Zypries auf der formnext, Bild: Mesago/Thomas Klerx

Auch die Bundesministerin Brigitte Zypriesbesuchte die formnext 2017. Bild: Mesago/Thomas Klerx

Während der vier Messetage war die formnext 2017 das Gravitationszentrum des weltweiten Additive Manufacturing und der modernen Produktionstechnologie. Zahlreiche führende Unternehmen der Branche stellten ihre wichtigsten Produktpremieren der Fachwelt vor. Gleichzeitig überzeugten die 470 Aussteller aus 33 Nationen mit ihren zahlreichen Innovationen aus den unterschiedlichsten Bereichen der Prozessketten moderner industrieller Fertigung.

„Die Zahlen und der Erfolg der formnext 2017 sprechen für sich. Mit einer großen Anzahl an Weltpremieren und dem starken Wachstum bei Besuchern und Ausstellern hat die formnext bereits im dritten Jahr ihre Position als internationale Leitmesse der Branche gefestigt und ist damit wichtigster Impulsgeber für die gesamte Branche“, sagt Sascha F. Wenzler, Bereichsleiter formnext beim Veranstalter Mesago Messe Frankfurt.

  • Messeneuheit GE Formext 2017, Bild: ke NEXT / jl

    Zum Start der Messe am 14. November 2017 gab es noch viele Vorhänge zu besichtigen: Hier am Stand von GE Additive wurde erst im Laufe des ersten Messetages enthüllt, woran die Entwickler die letzten 277 Tage gearbeitet haben... Bild: ke NEXT / jl

  • Projekt Atlas von GE, Bild: ke NEXT / jl

    ... ein Drucker des Projektes "Atlas" (Additive Technology Large Area System), der sich für den laserbasierten Pulver-Metall-3D-Druck eignet und komplett skalierbar ist. Sein Vorteil: er soll durch seine Skalierbarkeit auf die Bedürfnisse verschiedenster Brachen anpassbar sein. Dazu spielt er in der Meterklasse mit, da sich seine Z-Achse auf mehr als einen Meter erweitern lässt. Damit ist er prädestiniert für Branchen, die große Metallteile mit komplexen Geometrien fordern. Geholfen bei der Entwicklung hat das Unternehmen Concept Laser, das seit 2016 mehrheitlich zu GE gehört. Wichtig ist es den Schöpfern der Maschine zu erwähnen, dass es sich hierbei nicht nur um eine Preview eines Produktes handelt, sondern um die Realität - mehrere der Geräte sind schließlich bereits im Einsatz. --- Halle 3 - Stand E30 --- Bild: ke NEXT / jl

  • Messeneuheit Materialise Formnext 2017, Bild: ke NEXT / jl

    Ein etwas kleinerer Vorhang auch bei Materialise. Die Info, was sich darunter verbirgt, gab es erst kurz nach Mittag. Lediglich die Stichworte Metall-Druck und Softwarelösung waren vorab aus den Verantwortlichen herauszubekommen.... Bild: ke NEXT / jl

  • Additiv gefertigte Teile von Materialise, Bild: ke NEXT / jl

    ....erst nach der Enthüllung gab es Teile aus dem Metall-3D-Drucker zu sehen. Soweit erst einmal keine Neuheit, der Clou dahinter, bedarf einer Erklärung: dabei handelt es sich um die Softwarelösung e-Stage Metal, eine sogenannte 1-Click-Lösung, mit der die Stützstrukturen, die die Teile während des Druckvorgangs benötigen, innerhalb weniger Sekunden - und mit nur einem Klick - generiert werden können. Was für den Metalldruck bisher manuell in rund 90 Minuten erstellt werden musste, generiert die automatisierte Lösung innerhalb weniger Sekunden. --- Halle 3 - Stand C48 --- Bild: ke NEXT / jl

  • EOS P 500 auf der Formnext 2017, Bild: ke NEXT / jl

    Auch diese Neuheit verbarg sich zunächst für mehrere Stunden unter einem Vorhang und wurde dann von einer neugierigen Schar umzingelt: Der EOS P 500. Ein Drucker auf der Basis des Laser-Sinterns, der durch seine zwei parallel arbeitenden 70-Watt-Laser, seinen großen Bauraum und seinen extrem schnell arbeitenden Beschichter (trägt 0,6 m/s Werkstoff auf) in der industriellen Serienfertigung eingesetzt werden kann. Die Kosten pro Bauteil sollen sich mit dem System um 30 Prozent reduzieren. --- Halle 3.1 - Stand G50 --- Bild: ke NEXT / jl

