8000 Teile – die benötigt man im Schnitt, um eine Windkraftanlage zu erbauen. Daraus entstehen dann Giganten der Stromerzeugung, die in Deutschland im Durchschnitt eine Turmhöhe von 128 Metern haben. Die Rotoren drehen ihre Kreise über einen durchscnittlichen Durchmesser von 109 Metern. Es sind Giganten, die die Energieversorgung unserer Zukunft sicherstellen sollen – beziehungsweise es bereits tun. Denn 2016 waren in Deutschland bereits 28.217 Windenergieanlagen zu Land und zu Wasser insatlliert und kamen damit auf 50.018 MW installierte Leistung: Die reichte um 12,3 Prozent der deutschen Stromerzeugung abzudecken.

Ein großer Beitrag also, um die deutsche Stromversorgung auf erneuerbare Energien umzustellen. In den Medien erfährt man beizeiten einiges zu diesem Thema und während einer Autobahnfahrt – vor allem durch Deutschlands Norden und Osten – bekommt man auf anschauliche Art und Weise vermittelt, wie viele Windräder sich mittlerweile in Deutschland – zumindest an Land – drehen. Aber wirklich nah ran ans Thema kommt man hierdurch nicht. Das können Sie ändern. Damit Sie richtig nah an die zukunftsweisede Technik hernakommen können, oder sich einfach nur von der Riesenhaftigkeit eines Windrades überzeugen können, schlagen wir Ihnen zwei Windräder vor, die sie besuchen und sogar besteigen können.

Windräder aus nächster Nähe

Besichtigung der Windkraftanlage "Windfang" in Aachen

Die Besucherwindanlage Windfang kann in kleinen Gruppen über eine 300 Stufen lange Wendeltreppe erstiegen werden. Am Ziel erwartet eine Aussichtsplattform in 63 Meter Höhe. Kinder unter 12 Jahren dürfen leider nicht auf die Anlage, Jugendliche (12-17 Jahre) nur in Begleitung eines Aufsichtsberechtigten. Eine Führung dauert anderthalb bis zwei Stunden. Festes Schuhwerk ist erforderlich. Alle Besucher/innen müssen Auffanggurte und Helme anlegen. Geeignete Oberbekleidung ist Voraussetzung. Das Gesamtgewicht der Sicherheitsausrüstung beträgt circa 4 kg. DIe kompletten Sicherheitsvorschriften finden Sie hier.

Ort: EuroWindPark Aachen, zwischen den Stadtteilen Laurensberg, Vetschau und Orsbach am Feldweg "Ochsenstock". Der Feldweg ist für Fahrzeuge gesperrt. Mit dem Bus erreicht man die Anlage über die Linie 37 der Aachener ASEAG. Dort gibt es auf der Orsbacher Straße an der Einmündung des Ochsenstock eine Haltestelle. Hier kann man gegebenenfalls auch ein Fahrzeug parken. Von dort sind etwa 1 km bis zur Windanlage zu Fuß zu gehen.

Zeit: Besichtigungen finden in der Regel sonntags ab 10:45 Uhr statt und dauern rund zwei Stunden.

Preis: Die Führungen sind kostenlos.

Anmeldung: erforderlich unter http://www.aachen-hat-energie.de/formulare/besichtigung.php (Hier finden Sie auch die aktuellen Termine).

Internet: www.aachen-hat-energie.de

Besichtigung der Windkraftanlage "Bucklige Welt" in Lichtenegg (Österreich)

Bestiegen werden kann eine Anlage des Typs Enercon E-66, die über eine Aussichtsplattfom verfügt. Diese ist direkt unterhalb der Gondel situiert. In der rundum vollverglasten Plattform kann man dem Rotorblatt zusehen, wie die Windenergie in Drehbewegung umgesetzt wird. Zuvor sind allerdings mehr als 300 Stufen zur Gondel zu bewältigen. Der Führer ist speziell ausgebildet und unternimmt vor der Führung eine kurze Sicherheitsunterweisung. Zu beachten ist, dass der Aufstieg für Kinder erst ab Vollendung des 12. Lebensjahres und ab einer Körpergröße von 1,40 m erlaubt.

Ort: Lichtenegg (A), Koordinaten: 47°36'31.2"N 16°12'12.9"E

Zeit: Windradführungen finden jeden ersten Sonntag im Monat ab Ostern bis Oktober von 13:30 bis 16:30 Uhr statt. (nächste Termine: 2. Juli, 6. August, 3. September und 1. Oktober 2017). Die Besichtigung dauert rund eine dreiviertel Stunde.

Anmeldung: unter gemeinde@lichtenegg.gv.at. Pro Führung können maximal 12 Personen teilnehmen.

Internet: www.bww.cc