Unterwasserfahrzeug,

Die Zukunftsvision von Industrie und Forschung für den Einsatz in der Tiefsee. (Bild: Thyssenkrupp)

Das modular aufgebaute, unbemannte Unterwasserfahrzeug Large Modifiable Underwater Mothership, kurz MUM, erfüllt seine Aufgaben hochautomatisiert. Durch die Modulbauweise kann das neue Fahrzeug individuell für jede Mission ausgestattet werden. Einzelne Basismodule werden frei mit speziellen Missionsmodulen zu großen Systemen kombiniert.Schnell und einfach lassen sich so auch ausgefallene, hoch individualisierte Aufgaben bewältigen.

Das Aufgabenspektrum reicht von Nutzlasttransporten und -operationen, über Forschungsmissionen bis hin zu stationären Aufgaben in der Tiefsee. Das neue Unterwasserfahrzeug eignet sich damit insbesondere für eine industrielle Nutzung in den Bereichen Offshore-Energie und Tiefseebergbau, aber auch für andere Anwendungen, zum Beispiel in der maritimen Wissenschaft.

Brennstoffzellen-Antrieb für hohe Tauchtiefen

„Die Weltmeere halten eine Vielzahl unterschiedlicher Aufgaben und Fragestellungen bereit, die derzeit mangels entsprechender Fahrzeuge und Systeme noch nicht bewältigt werden können. MUM bietet zahlreiche neue Möglichkeiten für die industrielle Meerestechnik und wissenschaftliche Erforschung der Ozeane. Dafür werden wir das im Wasser frei schwebende, kabellose Unterwasserfahrzeug mit einem außenluftunabhängigen Brennstoffzellen-Antrieb ausstatten. So kann es ohne Unterbrechung über mehrere Wochen in bis zu 5.000 Metern Tiefe operieren“, erklärt Marc Schiemann, Projektleiter bei thyssenkrupp.

Durch den gänzlich abgasfreien Antrieb ist das Unterwasserschiff auch für ökologisch hoch sensible Umgebungen hervorragend geeignet. Mit einer Tragfähigkeit von mehreren Tonnen Nutzlast bewältigt MUM dabei auch schwerste Aufgaben. Durch die Wiederverwendbarkeit der einzelnen Module sinken die Kosten gegenüber konventionellen Fahrzeugkonzepten erheblich; deutlich schnellere Entwicklungszyklen werden so möglich. Auch lassen sich neu entwickelte Missionsmodule mit geringem Aufwand integrieren.

Marktreife bis 2025

Bis zum Jahr 2020 sollen die Forschung und Entwicklung für das von thyssenkrupp koordinierte Projekt abgeschlossen und ein maßstabgetreues Modell im Verhältnis 1:5 gebaut und erprobt werden. Dabei streben die Partner eine Marktreife bis 2025 an.

Thyssenkrupp wird als Projektkoordinator unter anderem das Gesamtbetriebskonzept für MUM entwickeln und in enger Zusammenarbeit mit der TU Berlin in einen schiffbaulichen Entwurf überführen. Darüber hinaus wird das Unternehmen die Energiebereitstellung mittels Brennstoffzelle entwickeln und erproben.

Atlas Elektronik ist verantwortlich für das Führungs- und Navigationssystem, das die von der Universität Rostock entwickelte Regelungstechnik sowie das von EvoLogics entwickelte Kommunikationssystem integrieren wird. Die TU Berlin wird die Hardware in ein Gesamtfahrzeugkonzept einbinden und maßstabsgetreue Modelle von MUM testen. EvoLogics ist verantwortlich für die Entwicklung eines Telemetrie-Netzwerks, um eine autonome und präzise Navigation, Ortung und Kommunikation des neuen Fahrzeugs unter Wasser zu ermöglichen. Die Universität Rostock wird ein intelligentes und fehlertolerantes Steuerungssystem entwickeln, angepasst an die variable Fahrzeugstruktur. hei

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