  • Trumpf TruPrint 5000, Bild: ke NEXT / jl

    Bei Trumpf gab es keinen Vorhang, aber noch einen Laser mehr: der TruPrint 5000 arbeitet mit drei scannergeführten 500-Watt-Lasern gleichzeitig. Das macht ihn zu einer extrem produktiven 3D-Druck-Anlage im Mittelformat für Metallbauteile. Anders als bei anderen Multilaserkonzepten ist diese Variante nicht auf definierte Bereiche in der Prozesskammer begrenzt – das macht den 3D-Drucker besonders schnell und produktiv. --- Halle 3 - Stand E50 --- Bild: ke NEXT / jl

  • Trumpf 3D-Druck auf der Formnext 2017, Bild: ke NEXT / jl

    Trumpf stellt nicht nur die für den 3D-Druck benötigten Maschinen und Anlagen sowie die dazu passenden Laserstrahlquellen samt aller optischen Komponenten her, sondern hat auch die notwendige Technologie-, Prozess- und Digitalisierungskompetenz im Haus. Und damit differenziert sich das Unternehmen von den vielen 3D-Drucker-Herstellern, die in manchen Fällen nur ihre Maschinen weiterentwickeln - nicht aber an die Integration ihrer Maschinen in eine Fertigungsumgebung denken. Trumpf setzt mit seinem Messeauftritt auch auf den Input seiner potenziellen Kunden und möchte erfahren, was diese benötigen, um einen Drucker tatsächlich in ihrer Fertigung eizusetzen. An diesem Teil des Standes steht daher die alles entscheidende Frage "What are your needs?" im Mittelpunkt. Bild: ke NEXT / jl

  • Stand Desktop Metal Formnext 2017, Bild: ke NEXT / jl

    Aber auch die 3D-Druck-Experten sehen, dass ein Drucker alleine nicht die Lösung ist. Auch sie fangen an, ihre Technologie als Komplettlösung anzubieten, von der Materialzuführung bis zum Ofen kann bei diesem Exponat von Desktop Metal durchgängig gearbeitet werden. Dazu ist das genutzte Metalldruckverfahren so "sauber", dass der Drucker (nicht jedoch der Ofen) auch in einer Büroumgebung eingesetzt werden kann. --- Halle 3 - Stand C10 --- Bild: ke NEXT / jl

  • Da Siemens kein Drucker-Hersteller ist, sondern als Maschinenbauer vielmehr bei der Automatisierung der Druck-Prozesse hilft, ist es schwer, auf dem Stand ein repräsentatives Bild zu schießen. Mit seiner Automatisierungskompetenz agiert das Unternehmen zwar auf der einen Seite etwas mehr im Hintergrund, auf der anderen Seite bietet Siemens jedoch das Know-how, das dem ein oder anderen 3D-Druck-Hersteller für die Industrialisierung seines Verfahrens fehlt. Das Portfolio zeigt sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette – angefangen bei der Design- und Engineering-Software sowie Simulationstools über die passende Hardware für eine komplette Maschinen- und Fabrikautomatisierung bis hin zur Vernetzung der Maschinen mit dem cloudbasierten IoT-Betriebssystem Mindsphere. Dabei adressiert Siemens Maschinenbauer und Anwender von Additive Manufacturing gleichermaßen. --- Halle 3 - Stand E68 --- Bild: Siemens

    Da Siemens kein Drucker-Hersteller ist, sondern als Maschinenbauer vielmehr bei der Automatisierung der Druck-Prozesse hilft, ist es schwer, auf dem Stand ein repräsentatives Bild zu schießen. Mit seiner Automatisierungskompetenz agiert das Unternehmen zwar auf der einen Seite etwas mehr im Hintergrund, auf der anderen Seite bietet Siemens jedoch das Know-how, das dem ein oder anderen 3D-Druck-Hersteller für die Industrialisierung seines Verfahrens fehlt. Das Portfolio zeigt sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette – angefangen bei der Design- und Engineering-Software sowie Simulationstools über die passende Hardware für eine komplette Maschinen- und Fabrikautomatisierung bis hin zur Vernetzung der Maschinen mit dem cloudbasierten IoT-Betriebssystem Mindsphere. Dabei adressiert Siemens Maschinenbauer und Anwender von Additive Manufacturing gleichermaßen. --- Halle 3 - Stand E68 --- Bild: Siemens

