Lernende Systeme können mehr als nur überwachen. Mit entsprechendem Training werden sie zu qualifizierten und im laufenden Einsatz auch immer besseren Beratern für den Werker an seinem Arbeitsplatz, für den Qualitätsverantwortlichen und den Planer. Hinzu kommt: Die Mensch-Maschine-Schnittstellen, also die Benutzeroberflächen, werden immer ergonomischer und intuitiver, die kryptischen Displays der Vergangenheit wandeln sich zu dialogfähigen, digitalen Assistenten.

Neben den Vorteilen für die Produktion profitieren auch Supply Chains und Supply Networks. Zukünftig werden kognitive Wertschöpfungsnetzwerke sehr viel zuverlässiger, vorausschauender und ökonomischer gemanagt werden können. Lernende Systeme können unter anderem rechtzeitig davor warnen, wenn sich Lieferungen verzögern oder Unterbrechungen zu befürchten sind. Auch Vorlaufzeiten können besser prognostiziert werden. Ein weiterer wichtiger Vorteil ergibt sich aus der Fähigkeit des Systems, nicht nur die jeweils besten Transportoptionen vorzuschlagen, sondern gleich noch die Kosten dafür zu berechnen.

Kognitive Sicherheitssysteme

Auch Sicherheitssysteme können dazulernen. Das Ziel: Zu handeln, noch bevor der Mensch überhaupt eine potenzielle Gefahr erkennen kann. Kognitive Systeme wie Watson erkennen Muster und stellen Korrelationen her, die auch dabei helfen können, Hackerangriffe oder gezielte Manipulationen sehr frühzeitig zu identifizieren. Das System kann dann entweder automatisch Gegenmaßnahmen einleiten oder die Sicherheitsverantwortlichen warnen und beraten, welche Schutzmaßnahmen ergriffen werden sollten. Hierzu wird IBM ab Herbst 2016 gemeinsam mit IT-Studenten renommierter amerikanischer Universitäten Watson darauf trainieren, Cyberattacken schon sehr frühzeitig zu erkennen und Ratschläge für deren Bekämpfung zu geben. Dafür wird das System mit Wissen und Erkenntnissen rund um das Thema IT-Sicherheit gefüttert, in der Anfangsphase mit bis zu 15.000 Dokumenten monatlich – unter anderem mit Informationen zu Malware oder sogar mit ganzen Datenbanken zur Historie und erfolgreichen Abwehr von Cyberangriffen. Zudem wird Watson jeden Monat aus über 60.000 Security-Posts und Tweets lernen sowie aus Millionen von Spam- und Phishing-Attacken, die das IBM X-Force-Team kontinuierlich registriert.

Training frühzeitige Erkennung von Cyberattacken, Bild: IBM
Zusammen mit Studenten trainiert IBM Watson für die frühzeitige Erkennung von Cyberattacken. Bild: IBM

Kognitive Assistenzsysteme

Gleich zweimal konnte man Watsons Stimme in den Hallen der diesjährigen Industriemesse in Hannover hören – bei der SmartFactory-Initiative und auf dem IBM-Stand, wo ein Pilotprojekt mit dem Landmaschinen-Hersteller John Deere gezeigt wurde. Im Rahmen dieser Pilotprojekte, bei denen es um die stärkere Verzahnung traditioneller Lean-Production-Methoden mit Industrie-4.0-Ansätzen geht, kommen Assistenzsysteme mit kognitiven Fähigkeiten zum Einsatz, die automatisch Montageanweisungen zum jeweiligen Arbeitsplatz liefern und den Mitarbeiter aktiv in den Informationsfluss mit einbeziehen. Dabei sollte evaluiert werden, inwieweit kognitive, lernende Systeme heute in der Lage sind, dem Werker Vorort wichtige Hilfestellungen bei Wartungsarbeiten für Maschinen und Anlagen, sowie Problemlösungsvorschläge bei Störungen zu bieten.

Damit ist die kognitive Fabrik die nächste Evolutionsstufe einer smarten Factory. Ihre grundlegenden Merkmale sind eine bessere Kollaboration zwischen Mensch und Maschine, geprägt durch einen kontinuierlichen Erfahrungs- und Wissensaustausch mit gegenseitigen Lerneffekten. Hinzu kommt: Das kognitive System Watson ist in der Lage, nicht nur Millionen von Maschinendaten, sondern auch Textdokumente, Ton, Bilder oder Videostreams in Sekunden zu erfassen, zu bewerten und zu verstehen. Diese Daten und Informationen werden von Watson so aufbereitet und organisiert, dass auch der Umgang mit Inhalten sehr viel effizienter und einfacher wird. Zudem erkennt das System eigenständig Zusammenhänge und Interdependenzen, die der Mensch noch gar nicht erfasst hat: Watson denkt also nicht nur mit, sondern auch über die bisherigen Grenzen hinaus. hei

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