Industrie 4.0, Bild: Pixabay.de

Die Initiative „Standardization Council Industrie 4.0“ beschleunigt Standardisierungsprozesse und stärkt damit die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland. Bild: Pixabay.de

Pünktlich zur Hannover Messe 2016 rufen deutsche Industrieverbände und Normungsorganisationen das „Standardization Council Industrie 4.0“ ins Leben. Neben der Koordination von Standards vertritt die Initiative die Interessen gegenüber internationalen Konsortien und organisiert und gestaltet die deutsche Normungs-Roadmap Industrie 4.0. Außerdem definiert es den Bedarf für neue Projekte und organisiert die internationale Umsetzung.

Die Gründung des Councils wird branchenübergreifend begrüßt, da das Internet der Dinge Regeln und Strukturen erfordert, die noch bestehende Branchengrenzen zwischen Elektrotechnik, Maschinenbau und IT überwinden. Genau hier setzt die neue Normungsinitiative an, um eine konsistente Standardisierung zu befördern.

Gründungsinitiatoren des „Standardization Council Industrie 4.0“ sind der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom), das Deutsche Institut für Normung (DIN), die Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE), der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) sowie der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI).

Impulsgeber

Entstanden ist das „Standardization Council Industrie 4.0“ aus der Plattform Industrie 4.0 heraus. Die Plattform ist ein koordinierendes Netzwerk zur Gestaltung der digitalen Transformation in der Produktion und erarbeitet hierfür unter anderem Handlungsempfehlungen für Politik und Unternehmen. Dazu gehört die Entwicklung und Verankerung von Standards, um sie national und international zu vereinheitlichen. Das Council agiert unabhängig von der Plattform und ist organisatorisch bei der DKE angesiedelt.

Für eine schnelle Umsetzung von Industrie 4.0 Lösungen in die Praxis sind Standards unerlässlich. Zentrale Grundlage für eine international einheitliche und offene Standardisierung ist das „Referenzarchitekturmodell Industrie 4.0 – RAMI 4.0“, welches innerhalb der Plattform Industrie 4.0 von der Arbeitsgruppe „Referenzarchitekturen, Standards und Normen“ erarbeitet wurde und international großes Interesse findet. Die Arbeitsgruppe wird auch bei der Arbeit des Councils weiterhin involviert sein.

Das jetzt gegründete „Standardization Council Industrie 4.0“ unterstützt zudem die Praxiserprobung in Testzentren. Ergänzt durch eine enge Zusammenarbeit mit dem von Plattform Industrie 4.0-Akteuren neu gegründeten Verein „Labs Network Industrie 4.0“ können neue Industrie 4.0-Lösungen und die darin genutzten Standards getestet werden. Die Ergebnisse fließen wiederum über das Council direkt in die Fortentwicklung von Standards ein, national und international. Der gesamte Prozess wird so gestaltet, dass eine enge Einbindung von mittelständischen Unternehmen in die Standardisierungsarbeit gefördert wird.