Trump und seine Berater kritisierten außerdem, die Deutschen würden künstlich Löhne niedrig halten, um wettbewerbs- und konkurrenzfähig produzieren zu können. Auch Währungsmanipulationen warf er den deutschen Industrieunternehmen vor. Darauf reagierte gestern der VDMA in einer Pressemitteilung.

Einen Tag vor Merkels Reise meldete sich VDMA-Präsident Martin Welcker zu Wort: „Die Vorwürfe des amerikanischen Präsidenten Donald Trump und seiner Berater gegen die deutsche Industrie greifen ins Leere. Denn zum einen sind gerade die deutschen Maschinenbauer in den USA sehr präsent mit einer lokalen Wertschöpfung. Laut der verfügbaren US-Daten arbeiten insgesamt 81.000 Beschäftigte in amerikanischen Maschinenbaufirmen, die sich in mehrheitlich deutschem Besitz befinden. Der von ihnen erzielte Umsatz von umgerechnet knapp 30 Milliarden Euro war doppelt so hoch, wie der zeitgleiche deutsche Maschinenexport in die USA."

Weiter wehrt sich Welcker gegen den Vorwurf des Lohndumping, da die Löhne im deutschen Maschinenbau global gesehen "mit die höchsten" seien. Welcker sieht die Exportstärke der deutschen Maschinenbaubranche als Beweis für die hohe Qualität der Produkte. Diese Stärke ist zugleich wohl der Grund für die Wortmeldungen der Verbandsführer, denn Amerika ist neben dem europäischen Nachbarstaaten eines der wichtigsten Partnerländer. Die deutsche Exportstärke ist also sehr wohl auch auf die Nachfrage aus Übersee angewiesen.

Doch diese Abhängigkeit beruht auf Gegenseitigkeit, denn die amerikanische Wirtschaft braucht die deutschen Maschinen, um modern produzieren zu können. "Eine Beeinträchtigung dieses freien Handels - sei es durch Straf- oder Schutzzölle, sei es durch Steueränderungen, sei es durch eine künstliche Reduktion der Exporte aus Deutschland -, würde also den Amerikanern erheblich schaden" , sagt Welcker. Die gesamte deutsche Industrie wird heute also gespannt nach Washington blicken.

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