Doch warum ist das so? Wie kann das intuitiv richtig und wichtig klingende Konzept des HMI-Styleguides in der Praxis oft zu mäßigen Ergebnissen führen? Warum bleiben resultierende HMIs trotz Regelwerken oft unter ihren Möglichkeiten und was kann man dagegen tun?

Wie so oft sind die Erwartungen der einzelnen Stakeholder nicht unbedingt überhöht – sie richten sich nur an den falschen Adressaten. Der HMI-Styleguide ist nicht der alleinige Heilsbringer und kann dies auch nicht sein. Er ist wichtiger Bestandteil einer Reihe weiterer Komponenten, die korrekt ineinandergreifen müssen, um überhaupt eine Effektivität zu ermöglichen.

Um bei der Gestaltung von HMIs erfolgreich zu sein, bedarf es etwas, dass man „Corporate UX Framework“ nennen könnte. Dieses (zum Teil auch nicht-technische) Rahmenwerk beinhaltet zum einen den HMI-Styleguide selbst, zum anderen aber auch eine Reihe von Prozessen und Technologien, die den Software-Entwicklungsalltag aus der User-Experience-Perspektive effektiv ergänzen.

Lesen Sie nächste Woche weiter: Im zweiten Teil dieses Artikels beschreibt Thomas Immich wie man mit einer Kombination aus HMI-Styleguide, HMI-Kit, Asset-Management, Design-Abnahme und evolutionären Ansätzen Schritt für Schritt zu einem gut gestalteten HMI kommt. Es wird erläutert, wann und in welcher Reihenfolge die einzelnen Bausteine zum Tragen kommen und wie sie erfolgreich in einen agilen Software-Entwicklungsprozess integriert werden können.

Thomas Immich, Centigrade,
Thomas Immich, CEO Centigrade. (Bild: Centigrade)

Über den Autor

Thomas Immich, Geschäftsführung, Leitung UX Management, Dipl. Informatiker (FH)

Thomas Immich ist Mitbegründer und Geschäftsführer der Centigrade GmbH und leitet den Bereich UX-Management. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit nutzer-zentrierten User Interface Design Methoden im Hinblick auf deren technische Umsetzbarkeit und Werkzeugunterstützung. Er betreute zahlreiche Kundenprojekte namhafter Unternehmen und berät in seiner Funktion als Projektleiter und Trainer agile Softwareentwicklungsteams bezüglich der ästhetischen und konzeptionellen Optimierung von User Interfaces im WPF Umfeld. Er spricht außerdem regelmäßig auf einschlägigen Konferenzen wie zum Beispiel der GermanUPA und wurde bereits mit mehreren Auszeichnungen prämiert, darunter der "iF communication design award 2010" sowie der "Best Session Award Usability Professionals 2009".

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