Klaus Böhmer, Bild: Wago

Klaus Böhmer, Bild: Wago

| von Das Interview führte Lena Kalmer

Ein Interview mit Klaus Böhmer, Wago Sales Director International/Head of Business Unit Interface Electronics und Jürgen Pfeifer, IoT & Cloud Partnermanager/Industry Manager Factory Automation bei Wago.

Die Digitalisierung ist Bestandteil unserer modernen Welt. Alles ist vernetzt. Herr Böhmer, welche Auswirkungen hat das auf die Kommunikationsfähigkeit von Stromversorgungen?

Klaus Böhmer: Daten müssen erst generiert werden, was primär über Sensoren erfolgt. Diese überwachen Maschinenzustände und Prozesse. Für die Automatisierungslandschaft essentielle Komponenten wie Stromversorgungen sind heute normalerweise nicht miteinbezogen. Dabei sind neben Parametern und Zustandsdaten auch die Verbrauchsdaten der angeschlossenen Komponenten von wichtiger Bedeutung. Im zeitlichen Kontext lassen sich Normalverhalten und Abweichungen feststellen sowie gegebenenfalls notwendige Maßnahmen ableiten. Kommunikationsfähigkeit wird also zu einem Kernbestandteil moderner Stromversorgungen.

„Der Kunde kann sofort reagieren, wenn der Normalzustand verlassen wird.“

Klaus Böhmer

Jürgen Pfeifer, Bild: Wago
Jürgen Pfeifer, Bild: Wago

Erklären Sie uns bitte: Warum ist die Wago-Stromversorgung Pro 2 schon heute fit fürs digitale Zeitalter?

Jürgen Pfeifer: Das optional steckbare Kommunikationsinterface, ausgeführt zum Beispiel als IO-Link-Schnittstelle, und die Konfigurations- und Diagnosemöglichkeiten der neuen Stromversorgung Pro 2 bringen den Anwender schon heute einen Schritt weiter ins digitale Zeitalter.

Böhmer: Digitalisierung ist erst dann konsequent umgesetzt, wenn meine Automatisierungslandschaft ausreichend Daten liefert, um quasi ein virtuelles Abbild errichten zu können. Dazu liefern unsere Pro-2-Stromversorgungen nun einen wertvollen Beitrag. Neben den zahlreichen konfigurierbaren Optionen, die das Verhalten der Stromversorgungen in bestimmten Situationen bestimmen, erlauben die permanent ermittelten Daten, Warn- und Fehlermeldungen zu generieren, um Schäden abzuwenden zum Beispiel durch das Auslösen der eingebauten elektronischen Sicherung oder über Top- oder PowerBoost schnell auf kurzzeitige Laständerungen zu reagieren. Diese Vorgänge beschreiben den Zustand des angeschlossenen Stromkreises und dessen Verbraucher. Ohne Kommunikation bleibt dem Anwender diese Welt verschlossen.

 

Für jedes Unternehmen bieten Digitalisierung und Vernetzung große Chancen. Wie kann die Stromversorgung Pro 2 einen Wettbewerbsvorteil bringen?

Klaus Böhmer: Mit den gerade beschriebenen Möglichkeiten kann der Anwender sofort und zielgerichtet reagieren, wenn ein Normalzustand verlassen wird. Dies kann enorme Kosten sparen, da Stillstandszeiten minimiert oder gar vermieden werden können. Vorbeugend lassen sich Wartungen einleiten – ein Gewinn an Effizienz und damit kosten- und ressourcenschonend. Da unser Kommunikationsmodul aufsteckbar ist, sind dieselben Stromversorgungen für unterschiedliche Feldbusprotokolle zu ertüchtigen. Unseren Grundansatz #openandeasy, welcher für unsere Steuerungen gilt, haben wir so auf unsere Stromversorgungen übertragen.

„Die SPS von Daten entlasten, die nicht unmittelbar für die Anwendung benötigt werden.“

Jürgen Pfeifer

Welche konkreten Herausforderungen sehen Sie zukünftig für moderne Stromversorgungen hinsichtlich ihrer Kommunikationsfähigkeit?

Jürgen Pfeifer: Die Herausforderungen sind vielfältig und bestehen unter anderem darin, die SPS von Daten zu entlasten, die nicht unmittelbar für die Funktion der Anwendung benötigt werden. Des Weiteren ist es eine Herausforderung, die Daten auch mit Bezug auf die Anwendung interpretieren zu können. Hier kann Wago mit einem IoT-Partnernetzwerk und Experten für Analytics bei Bedarf unterstützen.

Klaus Böhmer: Die Vorteile, welche sich aus der Kommunikationsfähigkeit ergeben, sind offensichtlich. Unsere Kunden und wir selbst haben sehr viele Ideen, was noch alles mit solch intelligenten Stromversorgungen verwirklicht werden kann. Eine Spielwiese an Möglichkeiten, wobei die Herausforderung darin besteht, die richtigen Prioritäten zu setzen. Ich betrachte dies als angenehme Herausforderungen! Aru

Über das Unternehmen

Der Spezialist für Verbindungs- und Automatisierungstechnik Wago

  • Das Unternehmen Wago mit Stammsitz in Minden in Westfalen beschäftigt rund 8500 Mitarbeiter auf der ganzen Welt, davon mehr als 3900 in Deutschland.

  • Der Spezialist verfügt über neun internationalen Produktions- und Vertriebsstandorte sowie 20 weitere Vertriebsgesellschaften und Vertretungen in über 80 Ländern.

  • In den vergangenen zehn Jahren konnte Wago seinen Umsatz verdoppeln. Im Jahr 2018 verbuchte das Unternehmen einen Umsatz von rund 932 Millionen Euro und steigerte so das Vorjahresergebnis um etwa acht Prozent.

  • Seit dem Jahr 2012 wurde der Spezialist  jährlich vom Top Employers Institute als „Ausgezeichneter Arbeitgeber“ zertifiziert und trägt darüber hinaus den Zusatz  „Elternfreundlich“. Er wurde von der Frauenzeitschrift Brigitte und den Personalmarketing-Experten von Territory Embrace zum zweiten Mal zu einem der besten Arbeitgeber für Frauen gekürt. Beim Food-and-Health-Kantinentest belegte Wago den ersten Platz.   aru

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