In fast allen Unternehmen werden täglich neue Organisationsanweisungen und Regeln geschaffen. Dazu kommen oft noch Regeln und Verfahrensanweisungen, die sich als betriebliche Übung etabliert haben. Führungskräfte 4.0 denken immer wieder darüber nach, welche Regeln abgeschafft werden können. Sie führen Workshops durch, mit dem Ziel, Organisation abzubauen. Sie wollen so viel Freiheit wie möglich und nur so viele Regeln, wie wirklich nötig. Sie übertragen Verantwortung, schenken Vertrauen und lassen ihren Mitarbeitern möglichst viel Raum, um die Ziele des Unternehmens zu verwirklichen. Dazu gehört auch die Flexibilisierung von Arbeitsort und Arbeitszeit.

4. Ziel

Jahrelang war es die Aufgaben der Führungskräfte vorzugeben, wie die Dinge zu erledigen sind. In Zeiten flexibler Produktions- und Denkstrukturen ist es wichtig, klare Ziele zu vereinbaren und den Mitarbeiter die Mittel zur Zielerreichung selbst finden zu lassen. Das Wissen dazu steht heute in Form von unternehmensinternen und -externen Datenbanken zur Verfügung. Was gebraucht wird, sind Mitarbeiter, die dieses Wissen fallspezifisch erfassen und im Rahmen ihrer speziellen Aufgabe zielgerichtet einsetzen können, sowie Führungskräfte, die sie dabei unterstützen.

5. Teamgeist anstelle von Top-Down

In der Vergangenheit hatten Führungskräfte eigene Chef-Büros und im Vorzimmer eine eigene Firewall in Form der Chefsekretärin. Die Führungskräfte 4.0 sitzen zusammen mit ihren Mitarbeitern an der Front und sehen sich als Teil des Teams mit der Aufgabe, die Team-entwicklung aktiv zu gestalten und mit schnellem Feedback für die Mitglieder des Teams mit Rat und Tat zu Seite zu stehen.

6. Belohnung

Das Top-Down-System der Führung in der Vergangenheit führte dazu, dass viele Mitarbeiter sich in der eigenen Meinungsbildung ausschließlich an der Meinung ihres Vorgesetzten orientierten, um so ihre berufliche Position zu festigen. Führungskräfte von morgen wissen, dass am Ende des Tages die Leistung zählt. Belohnt werden also jene Mitarbeiter, die kritisch sind, die die Dinge hinterfragen und so neue Ideen und Impulse entwickeln können. Gefördert werden gezielt auch Querdenker und Seiteneinsteiger. Führungskräfte von morgen sorgen dafür, dass Erfolge gefeiert werden und der Urheber des Erfolges klar benannt und belohnt wird.

7. Positive Fehlerkultur

Etwas falsch gemacht! Diese Erkenntnis sorgt in der Regel zu einem reflexartigen Einziehen der Köpfe. Vertuschung statt Verantwortung – das ist immer noch die gängige Praxis! Führungskräfte von morgen wissen, dass es zwei Arten von Fehlern gibt: Fehler aus grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz und Fehler aus mangelnder Erfahrung. Jedes neue Projekt, jedes neue Verfahren wird Fehler hervorbringen. Schaffen Sie also eine positive Einstellung zu Fehlern aus mangelnder Erfahrung. Fehler aus grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz sind natürlich zu ahnden und abzustellen, aber alle Fehler, die sich im Schaffensprozess einschleichen, sind zu belohnen. Sehen Sie Fehler als Bestanteil des Prozesses zur Verbesserung und fördern Sie Feedback möglichst schnell und unmittelbar.