X20 System, Bild: B+R
Das X20 System, als ideale Ergänzung am Standard Feldbus, erweitert die Möglichkeiten herkömmlicher Steuerungssysteme. Bild: B+R

Connectivity ermöglicht die Anbindung der Steuerungen sowohl untereinander als auch in die Cloud. Vernetzung ist sogar dort, wo es der Maschinenprozess gar nicht braucht. Die Maschinensteuerung muss alle notwendigen Fertigungsdaten in offenen Standards zur Verfügung stellen. Ob diese Daten in der Cloud oder On Edge verarbeitet werden, hängt in erster Linie von den zur Verfügung stehenden Bandbreiten ab. „Zwei unterschiedliche Architekturen sind hier denkbar: Der Steuerungs-PC wird direkt mit der Cloud verbunden und muss dann natürlich geschützt werden. Oder es wird ein Edge-Computer zwischengeschaltet, der den Steuerungs-PC entlastet. Dieser übernimmt dann den Schutz, während gleichzeitig die Ressourcen auf dem Edge-Computer genutzt werden, um beispielsweise Daten vorzuverarbeiten, zu komprimieren oder zu analysieren“, erklärt Josef Papenfort.

FactoryTalk Analytics, Bild: Rockwell
Die Cloudbasierte Analyselösung namens FactoryTalk Analytics for Machines bindet Fachwissen von Maschinenbauern in die digitale Umgebung von Fertigungsunternehmen ein. Bild: Rockwell

Damit können Produktionsdaten wahlweise dezentral oder zentral verarbeitet werden. Siemens Industrial Edge kombiniert eine lokale und performante Datenverarbeitung direkt in der Automatisierung mit den Vorteilen der Cloud: App-basierte Datenanalyse, Datenverarbeitung und Infrastructure-as-a-Service-Konzepte mit zentraler Updatefunktionalität. Das Hard- und Software-Angebot umfasst dabei die drei Kernkomponenten Edge Management, Edge-Geräte und Edge Apps. Als Edge-Geräte fungieren zum Beispiel leistungsfähige Industrie-PCs, die mit einer Edge Runtime Software die benötigten Funktionen integriert bereitstellen, um Edge Apps aufzunehmen. „Skalierbarkeit in der Technologie ist die DNA von Rockwell Automation“, sagt Ashkan Ashouriha, Solution Architect Integrated Architecture & Connected Enterprise. Daher bietet das Unternehmen von Edge bis Cloud Connectivity & Computing alles an. Die FactoryTalk Analytics Plattform ist ein Beispiel dafür. „Je nach Anwendung kann man irgendwo in der Topologie anfangen zu skalieren. Um flexibel in den Automatisierungsaufgaben zu bleiben, kann alles von der CompactLogix 5480 über ControlLogix Compute Module, VersaView 5400-Industriecomputer bis zu einer Windows-basierten Computing-Anwendung eingesetzt werden“, so Ashouriha weiter.

Bild: Rockwell

„Die Integration der Sicherheitsfunktionen und der mechatronischen Ansätze wird immer wichtiger. Das RAMI 4.0-Modell bietet die Integration verschiedenster Maschinen, Geräte und auch Steuerungen mittels standardisierter Modelle und offener Schnittstellen. Dies erleichtert die Verbindung und auch die schnelle dynamische Rekonfiguration von Maschinen und Anlagen und vereinfacht die Integration neuer Lösungen, auch von Drittanbietern.“

Ashkan Ashouriha, Solution Architect Integrated Architecture & Connected Enterprise bei Rockwell Automation

Bild: Siemens

„Während sich das Cloud Computing insbesondere für Prozessdatenanalyse mehr und mehr etabliert, entwickelt sich Edge Computing als logische Ergänzung dazu. Damit können Produktionsdaten wahlweise dezentral oder zentral verarbeitet werden.“

Heinz Eisenbeiss, Leiter Marketing Factory Automation bei der Siemens-Division Digital Factory

Rexroth unterstützt die Cloud-/Edge- und Fog-Ansätze mit kompletten Lösungen. Zum Beispiel mit der IoT-Gateway-Software und einem hochflexiblen Dashboard zur lokalen Visualisierung von Produktionsdaten. Auch die interaktive Kommunikationsplattform ActiveCockpit verarbeitet die Fertigungsdaten on Edge nahezu in Echtzeit direkt an der Linie und visualisiert sie. Genauso bietet die IoT Cloud von Bosch umfassende Möglichkeiten, sehr große Mengen an Fertigungsdaten Cloud-basiert mit Big Data-Methoden und künstlicher Intelligenz auszuwerten.

Automation PC 910, Bild: B+R
Die gesamte Prozessorpalette des Automation PC 910 bietet höchste Rechenleistung für komplexe Aufgaben. Bild: B+R

Mit den unterschiedlichen Edge-Architekturen ist es einfach, neue Anlagen fit für das Industrial IoT zu erstellen. „Edge-Architekturen sind jedoch nicht nur für neue Anlagen und Maschinen interessant, sondern auch für Bestandsanlagen, die bisher unvernetzt in der Fabrikhalle stehen“, sagt Sachse. Mit der Orange Box hat B&R eine Lösung für diese sogenannten Brownfield-Anlagen. Die Box mit einer Kombination aus Software und Hardware wird an eine bestehende Maschine angeschlossen und lässt sich problemlos in eine Edge-Architektur einbinden. aru