Volkswagen Budd-e auf CES, Bild: Volkswagen

Auf der CES in Las Vegas stellte Automobilhersteller Volkswagen sein neues Elektroauto Budd-e vor. Bild: Volkswagen

Bei der digitalen Transformation und der Elektromobilität setzt VW auf einen engeren Schulterschluss von Politik und Automobilbranche. „Die Anstrengungen unserer Industrie allein werden nicht ausreichen. Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass der Industriestandort Europa in einer sich stark wandelnden Welt innovativ und wettbewerbsfähig bleibt", erklärt Vorstandsvorsitzender Müller. „Ein echter Durchbruch der Elektromobilität wird nur möglich sein, wenn Politik, Gesellschaft und Behörden enger zusammenarbeiten." Als Beispiel nannte er die noch nicht vorhandene Infrastruktur: Europa brauche dringend ein flächendeckendes Netz an 150-kW-Schnellladestationen. Das Vertrauen der Kunden in die E-Mobilität werde nur wachsen, zeigte sich Müller überzeugt, „wenn es eine sichtbare und funktionierende Infrastruktur dafür gibt."

Strategie 2025

Der Konzernchef versprach, dass Volkswagen „mehr als je zuvor" auf Nachhaltigkeit setzen werde – „und das umfasst unsere Produkte, unsere Strategie und unser Management." Im Sommer werde er die neue „Strategie 2025" für den Konzern vorstellen. Unter anderem werden die Konzernmarken bis 2020 rund 20 weitere Modelle mit Elektroantrieb beziehungsweise als Plug-In-Hybride auf den Markt bringen, kündigte der Vorstandsvorsitzende an.

Mit Blick auf die Emissionsthematik der vergangenen Wochen erklärte Müller in Brüssel vor den EU-Parlamentariern: „Wir nutzen die aktuelle Krise für eine grundlegende Neuausrichtung des Konzerns. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir jetzt die Chance haben, ein neues und besseres Volkswagen zu schaffen."

Der Vorstandsvorsitzende bekräftigte, dass Europas größter Automobilhersteller die Abgaswerte seiner Fahrzeuge künftig von externen und unabhängigen Prüfern überprüfen und bestätigen lassen wird. Die Fahrzeuge des Konzerns sollen zudem in Stichproben unter realen Straßenbedingungen getestet werden, erklärte Müller weiter: „Wir hoffen, das hilft, verlorenes Vertrauen wieder zurückzugewinnen."

Neue Wege gehen

Er gab sich überzeugt: „Die branchenweit bestehenden Diskrepanzen zwischen offiziellen Prüfwerten und Realverbrauch sind nicht mehr vermittelbar und nicht mehr hinnehmbar. Hier müssen wir als Industrie neue Wege gehen."

Europaweit stehen nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden umfassende technische Lösungen für die betroffenen rund 8,5 Millionen Fahrzeuge fest. Die Umrüstung werde in dieser Woche beginnen. Die Kunden könnten sich auf Volkswagen verlassen, betonte Müller in Brüssel: „Wir werden den Rückruf in der kundenfreundlichsten und bestmöglichen Art und Weise vollziehen."

Zum Volkswagen Konzern gehören zwölf Marken aus sieben europäischen Ländern. In Summe beschäftigt Volkswagen in Europa mehr als 440.000 Mitarbeiter an 72 Standorten. In vielen Ländern der EU ist der Konzern der größte industrielle Investor. Müller betonte, dass Volkswagen zum Entwicklungs- und Produktionsstandort Europa stehe: „Volkswagen setzt auf Europa. Und ich sehe es als unsere und meine Kernaufgabe, dafür zu sorgen, dass Europa auch in Zukunft auf Volkswagen vertrauen kann."