Draht, Bild: Pixabay - disign

Ein wichtiger "Rohstoff" für die Elektroindustrie: Kupferdraht, Bild: Pixabay - disign

Die um Preiseffekte bereinigte Produktion der deutschen Elektroindustrie fiel im Juli 2017 um 7,1 Prozent höher aus als im Vorjahresmonat. Für den kumulierten Zeitraum von Januar bis Juli dieses Jahres ergibt sich dadurch ein Plus beim aggregierten Produktionsvolumen von 4,5 Prozent. Gleichzeitig haben die Elektrounternehmen ihre Produktionspläne im August heraufgesetzt. „Der bisherige Jahresverlauf war merklich besser als erwartet und so gut wie alle Fachbereiche haben am Wachstum partizipiert. Gleichzeitig zogen die Bestellungen aus dem In- und Ausland in den ersten sieben Monaten kräftig und nahezu gleich stark an. Das Exportwachstum stand zudem auf einer sehr breiten Basis“, sagt ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann.

Der ZVEI erhöht deshalb seine konservativ formulierte Prognose vom Jahresanfang für die reale Produktion 2017 um einen Prozentpunkt auf plus 2,5 Prozent. „Allen globalen Risiken zum Trotz befinden wir uns derzeit in der günstigen Sondersituation eines breit angelegten Wachstums, wie wir es seit Ende der Finanzkrise so nicht hatten.“

Auch die Zahl der Auftragseingänge stieg bis zuletzt weiter: So ist die deutsche Elektroindustrie mit einem deutlichen Bestellplus in die zweite Jahreshälfte gestartet. Insgesamt legten die Auftragseingänge im Juli 2017 um 10,5 Prozent gegenüber Vorjahr zu. Die Inlandsbestellungen stiegen um 14,1 Prozent, die Auslandsbestellungen um 7,9 Prozent. Aus der Eurozone gingen im Juli 3,3 Prozent mehr Aufträge ein als vor einem Jahr, aus Drittländern 10,9 Prozent. In den gesamten ersten sieben Monaten dieses Jahres erhöhten sich die Bestellungen um 8,8 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum.

Mit insgesamt 15,2 Milliarden Euro haben die Erlöse der heimischen Elektrounternehmen ihren Vorjahreswert im Juli um 9,9 Prozent übertroffen. Dabei stiegen der Inlandsumsatz auf 7,2 Milliarden Euro (+5,3 %) und der Auslandsumsatz auf 8,0 Milliarden Euro (+14,0 %). Zwischen Januar und Juli 2017 kamen die Branchenerlöse auf 107,9 Milliarden Euro – ein Plus von 7,4 Prozent.

„In den gesamten ersten sieben Monaten des laufenden Jahres stieg der Auslandsumsatz doppelt so stark wie die Inlandserlöse“, so Dr. Gontermann. „Der Inlandsumsatz nahm um 4,8 Prozent auf 51,3 Milliarden Euro zu, der Auslandsumsatz um 9,6 Prozent auf 56,6 Milliarden Euro.“

Das Geschäftsklima in der deutschen Elektroindustrie zeigte sich im August stabil auf hohem Niveau. Zwar fiel die Beurteilung der aktuellen Lage etwas ungünstiger aus als im Juli, dafür zogen die allgemeinen Geschäftserwartungen an. 63 Prozent der Elektrounternehmen bewerten ihre gegenwärtige Lage als gut, 33 Prozent als stabil und nur vier Prozent als schlecht. Für die nächsten sechs Monate gehen 28 Prozent der Branchenfirmen von anziehenden Geschäften aus, 69 Prozent von gleichbleibenden und lediglich drei Prozent von rückläufigen. Die Exporterwartungen änderten sich nach ihrem kräftigen Anstieg im Vormonat im August kaum. jl

Geschäftsklima, Bild: ZVEI
Grafik zum Geschäftsklima der Elektroindustrie. Bild: ZVEI