Für eine Berechnung für Deutschland hat das IAB aktuelle Berufsfelder danach untersucht, welche Berufe durch den Einsatz von Computern oder computergesteuerte Maschinen heute schon ersetzt werden könnten. Beziehungsweise welche einzelnen Tätigkeiten von Computern ausgeübt werden können. So haben Helferberufe, für die keine berufliche Ausbildung erforderlich ist, ein etwa gleich hohes Substituierbarkeitspotenzial von durchschnittlich etwa 45 Prozent wie Fachkraftberufe, für die in der Regel eine mindestens zweijährige Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen werden muss.

Die Analyse des IAB zeigt, „dass in manchen Berufen Tätigkeiten, die von Fachkräften erledigt werden, leichter zu automatisieren sind als Helfertätigkeiten in diesem Beruf. Helfer übernehmen häufig manuelle Tätigkeiten, die nur schwer in programmierbare Algorithmen übersetzt werden können“. Trotzdem ist der Prozentsatz mit 46 Prozent sehr hoch.
Bei Berufen mit akademischer Ausbildung sieht es da schon schwieriger aus. Spezialistenberufe - also eine Ausbildung als Meister, Techniker, FH- oder Bachelor – könnten ein Drittel (33,4 Prozent) ihrer Tätigkeiten an Computer verlieren. Noch niedriger, bei 19 Prozent, liegt das Substituierbarkeitspotenzial in den Expertenberufen. Also bei Berufen mit einem mindestens vierjährigen Studium.

Fertigungsberufe vermehrt betroffen

Am höchsten ist das Risiko in Fertigungsberufen – bei 70 Prozent. Vor allem Berufe, in denen Rohstoffe gewonnen und Produkte aus Materialien wie Glas, Keramik, Kunststoff oder Papier hergestellt werden, könnten künftig vermehrt von computergesteuerten Maschinen ausgeübt werden. Auch die fertigungstechnischen Berufe, in denen besonders Fahrzeuge, Maschinen und Anlagen produziert werden, sind mit 65 Prozent stark betroffen. So sind vor allem Arbeitsplätze in der Industrieproduktion gefährdet. In allen anderen Berufsgruppen wie zum Beispiel Dienstleistungen, Medizin- oder Sicherheitsberufen liegt das Risiko unter 50 Prozent.

Nur einige Berufe könnten laut IAB-Analyse zu 100 Prozent von Computern übernommen werden. Das trifft auf insgesamt 20 Berufe zu. So können etwa alle Tätigkeiten eines Aufbereitungsmechanikers für Steinkohle wie das Aufbereiten, Sieben und Sortieren von Steinkohle durch computergesteuerte Maschinen ersetzt werden. Das heißt aber nicht, dass der Beruf komplett verschwindet. Vielmehr wird er sich erheblich verändern. Der Mensch wir dann überwiegend Steuerungs- und Überwachungsaufgaben sowie Wartungs- und Reparaturarbeiten der automatisierten Produktionsanlage übernehmen. Ähnlich ist es bei Verfahrensmechanikern der Hütten- und Halbzeugindustrie der Fachrichtung Eisen-, Stahl- und Metallurgie.

Mensch gegen Roboter - Timo Boll im Duell mit einem Kuka-Roboter (Quelle: Kuka)