| von Dr. Stefan Mohr, Leuze /bf/
Die charakteristische Gehäuseform erinnert an eine Kaffeemaschine.
Die charakteristische Gehäuseform erinnert an eine Kaffeemaschine.

Im Abtastwinkel von 270 Grad steckt eine Besonderheit: Der große Winkelbereich spielt nämlich bei der Montage an Ecken oder Kanten zur Absicherung nach vorne und seitlich seine Vorteile voll aus – vor allem in Kombination mit der großen Reichweite. Denn wenn ein Flurförderzeug, eine Maschine oder Anlage rundum abzusichern ist, gelingt dies nun mit nur zwei Laserscannern.

Früher, mit Geräten mit 190 Grad, waren dafür vier Scanner nötig gewesen. Das Hersteller behauptet, RSL 400 sei ein Gerät für die Aufgaben von zwei. Diese Aussage ist belegbar: neben der genannten Einsparung aufgrund des großen Winkelbereichs verfügt der neue Scanner über zwei unabhängig voneinander einstellbare Konfigurationen (sogenannnte autarke Schutzfunktionen) und zwei Sicherheits-Schaltausgangspaare (OSSDs). Das ermöglicht das gleichzeitige Ausführen von zwei völlig verschiedenen Schutzaufgaben mit einem einzigen Gerät, denn nun können zwei Abschaltkreise und eigenständige Bereiche überwacht und abgeschaltet werden. Das schont den Geldbeutel und ist gut für den Einkauf, die Instandhaltung und den Inbetriebnehmer. Und genau für diesen bietet die neue Baureihe noch weitere Vorteile.

Einfache Inbetriebnahme

Laserscanner gelten auch heute noch als schwierig, wenn es um die Einrichtung und das Start-up geht. Darauf reagieren die Hersteller jetzt. Bei Leuze Electronic hat man deshalb die intelligente Anschlusseinheit CU 400 erfunden. Sie ist die mechanische und elektrische Basis (schwarzer Unterbau) für den Sicherheits-Laserscanner (gelb, obenauf) und beinhaltet als solche auch das gesamte Kabelmanagement. Bei der Montage wird die Scannereinheit einfach abgenommen, und die robuste Anschlusseinheit mit Standardwerkzeugen zum Beispiel am Verschiebewagen, an der Wand, der Decke oder am Anlageneingang befestigt.

One-Step-Konfiguration

Die Sicherheits-Laserscanner lassen sich via Bluetooth und Ethernet TCP/IP einfach konfigurieren und schnell in Betrieb nehmen. Bei nahezu hundert auswählbaren Feldpaaren ist die Erstellung unabhängiger Konfigurationen mit der applikationsorientierten One-Step-Konfiguration einfach:

  • schnell und direkt sowie nachträglich individuell veränderbar durch die einfache Anpassung einzelner Parameter
  • Verbindung zum Laserscanner über Bluetooth, Ethernet P2P oder Netzwerk
  • konfigurieren mit nur fünf Mausklicks
  • einzel- und Projektansicht der Sicherheits-Laserscanner
  • Informationsbereich mit automatischer, Kontext-sensitiver Onlinehilfe
  • moderne, übersichtliche Software in neun Sprachen für Microsoft Windows 7/8
  • einfacher Wechsel der Schutzfunktion durch Multikonfiguration: bei Betriebsartenumschaltung ist keine neue Parametrierung notwendig.

Dann wird der Laserscanner wieder aufgesetzt – fertig ist die mechanische Montage. Bei einem Geräte-Upgrade kann der Anwender die Scannereinheit einfach lösen und gegen das gewünschte andere Modell austauschen. Die Anschlusseinheit hingegen bleibt fest montiert, ausgerichtet und merkt sich somit alle elektrischen und mechanischen Einstellungen und Konfigurationen. Sie kann schnell wieder mit einem anderen Laserscanner bestückt werden – ohne langwierige Neuausrichtung, aufwendige Nachjustage oder Konfigurationsmarathon – wichtige Punkte für Wartung und Instandhaltung. Bei Ausrichtung und Justage hilft ein großes Klartext-Display mit integrierter elektronischer Wasserwaage. Die Zeiten, in denen ein PC angeschlossen und lange am Gerät herumgefummelt werden musste, sind damit definitiv vorbei – zumindest was die mechanische Anbindung und Ausrichtung betrifft.

Bei der Sicherheits-Konfiguration kommt man an einem PC mit ein bisschen Software nicht vorbei. Für Leuze Electronic gab es auch hier Potenzial zur Optimierung: Durch ihre Ethernet-Schnittstelle sind die Geräte jetzt voll netzwerkfähig. Zudem lassen sich die Sicherheits-Laserscanner einfach kabellos via Bluetooth konfigurieren. Trotz der großen Anzahl an möglichen Feldpaaren – insgesamt hundert – ist die Erstellung unabhängiger Konfigurationen mit der applikationsorientierten One-Step-Konfiguration einfacher denn je.

Mit nur fünf Mausklicks läuft der Laserscanner in einfacher Sicherheits-Konfiguration, die sich nach Belieben erweitern lässt. So sorgt dieser Software-Assistent mit wenigen Vorgaben für die automatische Erstellung von Schutz- und Warnfeldern – ein wichtiger Vorteil für viele Anwender, die keine komplexen Parametrierungen benötigen. Bei einem Wechsel der Betriebsart ist außerdem dank sogenannter Multikonfiguration keine Neuparametrierung notwendig. Der Anwender wird bei allen Schritten in der Software durch einen ausführlichen Informationsbereich mit automatischer, Kontext-sensitiver Onlinehilfe unterstützt.

Fazit: Sicherheits-Laserscanner, die Königsdisziplin der Sicherheitssensorik, kennt Leuze Electronic von der ersten Stunde an, als diese Technik die ersten Anwender fand. In die RSL-400-Baureihe sind jahrzehntelange Erfahrungen eingeflossen mit dem Ziel Leistungsdaten und Usuability zu erhöhen sowie die Anwendung der Sensorik-Multitalente so einfach wie möglich zu halten.

Alle Geräte sind aufgrund der hohen Auflösung hochverfügbar und dank der hohen Abtastrate staubrobust. Gleichwohl wird im Unternehmen schon jetzt an der Weiterentwicklung gearbeitet – schließlich gibt Industrie 4.0 den Herstellern einige Hausaufgaben auf. Beispielsweise wird es in Zukunft noch mehr in Richtung Connectivity gehen, dementsprechend werden weitere Ethernet-basierte Schnittstellen folgen. bf

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