Das ferngesteuerte Unterwasserfahrzeug kann bis zu 2000 Meter tief tauchen und soll zukünftig die

Das ferngesteuerte Unterwasserfahrzeug kann bis zu 2000 Meter tief tauchen und soll zukünftig die Tiefsee erkunden.

Zu den Aufgaben des Tauroboters gehört, unter anderem Kaltwasser-Korallensysteme, Gasaustritte am Meeresboden sowie schwarze und weiße Raucher, die Hydrothermalquellen in der Tiefsee zu erkunden. Dazu ist er mit einer Foto- sowie einer hoch auflösenden HD-Videokamera ausgestattet. Ein hydraulisch angetriebener, aus Edelstahl gefertigter Multifunktionsgreifarm kann bis zu 68 Kilogramm schwere Proben am Meeresboden einsammeln.

Vom Fähranleger in Rotterdam kommend liefert ein Lkw den von einer britischen Firma gefertigten neuen Tauchroboter Marum-Squid an. Routiniert manövriert Mitarbeiter Steffen Klar den Schwerlast-Gabelstapler Richtung Lkw und hebt zunächst eine mehr als 1045 Kilogramm schwere Holzkiste von der Ladefläche. Sie enthält Kabel, Kamerasysteme und weiteres Zubehör. Das knapp 1200 Kilogramm schwere Tauchfahrzeug selbst verbirgt sich in einer zweiten Kiste.

Klar lädt außerdem ein knallrotes Stahlgestell ab: der Rahmen für die Winde. 2400 Meter Kabel sind dort aufgespult. Es enthält Kupferleitungen, die das Tauchfahrzeug mit Energie versorgen. Zudem Glasfaserleitungen, mit denen während der Tauchgänge Livevideos aus bis zu 2000 Meter Meerestiefe an Bord des Forschungsschiffs übertragen werden.

Investitionssumme von 1,2 Millionen Euro

Kompakte 2,1 Meter lang, 1,17 Meter hoch und 1,16 Meter breit ist der Tauchroboter. Insgesamt wurden 1,2 Millionen Euro, je zur Hälfte vom Bund beziehungsweise dem Land Bremen, in das Projekt investiert. In den nächsten Wochen wir das Unterwasserfahrzeug auf seine Mission vorbereitet. Ein Schubladenfach wird eingebaut, in dem Messinstrumente oder Proben zwischen Meeresboden und Schiff transportiert werden. Abschließend wird der Roboter in einem Tauchbecken auf Herz und Nieren getestet.

Das Chassis des Marum-Squid ist aus Edelstahl und Polypropylen gefertigt. Es bietet einen guten Kompromiss zwischen Gewicht und Stabilität. An seiner Frontseite sorgen fünf leistungsstarke Scheinwerfer für hinreichend gute Sicht in der dunklen Tiefsee. Sie sind besonders Energie sparend ausgelegt.

Der Tauchroboter Marum-SquidAnlieferung Squid

Das ferngesteuerte Unterwasserfahrzeug kann bis zu 2000 Meter tief tauchen und soll zukünftig die Tiefsee erkunden.

Besonders angetan sind die die Techniker von den insgesamt elf Propellern; drei an der Oberseite, und jeweils vier an Backbord und Steuerbord. „Kein Tauchroboter dieser Größe ist so kompakt und leistungsstark und dabei so mobil“, sagt Projektleiter Nicolas Nowald. „Das Gerät erreicht eine maximale Geschwindigkeit von 3,5 Knoten, also gut sechs Stundenkilometer. Damit können wir Squid zum Beispiel in untermeerischen Canyons einsetzen, wo wir einerseits erhöhte Strömungsgeschwindigkeiten registrieren, andererseits aber daran interessiert sind, die dort wachsenden Kaltwasser-Korallen zu erforschen.“

 

 

 

Erforschung schwer zugänglicher Bereiche

Mobiler Tauchroboter Marum-Squid, Bild: Marum, Universität Bremen
Fünf der elf Propeller des Marum-Squid. Quelle: Marum, Universität Bremen

Dass das neue Tauchgerät die Tiefseeforschungen des Marum beflügeln wird, gilt für den Direktor des Bremer Exzellenzcluster als ausgemacht: „Durch die hohe Antriebsleistung des Squid können wir nun auch in Gebieten forschen, die für uns bisher nur schwer zugängliche waren“, sagt Michael Schulz.

Im Übrigen kann der neue Tauchroboter aufgrund seiner überschaubaren Größe und seines Gewichts auch auf kleineren Forschungsschiffen eingesetzt werden. „Deswegen ist das Gerät eine sehr gute Ergänzung zu unserem Arbeitspferd, dem großen Tauchroboter Marum-Quest, der in Tiefen von bis zu 4000 Meter eingesetzt wird“, sagt der Direktor.

Der kleine Tauchroboter wird im Spätherbst nach Walvis Bay, dem wichtigsten Seehafen Namibias, verschifft. An Bord des deutschen Forschungsschiffs wollen Wissenschaftler im Januar 2016 Kaltwasserkorallen vor der Südwestküste des afrikanischen Kontinents untersuchen.

Der Tauchroboter Marum-Quest