Fließlochschrauben, Bild: ke NEXT/do
Aluminium und Stahl sind an diesem einseitig zugänglichen Werkstück durch Fließlochschrauben verbunden. Bild: ke NEXT/do

Auch zum Fließlochschrauben gab es eine Demonstrationsstation. Dieses Verfahren eignet sich insbesondere, wenn ein Bauteil nur von einer Seite zugänglich ist und unterschiedliche Werkstoffe gefügt werden sollen. Die Kombination mit Klebstoff bringt hier höhere Verbindungsfestigung, eine bessere Spannungsverteilung und Korrosionshemmung. In der Demonstration drehte der Roboter ein Schraube in ein Alublech und den darunter liegenden Stahlträger. Das Verfahren funktioniert allerdings auch mit anderen Werkstoffen, etwa Kunststoffen. Die drehende Schraube dringt, ohne das eine Vorbohrung nötig wäre, in das Material ein und formt ein Gewinde.

Anwender sollten bei dieser Fügemethode darauf achten, dass kein Klebstoff unter der Schraube aufgetragen werde, erklärte Robert Klingel vom Partnerunternehmen Klingel. Denn der Klebstoff würde das Drehmoment vermindern, wodurch die Schraube nicht sauber angezogen wird.

Zerstörungsfrei Klebstoffverbindungen prüfen

Eine weitere Station zeigte die zerstörungsfreie Prüfung von Klebeverbindungen an Fahrzeugrohbauten. Thorsten Michalk von GE demonstrierte dort den neu entwickelten Scanner des Unternehmens, der die Phased-Array-Technik verwendet. Der Ablauf ist ganz ähnlich wie beim Ultraschall in der Medizin: Zunächst wird ein Kontaktgel aufgetragen, in diesem Fall auf den Bördelfalz-Bereich eines Fahrzeugblechs. Anschließend fährt man mit dem Messkopf langsam die fragliche Stelle ab. Der flexible Kontaktbereich des Messkopfes passt sich dabei der leicht gerundeten Form des Blechs an. Auf einem Bildschirm gibt das System die Messergebnisse anschließend als farbige Grafik aus. Der Scanner soll im Juni 2015 bei VW Sachsen in die Serienprüfung gehen. Bis Herbst 2017 plant das Unternehmen eine Variante mit automatischer Auswertung. Die maximale Prüfgeschwindigkeit liegt bei drei Meter pro Minute.

Markt für Kleb-, Dicht- und Dämmstoff wächst

Der gestiegene Bedarf an Fügetechnik im Maschinen- und Anlagenbau sowie dem Automotivebereich hat dem Klebe- und Dosieranbieter SCA in den vergangenen Jahren kräftiges Wachstum beschert, wobei ein großer Teil davon in China stattfand. „Die Nachfrage nach innovativen Lösungen zur Applikation von Kleb-, Dicht- und Dämmstoffen wird weltweit auch in den nächsten Jahren kräftig zulegen“, ist SCA-Geschäftsführer Olaf Leonhardt überzeugt. „Speziell der Trend zum Leichtbau in der Automobilindustrie treibt den Markt voran.“

SCA führt mit Anwendern in Bretten jährlich mehr als 200 individuelle Testreihen mit neuen Klebstoffen oder neuen Bauteilen durch, um die Ideen der Anwender frühzeitig auf Machbarkeit zu prüfen. Das baden-württembergische Werk ist eines von sieben Innovations-Centern weltweit. Dort sitzen außerdem die zentrale Fertigung und Verwaltung von SCA. Atlas Copco hat angekündigt, in den Ausbau des Werks sieben Millionen Euro zu investieren. SCA will auf diese Weise mittelfristig pro Jahr bis zu 500 Test mit Anwendern durchführen können.

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