Als herstellerunabhängiges Unternehmen ist es wichtig, über detaillierte Anlagenkenntnisse und eine entsprechende Dokumentation zu verfügen, um das gesamte Spektrum der Instandhaltungsaspekte bedienen zu können.

Anhand dieser gesammelten und aufbereiteten Erfahrungswerte und dazugehöriger Unterlagen sind vielschichtige Analyseverfahren wie die FMEA-Analyse (Failure Mode and Effects Analysis) und die Root-Cause-Analysis möglich, aus denen sich Ansätze für eine spezifische, dem jeweiligen Anlagentyp angepasste Instandhaltungsstrategie ergeben.

Windenergiebranche

Da die Windenergiebranche noch jung ist, lassen sich nur wenig standardisierte Prozesse finden. In der Vergangenheit wurden selbst Windkraftanlagen der gleichen Serie mit unterschiedlichen Komponenten ausgestattet. Auch bei den Nabenhöhen, den Blatttypen oder den Fundamenten finden sich diverse Varianten.

In Kombination mit weiteren individuellen, standortspezifischen Begebenheiten wie Windintensität, Turbulenzen, Blitzhäufigkeiten, Temperatur oder salzhaltige Luft ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an die Instandhaltung.

„Im engeren Sinne kann man bei den meisten Anlagen von Unikaten sprechen. Es ist eine individuelle Herangehensweise notwendig, um das technisch und wirtschaftlich optimale Instandhaltungskonzept zu finden“, sagt Hauke Behrends, Geschäftsführer Deutsche Windtechnik Service.

Das Zusammenspiel zwischen den per Fernüberwachung gewonnen Daten und den vor Ort anwesenden Servicemonteuren muss funktionieren. Gleichwohl müssen die Erkenntnisse externer Sachverständiger eingearbeitet werden.

Es ist notwendig, dass der Serviceanbieter über geschultes Personal verfügt, dass sämtliche Mitarbeiter, die die Windkraftanlage betreten, nicht nur Wartungs- oder Instandsetzungsaufgaben nachkommen, sondern gleichermaßen in den Prozess der Inspektion und Verbesserung integriert werden.

Fehler werden so nicht nur beseitigt, sondern auch deren Ursache angegangen. Grundsätzliche Voraussetzung dafür ist die Kommunikationsstruktur aus dem Backoffice. Bei bereits errichteten Anlagen ist eine Standardisierung nicht möglich. Zu wichtig sind spezielle Lösungswege.

Für die Zukunft zeichnet sich aber ab, dass die Hersteller bereits bei der Produktion die Grundlagen für eine fortschreitende Standardisierung auch im Instandhaltungsbereich sorgen.

Aus der Praxis

Um den Durchgang der elektrischen Leistung vom Schleifring zum Stromnetz effizienter zu gestalten, hat die Deutsche Windtechnik einen neuen Nachrüstungssatz für den Schleifring am Generator entwickelt.

Das System besteht aus einem Rollbandfedersystem und daran befestigten Bürsten aus dem Werkstoff CA 28. Zwölf integrierte Mikroschalter zeigen den Verschleißstatus an.

Die guten Materialeigenschaften bewirken eine längere Funktionstüchtigkeit im Vergleich zum originalen System. Da auch der Wartungsaufwand geringer ausfällt, hat sich das Nachrüstsystem bereits nach eineinhalb Jahren amortisiert. Das vormontierte System ist einfach eingebaut und sofort startbereit.

An vielen Anlagen wurden Brüche der Haltezapfen am Pitchzylinder festgestellt. Die auf dem Zylinder verschweißte Hülse weist ein erhöhtes Spaltmaß auf.

Dies führt zu einer wesentlich größeren Ermüdungsbelastung der Schweißnaht. Deutsche Windtechnik hat bei der Überarbeitung der Zylinder dieses Spaltmaß auf eine Übergangspassung begrenzt und somit die Schweißnaht zusätzlich entlastet.

Das sorgt für zusätzliche Sicherheit. Zudem installieren die Experten eine stärkere Getriebe-Ölpumpe mit Integration der Ansteuerung zur permanenten Druckschmierung. Die Ölpumpe ist drehzahlgesteuert und die Zu- beziehungsweise Abschaltung erfolgt in Abhängigkeit der Generator-Drehzahl, wobei die Zu- und Abschaltwerte frei parametrierbar sind.

Durch die Umrüstung der Azimutbremszangen wird die Lebensdauer der Bremssättel verlängert und deren Durchrutschen verhindert. Maximallasten am Azimutgetriebe werden weitestgehend minimiert und Knallgeräusche vermieden.

Darüber hinaus meldet ein elektronischer Niveausensor im Hauptgetriebe frühzeitig einen Ölverlust, verhindert ein Auslaufen des Getriebes oder einen möglichen Totalschaden.

www.deutsche-windtechnik.de

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