ke-NEXT-Chefredakteur Wolfgang Kräußlich (links) sprach in Bruchsal mit Claus Wieder (Mitte),

ke-NEXT-Chefredakteur Wolfgang Kräußlich (links) sprach in Bruchsal mit Claus Wieder (Mitte), Leiter des Marktmanagements Deutschland bei SEW-Eurodrive, und mit Manfred Müller (rechts), dem Verantwortlichen für den Projektsupport Heavy Industrial Solutions bei SEW. Bild: SEW

Generell: Was kann SEW bei Großgetrieben besser als andere?
Claus Wieder: Bis zu den mittleren Drehmomenten ist die SEW augenblicklich, was Logistik angeht, eindeutig der Marktführer. Wir können eine Lieferzeit mit einer Liefertreue bieten, die ihresgleichen sucht. Das kommt daher, dass wir die modernsten Fabriken mit den modernsten Logistikkonzepten haben, weil wir mit die jüngst entwickelte Industriegetriebereihe am Markt bieten. Die haben wir 2007 eingeführt, und die letzten Größen 2012.

Manfred Müller: Technisch gesehen sind unsere Getriebe sehr fein gestuft, das dürfte die feinste Stufung am Markt sein. Damit lassen sich die Getriebe optimal auf die Anwendung dimensionieren. Bei einer gröberen Stufung muss man oft überdimensionieren, was dann bei Industriegetrieben schnell ein paar Hundert Kilogramm mehr Gewicht mit sich bringt. Außerdem haben wir eine sehr hohe Leistungsdichte, also Drehmoment pro Baugröße.

ke-NEXT-Chefredakteur Wolfgang Kräußlich (links) sprach in Bruchsal mit Claus Wieder (Mitte), Leiter des Marktmanagements Deutschland bei SEW-Eurodrive, und mit Manfred Müller (rechts)

ke-NEXT-Chefredakteur Wolfgang Kräußlich (links) sprach in Bruchsal mit Claus Wieder (Mitte), Leiter des Marktmanagements Deutschland bei SEW-Eurodrive, und mit Manfred Müller (rechts), dem Verantwortlichen für den Projektsupport Heavy Industrial Solutions bei SEW. Bild: SEW

Was sind denn aus Ihrer Erfahrung heraus die wichtigsten Anforderungen, die Kunden an Großgetriebe derzeit haben?
Claus Wieder: Ein ganz großes Thema ist die Verfügbarkeit. Wir reden ja hier von Antrieben, die von der Kostenseite schon einen sehr hohen Anteil an der Komplettmaschine ausmachen. Und diese Antriebe, die müssen durchlaufen, die laufen meistens sehr, sehr lange. Deshalb ist das Thema Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit nach wie vor der wichtigste Punkt, den die Kunden erwarten.

Wie sieht es mit anderen Themen wie dem Wirkungsgrad oder der Lautstärke aus?
Manfred Müller: Es kommt darauf an, wo die Anlage steht. Wenn wir im Tagebau sind, dann ist die Geräuschentwicklung des Getriebes im Vergleich zu einem Mobil-Brecher zu vernachlässigen. Wenn allerdings in Stadtnähe neue Kraftwerke gebaut werden, da geht es auch um Geräuschentwicklung und Grenzwerte, die eingehalten werden müssen. Das Thema Wirkungsgrad wird auch immer wichtiger. Wir werden auf der Hannover Messe ein neues Produkt ankündigen, mit dem wir unter anderem auch dieses Thema adressieren wollen.

Klingt interessant. Worum handelt es sich dabei?
Manfred Müller: Um ein mechatronisches Industriegetriebe, ein völlig neuartiges Konzept in dieser Größe. Wir wollen die Hannover Messe nutzen, um den ein oder anderen Pilotkunden dafür zu gewinnen. Die Idee ist, dass der Kunde alles aus einer Hand bekommt, den Antrieb, den Frequenzumrichter, Motor, Getriebe, alles. Der Umrichter kann zudem einen Teil der Aufgaben erledigen, die heute eine Steuerung übernimmt.

Claus Wieder: Der Kunde hat im Grunde nur noch zwei Schnittstellen: die Abtriebswelle und einen Netzanschluss. Das ist ein dezentrales Konzept, wie man es von unseren Movigears aus der Getränkeindustrie kennt. wk

Lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag: “Großgetriebe von SEW-Eurodrive