  • Stratasys auf der Formnext 2017, Bild: ke NEXT / jl

    Die Messeneuheit von Stratasys hat noch einen recht sperrigen Namen: Continuous Build 3D Demonstrator. Der soll aber noch ein bisschen vereinfacht werden, verspricht das Unternehmen. Aber viel interessanter ist ja schließlich auch, die Technik, die sich dahinter verbirgt: Ein modular aufgebautes FDM-System für die 3D-Fertigung mit vernetzten Einheiten für (verschieden) hohe Durchsätze. --- Halle 3.1 - Stand F40 --- Bild: ke NEXT / jl

  • Exponate von Stratasys auf der Formnext 2017, Bild: ke NEXT / jl

    Immer beeindruckender wird, was man mit einem 3D-Drucker alles schaffen kann. Diese bunten Exponate sind mit Stratasys-Druckern entstanden. Und es ist alles aus einem "Guss", die Farben, die Texturen, die beweglichen Teile. Aber der Höhepunkt ist noch nicht erreicht, rund fünf Jahre wird es noch dauern, bis das Potenzial der additiven Fertigungsverfahren so richtig zur Geltung kommt, so Andy Middleton, EMEA President Stratasys. Bild: ke NEXT / jl

  • VDMA-Stand auf der Formnext 2017, Bild: ke NEXT / jl

    Dass das Theme 3D-Druck auch in den deutschen Maschinen- und Anlagenbau eindringen wird, zeigt ein Stand der VDMA Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing unter dem Motto "ready4industry". --- Halle 3 - Stand G73 --- Bild: ke NEXT / jl

  • Job Wall auf Formnext 2017, Bild: ke NEXT / jl

    Und ein letzter Indikator dafür, dass sich in der Branche einiges tut: eine sehr lange Job Wall mit mehreren Dutzend Jobangeboten. --- Halle 3 --- Bild: ke NEXT / jl

„Beeindruckend ist hier das bahnbrechende Wachstum der Messe, man findet noch mehr neue Technologien kombiniert mit vielen interessanten Startups, darunter echte Perlen. Ich habe hier zum Beispiel eine Technologie entdeckt, die vorher technisch unerreichbar erschien, uns nun aber neue Anwendungsmöglichkeiten für unsere Produkte in der Oberflächenanalytik bietet“, sagt Holger Rübesame, Business Development Manager bei Specs.

Zahlreiche Geschäftsabschlüsse auf der Messe

Zahlreiche Geschäftsabschlüsse direkt auf der Messe zeigen welche wirtschaftliche Bedeutung die formnext mittlerweile in der Branche hat. Gleichzeitig hat die formnext mit ihrem vielseitigen Rahmenprogramm weiteren Zielgruppen zum Beispiel dem Maschinenbau und der mittelständischen Zulieferindustrie die Potenziale der Additiven Fertigung erschlossen.

Mit einer Internationalität der Besucher von 46 Prozent unterstreicht die formnext ihre weltweite Bedeutung. Die Besucher repräsentierten zahlreiche weltbekannte Unternehmen und die ganze Bandbreite der industriellen Produktion. Dazu zählten auch Vertreter von führenden OEMS, wichtige Zulieferer aus zahlreichen Industriebereichen von der Luft- und Raumfahrt über Automobil bis zu Medizin, Öl- und Gasförderung sowie Sportartikel.

Die Aussteller lobten die Besucherfrequenz und die Qualität der Gespräche: „Wir sind hochzufrieden, weil das Level an Expertengesprächen ungeheuer hoch ist und generell die Quantität der Gespräche stimmt. Wir sehen uns unserem mittelfristigen Ziel, die formnext zu einer Weltleitmesse auszubauen, früher als gedacht nahe. Ich glaube, dass das Herz des Additive Manufacturing in diesen Tagen in Frankfurt schlägt und das freut mich“, sagt Dr. Christoph Schumacher, Leiter Marketing und Unternehmenskommunikation bei Arburg. hei

Die nächste formnext findet vom 13. bis 16.11.2018 in Frankfurt am Main statt.

Die Messe in Zahlen

Ausstellungsfläche: 28.129 m²

Aussteller: 470

Besucher: 21.492

Konferenzteilnehmer: 1.028 Teilnehmer (gebuchte Tageskarten)