicherungen hingegen sind irreparabel und müssen nach einer Auslösung ausgetauscht werden.

Darüber hinaus ist die Baubreite im Vergleich zu herkömmlichen Sicherungsautomaten deutlich schma­ler, sodass auch hier viel Platz im Schaltschrank gespart wird. Die Sicherungsreihenklemme PT 6-FSI/C ist mit einem Nennquerschnitt von 6 mm² auch für Nennströme bis 30 A geeignet - ein Leistungsbereich, in dem zahlreiche elektrische Geräte betrieben werden. bf

Prüfungen von Sicherungsklemmen nach IEC 60947-7-3

Anordnung einzeln (links) oder im Verbund (rechts): die maximale Verlustleistung der Doppelstocklemmen PTTB 4-HESI (5 x 20) hängt davon ab, ob sie als Überlast- und Kurzschlussschutz oder ausschließlich als Kurzschlussschutz eingesetzt werden. Bild: Phoenix Contact

Sicherungsklemmen sind als Teil der Reihen­klemmenfamilie normativ in der IEC 60947-7-3 definiert. Neben den für Reihenklemmen üblichen dardprüfungen werden spezifische Sicherungs­klemmen-Prüfungen durchgeführt. Hinzu kommen Umwelt, Schock- und Vibrationsprüfungen, die Phoenix Contact im hauseigenen Prüflabor durchführt.

Zu den kritischen Prüfpunkten gehört die Ermitt­lung der Verlustleistung. Sicherungs­elemente erzeugen aufgrund der Beschaffenheit Wärme im Nennbetrieb. Grenztemperaturen von Kunststoffen und berührbaren Metallteilen dürfen aber nicht überschritten werden. Zur Ermittlung werden Sicherungsklemmen mit Thermoelementen ausgestat­tet, die die Temperatur in Einzel- und Verbund­anordnung überwachen. Kunststoffteile müssen unterhalb des RTI-Wertes (Relativer Temperatur­index) bleiben, der bei Polyamid 6.6 130°C beträgt. Berührbare Metallteile dürfen 85°C nicht überschreiten. Die daraus resultierenden maximalen Nennströme und maximalen Verlust­leistungen der Sicherungselemente müssen unbedingt eingehalten werden.

Für KFZ-Sicherungen nach ISO 8820-3 sind darüber hinaus anwendungsgerechte Derating-Kurven verfüg­bar, die in Abstimmung mit dem Sicherungs­hersteller anzuwenden sind. Grundsätzlich empfiehlt die ISO 8820-2 einen maximalen Belastungsstrom der Sicherungen von 70 Prozent, und die DIN 72587-3 von 80 Prozent.

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