Drohne im Flug mit Paket, Bild: © Mopic - Fotolia.com

Im industriellen Bereich werden immer häufiger Drohnen eingesetzt, sei es um Schornsteine zu kontrollieren, Photovoltaik-Anlagen zu prüfen oder Firmen-Areale zu überfliegen. Bild: © Mopic - Fotolia.com

Unternehmen, die Drohnen einsetzen, müssen einige Regularien beachten, die über die Anforderungen an Privatpersonen hinausgehen. Hier den Durchblick zu behalten, ist jedoch gar nicht so einfach. Denn in vielen Bereichen bei der Nutzung dieser Technologie herrscht Uneinigkeit und die Handhabung pro Bundesland kann sehr unterschiedlich sein. Schon wenn es darum geht, welche Voraussetzungen gelten, um einen Befähigungsnachweis zum Steuern einer Drohne zu erwerben, mangelt es an klaren Regeln. Dabei ist dieser als Nachweis zum Erwerb einer allgemeinen Aufstiegserlaubnis unbedingt notwendig.

Einheitliche Regelung notwendig

„Was fehlt, ist eine einheitliche Regelung. Es muss festgelegt werden, welche Befähigungsnachweise allgemein anerkannt werden und welche Anforderungen der Besitzer erfüllen muss“, sagt Christian Kaiser, Geschäftsführer von Copting und Referent der TÜV NORD Akademie. „Momentan können sich Nutzer irgendwo ein Zertifikat oder einen Nachweis ausstellen lassen und ein Sachbearbeiter entscheidet, ob er das akzeptiert oder nicht. Das ist sehr willkürlich.“ Die Diskussionen darüber, wer wie wo was steuern darf, sind laut des Experten groß. „Um so wichtiger ist es, dass hier Licht ins Dunkel gebracht wird“, fordert Kaiser. Zu den wichtigsten Voraussetzungen für gewerbliche Flüge zählen derzeit folgende:

  • Erwerb der Allgemeinen Aufstiegserlaubnis (AE): Diese ist notwendig, um eine Drohne gewerblich starten zu lassen. Sie muss pro Bundesland in der jeweils zuständigen Landesluftfahrtbehörde beantragt werden. Für den Antrag muss ein Befähigungsnachweis oder ein Zertifikat über die Steuerung einer Drohne vorgelegt werden, um zu bestätigen, dass eine bestimmte Person im Unternehmen die Drohne steuern darf.
  • Anmelden von Flügen: Gewerbliche Drohnenflüge müssen bei der Polizei oder den jeweiligen Ordnungsämtern angemeldet werden – und zwar jeder einzelne Flug. Gewöhnlich reicht eine E-Mail, in der das Unternehmen über die geplante Flugtätigkeit informiert. Zudem ist eine Starterlaubnis vom Grundstückbesitzer notwendig, wenn die Drohne auf Privatgrund landet oder von dort abhebt.
  • Abschließen einer Versicherung: Wer eine Drohne fliegen lassen will, muss diese im Vorfeld versichern lassen und benötigt eine Haftpflichtversicherung nach Luftfahrtgesetz. Diese ist bei vielen großen Versicherungen, bei Maklern, aber auch bei Modellflugverbänden erhältlich und sichert den Betreiber im Schadenfall ab – sofern nicht grob fahrlässig gehandelt wurde.
  • Sichtflug einhalten: Das Prinzip des Sichtflugs ist vom Betreiber unbedingt einzuhalten. Wer eine Drohne steuert, muss diese permanent im Auge behalten, um frühzeitig Gefahren zu erkennen und zu vermeiden. Nur so kann im Ernstfall reagiert werden, wenn sich eine Drohne, zum Beispiel durch Manipulation, auf Abwegen befindet. Zudem dürfen Drohnen nicht höher als 100 Meter fliegen und das auch nur zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang.

Über aktuelle Rechtslagen, Voraussetzungen für die gewerbliche Nutzung von Drohnen und aktuelle Praxisbeispiele klärt die Fachtagung „Industrielle Drohnen-Einsätze“ am 09. November 2016 in Hamburg auf.

  • Quadrokopter, Bild: Doomwarden, Wikimedia.org

    Drohnen gibt es nicht erst seit der Erfindung von Technik-Gadgets. Sie haben eine lange Geschichte. Heute setzen immer mehr Unternehmen Quadrokopter ein. Etwa die DHL beim Versand von Paketen in geographisch schwierige Gebiete. Bild: Doomwarden, Wikimedia.org

  • RQ-4B Global Hawk, Bild: Wikimedia.org

    Die Langstreckenaufklärungsdrohne RQ-4B Global Hawk absolvierte 1998 ihren Erstflug. Sie fliegt fast 20 Kilometer hoch und bis zu 40 Stunden lang; ist autonom und wird per Joystick ferngesteuert. Sie ist das bislang größte in Serie gefertigte militärische unbemannte Flugzeug der Welt. Bild: Wikimedia.org

  • Drohne MQ-1 A „Predator“, Bild: Wikimedia.org

    Die Drohne MQ-1 A „Predator“ wird seit 1995 von der US-Luftwaffe eingesetzt. Die Predator kann ein Gebiet rund 24 Stunden lang mit Fernsehkameras für Tageslicht sowie Wärmebildkameras für Schlechtwetter- und Nachtsicht und einem Synthetic Aperture Radar aufklären. Dabei erfolgt die Steuerung über eine Bodenstation. Sie ist inzwischen der wichtigste Bestandteil der taktischen Luftraumaufklärung der Streitkräfte der USA. Bild: Wikimedia.org

  • Lockheed D-21B, Bild: Wikimedia.org

    Lockheed D-21B war ein überschallschnelles, unbemanntes Aufklärungsflugzeug der US-amerikanischen Herstellers Lockheed. 1966 stieg es zum ersten Mal in die Luft. Um die Drohne für den Flug bei hohen Geschwindigkeiten zu optimieren, wurde auf eine Eigenstartfähigkeit verzichtet und ein Ramjettriebwerk für den Antrieb ausgewählt. Bild: Wikimedia.org

  • Erdkampfdrohne MQ-9A „Reaper“, Bild: Wikimedia.org

    Die Erdkampfdrohne MQ-9A „Reaper“ ist eine Drohne des US-Unternehmens General Atomics. Sie dient in erster Linie der Luftnahunterstützung. Der Antrieb besteht aus einem Turboprop-Triebwerk mit 670 kW. Die Drohne hat mit rund 4760 Kilogramm ein mehr als viermal so hohes Gesamtgewicht wie die MQ-1 und kann eine mehr als zehnmal so große Waffenlast tragen. Bild: Wikimedia.org

  • Steuereinheit eines Quadrocopters, Bild: Clicklabs, Wikimedia.org

    Die Steuereinheit eines Quadrocopters. Oben befindet sich das GPS-Modul, darunter das Navi-Board, dann der FlightControl mit eingebauten Gyroskopen zur Stabilisierung. Im äußeren Kranz sieht man die Brushless-Motor-Regler. Bild: Clicklabs, Wikimedia.org

  • Ehang 184, Bild: Ben Smith, Wikimedia.org

    Mit dem Ehang 184 stellt ein chinesisches Startup nun den ersten Multikopter Mini-Hubschrauber der Welt vor. Er bietet Platz für eine Person. Zum jetzigen Zeitpunkt befindet sich der Ehang 184 noch in einem frühen Enwicklungsstadium und besitzt dementsprechend niedrige Fluggeschwindigkeiten und -reichweiten. Bild: Ben Smith, Wikimedia.org