| von Mercis / hei /

Deutschland hat nicht nur das Konzept Industrie 4.0 geprägt, sondern verfügt auch über entsprechend fortschrittliche Technologie. Im Zuge der Deutsch-Chinesischen Regierungskonsultationen im Oktober 2014 vereinbarten beide Seiten eine enge Kooperation im Bereich Industrie 4.0.

Deutschen Unternehmen bietet die Nachfrage aus China einzigartige Absatzmöglichkeiten. Die Auftragsbücher der Technologieanbieter Bosch, Kuka, SAP und Siemens sind in China gut gefüllt. Gleichzeitig aber wird Deutschlands Zusammenarbeit mit China chinesische Wettbewerber stärken.

Einige der chinesischen Großkonzerne könnten durch Industrie 4.0 innerhalb kurzer Zeit einen großen Sprung machen. Dies sorgt in der deutschen Politik und Wirtschaft für kontroverse Diskussionen.

Schlechte Zeichen für Zusammenarbeit

Chinas Investitionen, Bild: Merics
China investiert an vielen Standorten in Europa. Bild: Merics

Die Zeichen für eine Zusammenarbeit der Deutsch-Chinesische Innovationspartnerschaft stehen schlecht. Deutsche Unternehmen und Verbände können sich untereinander bislang nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen. Hinzu kommt: China schottet seinen Markt gegenwärtig unter dem Vorwand der Cyber-Sicherheit für ausländische IT-Unternehmen ab.

Die Blockierung von Virtual Private Networks (VPN) und die staatliche Kontrolle von Datenströmen betrifft Industrie 4.0 besonders, weil sie in großem Maße Datentransfers mit Cloud-Diensten und Transparenz von Geschäftsaktivitäten erfordert. Deutschen Unternehmen, die Industrie 4.0 liefern und anwenden, schadet diese Entwicklung massiv.

Daher braucht Deutschland eine Doppelstrategie: Marktführer wie SAP und Siemens haben die Rolle der Testpiloten auf dem chinesischen Markt. Sie können Risiken besser kontrollieren als kleinere Unternehmen. Für Mittelständler dagegen, die Probleme beim Schutz ihrer Technologien haben, wird der Know-how-Verlust schnell existenzbedrohend. Sie sollten zunächst im Windschatten der Großen fahren, die Erfahrungen der ersten Pilot-Kooperationen auswerten und auf dieser Grundlage ihre individuellen Chancen und Risiken abwägen.

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