Projekt InFlott und Autoples, Bild: Screenshot Video e-mobil, Vimeo.de

Wissenschaftler zeigen in einem Parkhaus in Stuttgart, wie eine E-Auto autonom einen Parkplatz findet, selbst einparkt und sich selber auflädt. Bild: Screenshot Video e-mobil, Vimeo.de

Ein ganz neues Parkerlebnis verspricht das autonome Fahren: Das Auto am Parkhaus „abgeben“ und es selbstständig zum Parkplatz fahren und einparken lassen, klingt wie eine Vision aus dem Silicon Valley. Tatsächlich wird sie in der Stuttgarter Innenstadt in der Hofdienergarage, einem sechsstöckigen Parkhaus mit spiralförmiger Auffahrt, schon erprobt. Ein E-Smart fährt vollautomatisch von der Einfahrt bis zum Parkplatz und parkt ebenso vollautomatisch ein und auch wieder aus. Auch das Laden der Fahrzeugbatterien erfolgt in Zukunft vollautomatisch ohne manuellen Eingriff.

In dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Projekt InFlott („Integriertes Flottenladen“, Schaufenster Elektromobilität LivingLab BWe Mobil) und dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt Autoples („Automatisiertes Parken und Laden von Elektrofahrzeug-Systemen“, Spitzencluster Elektromobilität Süd-West) treiben zwölf Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Baden-Württemberg die Weiterentwicklung des Infrastruktur- und Dienstleistungsangebotes des automatisierten Parkens und Ladens für E-Fahrzeuge voran.

Das autonomisierte Parken und Laden im e-mobil-Video

Automatisiertes Navigieren und Rangieren

Die für den Fahrer bequeme Dienstleistung beinhaltet eine Vielzahl von technischen Lösungen, verkehrs- und umweltpolitischen Vorteilen und neuen Geschäftsmodellen. Schwerpunkte der Forschung sind besondere Anforderungen an das automatisierte Navigieren und Rangieren in Gebäuden und die Integration vielfältiger Dienstleistungen wie ECarsharing, die Energieversorgung in einem Smart Grid und das intelligente Flottenmanagement von E-Fahrzeugen.

„Elektromobilität und Autonomes Fahren sind wichtige Themen für die Fahrzeug- und Zulieferindustrie in unserem Land. Gerade beim automatisierten Parken und Laden von Elektrofahrzeugen greifen diese Themen ineinander. Baden-Württemberg will seine Position als Leitanbieter in diesen Bereichen halten, außerdem Leitmarkt werden und den Regelbetrieb für automatisiertes Fahren einführen. Auch im Zusammenhang mit dem Trend zum Carsharing bieten diese Technologien attraktive und nachhaltige Lösungen zur Ergänzung des ÖPNV“, sagt der badenwürttembergische Wirtschaftsminister Dr. Nils Schmid.

Das Projekt Autoples

Im Projekt Autoples, an dem auch das FZI maßgeblich beteiligt ist, wurde ein automatisierter Laderoboter entwickelt, sowie ein Smart Electric Drive mit vier Laserscannern und speziellen Radsensoren zu einem autonom einparkenden E-Fahrzeug umgebaut.

„Derart umgerüstete Elektroautos bieten dank ihrer Charakteristik, integrierten IT und Elektronik beste Voraussetzungen für das automatisierte Fahren, verdichtendes Parken und Rangieren ohne GPS und aufwändige Kamerasysteme! Während noch viele darüber reden, haben wir im Verbund von fünf innovativen Partnern das automatisierte Parken und Stromtanken hier bereits in einem bestehenden Parkhaus mit Spindelauffahrt prototypisch realisiert“, erläuterte Prof. Johann Tomforde, TEAMOBILITY und TransEnergyPartners, der Initiator und Verbundkoordinator von AUTOPLES. „Unsere Kombination aus digital vernetztem Parken und Laden hat noch viel Potenzial für neue Geschäftsmodelle und die Systemprozesse von Flottenkunden wie City- Logistik, Carsharing- und anderen Mobilitätsanbietern!“

Das e-mobil-Video zum Autoples-Projekt

„Kern des Forschungsprojekts InFlott ist der Aufbau einer intelligent kombinierbaren Ladeinfrastruktur, die sowohl mit E-Flotten- wie mit Lademanagementsystemen für gewerbliche Flottenbetreiber als auch mit Reservierungs- und Abrechnungssystemen für den individuellen Endkunden vernetzt werden kann. Ein Ziel ist es, dass auch Privatfahrer über Apps die Ladeinfrastruktur reservieren bzw. „automatisch“ nutzen können und dass unterschiedliche Bezahlverfahren, sei es über die Bezahlsysteme der Parkhäuser, die der E-Fahrzeuge oder über den Energieversorger möglich sind“, erklärte Stefan Sichel, EnBW, Projektleiter InFlott.

Selbstverständlich erfolgt das Aufladen der Fahrzeugbatterien mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien. Dadurch wird ein wichtiger Beitrag dazu geleistet, dass Elektromobilität mit einem hohen Nutzerkomfort, wettbewerbsfähig und ökologisch möglich sein wird. Insgesamt wurden durch InFlott 50 Ladepunkte in Freiburg, Karlsruhe, Tübingen und Stuttgart aufgebaut.